Dieser Artikel wurde in der Ausgabe Oktober 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Energie & Netze

Energiewende mitgedacht – Erstes Nachschlagewerk für Kommunen

10.10.2025 – Lesezeit ca. 2 Minuten 130

Die deutschen Städte und Gemeinden stehen vielerorts vor einem Dilemma: Einerseits ist die kommunale Haushaltssituation prekär, andererseits erfordert die Energiewende erhebliche Investitionen. Das neue Nachschlagewerk der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeigt Beispiele, wie Kommunen diese Herausforderungen meistern können.

„Viele Kommunen stoßen schon allein durch die Erfüllung ihrer Pflichtaufgaben finanziell und personell an ihre Grenzen“, erklärt Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE. „Für Klimaschutz- und Energiewendeprojekte on top bleiben oft keine Kapazitäten mehr übrig.“ Hier soll das neue Nachschlagewerk „Die Energiewende Huckepack nehmen – Wie Kommunen ihre Pflichtaufgaben mit der Energiewende verknüpfen“ unterstützen.

Ganz gleich, ob Abwasserbeseitigung, Straßenreinigung, Brandschutz und Feuerwehrwesen, Bauleitplanung oder Katastrophenschutz – das Nachschlagewerk zeigt, wie Klimaschutzmaßnahmen bei der Bearbeitung kommunaler Pflichtaufgaben von Anfang an mitgedacht und mit umgesetzt werden können. „Die Gestaltung kommunaler Pflichtaufgaben kann so ein wichtiger Hebel sein, um neue nachhaltige Projekte anzustoßen“, ergänzt Brandt.

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Entstanden ist das Nachschlagewerk im Rahmen des gleichnamigen Projekts, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wird. „Die Energiewende ist mehr als der technische Umbau unseres Energiesystems – sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt DBU-Abteilungsleiter Umwelttechnik Felix Gruber. Das AEE-Kompendium zeige „eindrucksvoll, wie vielfältig und kreativ Städte, Gemeinden und Landkreise diese Herausforderung annehmen und dabei Synergien zwischen Klimaschutz und kommunalen Pflichtaufgaben angehen.“

Seit 2008 zeichnet die AEE die „Energie-Kommune des Monats“ aus. Dabei werden besonders gelungene Beispiele vorgestellt, die die kommunalen Handlungsmöglichkeiten beim Ausbau der Erneuerbaren Energien kreativ und innovativ ausschöpfen. So sorgen Erneuerbare, Ladesäulen für E-Autos und Nahwärmenetze für Wertschöpfung und spülen über Pachteinnahmen, Steuern und Beteiligungsformen Geld in die kommunalen Kassen.

Durch die monatliche Auszeichnung einer vorbildlichen Kommune ist mittlerweile eine Sammlung von mehr als 200 Praxisbeispiele in einer digitalen Datenbank entstanden. Diese bildet die Grundlage für die Beispiele im neuen Nachschlagewerk der AEE. Ergänzt werden sie um tiefergehende Hintergründe zu kommunalen Best-Practice-Beispielen sowie Interviews mit den Unternehmen Viessmann, Green Planet Energy und Enercon zu ihren positiven Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit den Kommunen.

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