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Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 1 - Januar / Februar 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Unter Sport- und Bolzplätzen lagert jede Menge Umweltwärme. Erdwärmekollektoren nutzen diesen Schatz zum Heizen und Kühlen von Gebäuden.
Tausende Sportplätze müssen in den nächsten Jahrzehnten in Deutschland saniert werden. Allein mehr als 5.000 Kunstrasenplätze benötigen wegen des Mikroplastikverbots der EU bis 2031 einen neuen Belag. Naturrasenplätze sind bei intensiver Nutzung nach fünf bis zehn Jahren sanierungsreif, moderat genutzte Plätze benötigen alle zehn bis 15 Jahre eine Überholung. Für Vereine und Kommunen bedeutet das enorme Kosten. Häufig mehr als die Vereinskasse oder der kommunale Haushalt hergeben.
Vom Kostenfaktor zum Energiegewinner
Doch neue und bestehende Sport- oder Bolzplätze kosten nicht nur Geld, sie bringen jetzt auch welches ein. Und zwar indem sie Umweltenergie liefern, die Gebäude klimafreundlich und zukunftsfähig heizt und kühlt. Die gewonnene Wärme kann man zudem in Wärmenetze einspeisen. So lassen sich auch weiter entfernte Gebäude von Gas und Heizöl auf eine effiziente Sole-Wärmepumpe umrüsten.
Möglich machen das Erdkollektoren, die im Zuge der Platzsanierung etwa 1,5 bis 2,5 Meter unter der Rasenfläche verlegt werden. Sie nutzen die kostenlose Energie, die durch Sonne und Regen über das Jahr in den Boden gelangt. Zum Ende des Sommers ist der Boden fast überall in Deutschland in 1,5 Meter Tiefe 12 bis 15 Grad warm. Diese Wärme liefern die langlebigen Kollektoren über Rohrleitungen an eine Wärmepumpe. Diese hebt die Temperatur an und heizt zum Beispiel Schulen, Turnhallen, Vereinsheime oder andere öffentliche sowie private Gebäude. Wegen der gleichmäßig hohen Temperatur des Bodens arbeiten Sole-Wärmepumpen um bis zu 20 Prozent effektiver als Luftwärmepumpen, vor allem im Winter. Bis zum Ende der Heizperiode kühlt das Erdreich auf etwa Null Grad ab. Diese natürliche Kälte nutzt die Anlage und kühlt an heißen Sommertagen damit stromsparend die Gebäude.
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So viel Energie steckt unter einem Sportplatz
Unter einem Sportplatz steckt eine beträchtliche Wärmemenge. Die etwa 7.300 Quadratmeter eines normalen Fußballplatzes (105 mal 70 Meter) liefern pro Jahr rund 3 Millionen Kilowattstunden Wärme. Dafür werden zwei Etagen GeoCollect-Erdkollektoren in 1,5 und 2,5 Meter Tiefe übereinander verlegt. Rechnerisch kann man damit etwa 380 3-Zimmer-Wohnungen heizen. Die Energiequelle versiegt nicht: Jeden Sommer wärmt die Sonne den Boden kostenlos auf, der Kreislauf der klimaneutralen Wärmegewinnung beginnt immer wieder neu. Wirtschaftlich attraktiv ist die Wärme aus dem Erdboden ebenfalls. Und das ohne Preissteigerungen wie bei fossilen Energien, etwa durch einen steigenden CO₂-Preis.
Für die Investition sind öffentliche Förderungen möglich. Wer kein eigenes Geld investieren will oder kann, nutzt das Contracting, das der Hersteller anbietet. Dabei errichtet ein Unternehmen die komplette Anlage und bietet den Abnehmern einen attraktiven Preis für die genutzte Wärme.
Sportvereine mit eigenen Plätzen realisieren mit einer Erdwärmeanlage dauerhafte Einnahmen und erzielen einen enormen Imagegewinn. Kommunen bietet eine GeoCollect-Anlage eine interessante Möglichkeit, ihre Ziele bei der kommunalen Wärmeplanung und beim Klimaschutz zu erreichen.
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