Rubrik Energie & Netze

Erdwärme Franken

Erdwärme-Projekt der N-ERGIE: 2D-Seismik-Messungen geplant

29.05.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 374

Erdwärme-Projekt der N-ERGIE: 2D-Seismik-Messungen geplant

Vibro-Trucks (Bild: Enerchange)

Nächster Schritt für das Projekt „Erdwärme Franken“ der N-ERGIE: In der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen sogenannte 2D-Seismik-Messungen den Untergrund in und um Nürnberg noch genauer unter die Lupe nehmen. Die Planungen dafür werden aktuell vom Bergamt Nordbayern geprüft und genehmigt. Ziel ist es, das Potenzial der Erdwärme – einer zuverlässigen, regionalen und von globalen Brennstoffmärkten unabhängigen Wärmequelle – weiter zu erkunden.

Was ist eine 2D-Seismik?

Bei der 2D-Seismik handelt es sich um eine seit den 1950er Jahren erprobte Untersuchungsmethode, um den Untergrund mit Hilfe von Schallwellen genauer zu erforschen. Zum Einsatz kommen dabei spezielle Messfahrzeuge (sogenannte Vibro-Trucks), die Schallwellen in den Untergrund schicken.

Diese Wellen werden von den verschiedenen Gesteinsschichten unterschiedlich stark reflektiert. An der Oberfläche befinden sich linienförmig platzierte mit GPS ausgestattete Geophone, die diese Schallwellen und die Reflexionen aufzeichnen.

Die folgende Auswertung der Messdaten liefert eine Art Ultraschallbild von den Gesteinsschichten und -strukturen bis in fünf Kilometer Tiefe. Fachleute bewerten die Ergebnisse und identifizieren mögliche Ziele im Untergrund, die später über Bohrungen erschlossen werden können.

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Messgebiet und Dauer

Es sind sechs Messlinien mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern geplant. Diese führen durch die Stadt Nürnberg, die Stadt Fürth sowie einzelne Orte in angrenzenden Landkreisen. Dazu zählen Feucht (Landkreis Nürnberger Land), Oberasbach, Stein und Zirndorf (Landkreis Fürth), Schwanstetten, Wendelstein und Rohr (Landkreis Roth) sowie Teile des Landkreises Erlangen-Höchstadt (gemeindefreie Gebiete Neunhofer Forst und Kraftshofer Forst). Der Vorteil für die Kommunen in diesem Bereich: Die gesammelten Daten können einen Mehrwert für ihre eigene kommunale Wärmeplanung liefern und werden von der N-ERGIE geteilt.

Die Messungen beginnen – je nach Verfügbarkeit der Vibro-Trucks – voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 und dauern etwa vier bis fünf Wochen.

Die N-ERGIE stimmt sich dabei eng mit allen relevanten Behörden ab – zum Beispiel für Tiefbau, Verkehr sowie Natur-, Wasser- und Denkmalschutz. Parallel steht das Projektteam mit den Landkreisen und Kommunen in Kontakt, in denen die Spezialfahrzeuge für die Messungen unterwegs sein werden, um den genauen Streckenverlauf abzustimmen.

Aktuell werden alle notwendigen Genehmigungen wie etwa Wegerechte und Betretungserlaubnisse eingeholt. Dafür sind die sogenannten Permitter, Mitarbeiter*innen des von der N-ERGIE beauftragten Unternehmens GEOPS GmbH unterwegs. Sie sprechen mit lokalen Behörden und Grundstückseigentümer*innen, bevor Straßen und Wege befahren oder Grundstücke zum Auslegen von Geophonen betreten werden.

Sobald der genaue Zeitraum und die genaue Streckenführung zu den 2D-Seismik-Messungen feststehen, wird die N-ERGIE umfassend und fortlaufend über die Medien und Social Media informieren. Informationen gibt es bereits jetzt auf der Projekt-Website1

Das Projekt „Erdwärme Franken“ und die bisherigen Schritte

Bereits heute stammen knapp 30 Prozent der Nürnberger Fernwärme aus nicht-fossilen Quellen. Parallel zum Ausbau des Fernwärmenetzes wird die N-ERGIE den Anteil erneuerbarer Energieträger in der Fernwärme-Erzeugung schrittweise weiter steigern. Wichtige Bausteine dafür sind neben dem Bau einer Großwärmepumpe im Klärwerk 1 oder eines Altholz-Heizkraftwerks in Nürnberg-Sandreuth auch die Nutzung von Erdwärme. Umfangreiche Untersuchungen sollen daher klären, ob die Nutzung von Erdwärme technisch möglich und für die Umwelt unbedenklich realisierbar ist und wo sich dafür geeignete Standorte befinden.

2023 erhielt die N-ERGIE vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) die Genehmigung für die dazu notwendigen Untersuchungen in einem rund 200 Quadratkilometer großen „Erlaubnisfeld zur Aufsuchung von Erdwärme“. Nach den gravimetrischen Messungen mit einem Spezialflugzeug im Jahr 2024 folgte 2025 die Auswertung der Messdaten. Mit diesen Ergebnissen und bereits bestehenden Kenntnissen haben die Fachleute Karten erstellt, um das Energiepotenzial im Untergrund der Region zu bewerten. Auf dieser Grundlage wird das Erdwärme-Projekt nun mit den 2D-Seismik-Messungen fortgesetzt.

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