Dieser Artikel wurde in der Ausgabe September 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Quartiersentwicklung im westlichen Kernstadtbereich Schlüchterns

Startschuss für das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“

29.08.2025 – Lesezeit ca. 4 Minuten 117

Startschuss für das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“

Die Stadt Schlüchtern hat mit der Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ den Grundstein für die umfassende und nachhaltige Entwicklung des westlichen Kernstadtbereichs gelegt. Ziel ist es, soziale, bauliche und funktionale Defizite in ausgewählten urbanen Quartieren zu beheben und damit die Lebensqualität und das gesellschaftliche Miteinander langfristig zu stärken.

Für die Umsetzung dieses anspruchsvollen Vorhabens hat die Stadtverordnetenversammlung die ProjektStadt beauftragt, eine erfahrene Tochtergesellschaft der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW), die über fundierte Expertise in der integrierten Stadtentwicklung und im Fördermanagement verfügt. Die ProjektStadt übernimmt die Erstellung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) sowie das Fördergebietsmanagement, um die unterschiedlichen Maßnahmen zielgerichtet zu koordinieren und eine effektive Umsetzung sicherzustellen.

Der westliche Kernstadtbereich Schlüchterns steht derzeit vor mehreren Herausforderungen. So liegen Nutzungskonflikte zwischen verschiedenen Funktionen vor, die zu einer mangelnden funktionalen Verflechtung der angrenzenden Stadtteile führen. Dies wirkt sich auf die Erreichbarkeit und Verbindung der Quartiere negativ aus und erzeugt ein Nebeneinander statt eines Miteinanders. Sozialräume und öffentliche Begegnungsorte fehlen vielfach, was die soziale und räumliche Isolation bestimmter Bevölkerungsgruppen verstärkt. Barrierefreiheit ist nur eingeschränkt gegeben, sodass insbesondere mobilitätseingeschränkte Menschen Schwierigkeiten haben, sich frei und uneingeschränkt zu bewegen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zudem besteht bei Teilen der baulichen Substanz sowie der Infrastruktur Nachholbedarf hinsichtlich Modernisierung und nachhaltiger Nutzung.

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Mit ganzheitlichem Ansatz die Kernstadt weiterentwickeln

Bürgermeister Matthias Möller hebt hervor: „Mit der ProjektStadt haben wir eine erfahrene und kompetente Partnerin gewinnen können, die mit ihrem ganzheitlichen Ansatz dazu beitragen wird, den westlichen Kernstadtbereich Schlüchterns nachhaltig und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Wir möchten ein Quartier schaffen, das durch attraktive und barrierefreie Wohn- und Freiräume sowie durch eine funktionale und soziale Vernetzung überzeugt. Ein Ort, an dem Begegnungen selbstverständlich sind und an dem sich alle Generationen wohlfühlen.“

Die ProjektStadt selbst zeigt sich zuversichtlich, die komplexen Herausforderungen gemeinsam mit der Stadt Schlüchtern zu bewältigen. Marion Schmitz-Stadtfeld, Leiterin Integrierte Stadtentwicklung bei der ProjektStadt, betont: „Das Förderprogramm ‚Sozialer Zusammenhalt‘ bietet eine exzellente Plattform, bauliche, funktionale und soziale Maßnahmen eng miteinander zu verzahnen. Unsere Aufgabe ist es, die unterschiedlichen Akteure – von der Verwaltung über die Politik bis hin zu Vereinen und Bürgerinnen und Bürgern – zu vernetzen und in einen intensiven Dialog zu bringen, um ein tragfähiges, partizipatives Entwicklungskonzept zu erarbeiten.“

Bürgerbeteiligung ist zentrales Element

Ein zentrales Element des Prozesses ist die breite Bürgerbeteiligung. Die Stadtverwaltung und die ProjektStadt planen eine Vielzahl von Beteiligungsformaten, darunter thematische Workshops, Quartiersspaziergänge, Zukunftswerkstätten sowie digitale Befragungen. Diese Instrumente sollen sicherstellen, dass die Wünsche, Bedürfnisse und Ideen der Bewohnerinnen und Bewohner frühzeitig aufgenommen und in die Planung integriert werden. So wird gewährleistet, dass das ISEK nicht nur ein strategisches Papier bleibt, sondern ein lebendiger Plan, der die tatsächlichen Herausforderungen und Potenziale des Quartiers widerspiegelt.

Das ISEK wird als übergeordnetes Steuerungsinstrument dienen, um die vielfältigen Maßnahmen fachübergreifend zu koordinieren und die Zielsetzungen des Förderprogramms effektiv umzusetzen. Neben der baulichen Aufwertung öffentlicher Räume, wie Parks und Plätze, die als identitätsstiftende und soziale Treffpunkte fungieren sollen, umfasst das Konzept auch die Verbesserung der Mobilität durch barrierefreie Wege, die Schaffung neuer Verkehrsangebote und die nachhaltige Gestaltung des Verkehrsraums. Parallel dazu ist der Ausbau der sozialen Infrastruktur ein wichtiger Baustein. Hierzu gehören beispielsweise Nachbarschaftstreffs, soziale Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie Initiativen zur Förderung des Zusammenhalts und der Teilhabe aller Bewohnerinnen und Bewohner. Auch die Stärkung des Ehrenamts und lokaler Vereine wird angestrebt, um die soziale Vernetzung vor Ort zu verbessern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der energetischen Sanierung und Modernisierung des Gebäudebestandes, um die Wohnqualität zu steigern, den Energieverbrauch zu senken und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dies trägt nicht nur zur Steigerung des Wohnkomforts bei, sondern unterstützt auch die Stadt Schlüchtern bei ihren Nachhaltigkeitszielen.

Insgesamt verfolgt die Stadt Schlüchtern mit diesem integrierten Ansatz das Ziel, den westlichen Kernstadtbereich zu einem lebendigen, sozial inklusiven und ökologisch zukunftsfähigen Quartier zu entwickeln, das als attraktiver Wohnstandort für alle Generationen fungiert und das Zusammenleben in vielfältiger Weise fördert.

Die Stadtverwaltung lädt alle Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Akteure herzlich dazu ein, diesen Entwicklungsprozess aktiv zu begleiten und mitzugestalten. Nur durch eine enge Zusammenarbeit und einen offenen Dialog kann das Projekt erfolgreich umgesetzt werden und zu einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität im Quartier führen.

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