Rubrik Energie & Netze

Für ihre Quartierslösungen wurden die WSW für den Stadtwerke Award nominiert.

Wie die WSW mit Quartierslösungen die Energiewende vorantreiben

28.08.2025 – Lesezeit ca. 4 Minuten 104

Wie die WSW mit Quartierslösungen die Energiewende vorantreiben

In Wuppertal-Sonnborn versorgen die WSW Mietwohnungen mit Solarstrom. (Bild: Kintopp/WSW)

Für die Energiewende werden dezentrale Lösungen für die Strom- und Wärmeversorgung benötigt. Viele Eigenheimbesitzer und Bauherren setzen auf PV-Anlagen und Wärmepumpen. Aber um die Energie- und Wärmewende in die Fläche zu bringen, werden auch Konzepte für Mehrfamilienhäuser, Mieter- und Eigentümergemeinschaften sowie dicht bebaute urbane Quartiere gebraucht. Die WSW sehen hier großen Bedarf und ein großes Potenzial und haben erste Projekte für eine klimafreundliche Energie- und Wärmeversorgung umgesetzt.

Mit ihren Kunden- und Quartierslösungen „WSW Tal.Quartier“ entwickeln die WSW Angebote für die Nutzung von Photovoltaik, Elektromobilität und Wärme in urbanen Strukturen über die Verwendung im Einfamilienhaus hinaus. Für Mehrfamilienhäuser in einem Quartier gibt es besondere Herausforderungen, denn es leben mehrere Parteien unter einem Dach oder in einem Quartier. Dadurch werden die Anforderungen und Fragestellungen komplizierter und bedürfen individueller Lösungen. Der Kommunikation mit den Kunden und potenziellen Nutzern kommt neben der technischen und planerischen Seite eine große Bedeutung zu. Bei ihren Quartierslösungen planen die WSW Anwendungen auf Grundlage Erneuerbarer Energien für mehrere Wohneinheiten zusammen. Diese werden zusammen mit digitalen Innovationen zu einem Paket gebündelt, das genau den Kundenbedürfnissen entspricht. Je nach Immobilie und Eigentümerstruktur kann die Realisierung von PV, Ladeinfrastruktur sowie Heizungsanlagen eine ungeahnte Komplexität annehmen.

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Mieterstrom für Genossenschaftswohnungen

Im genossenschaftlichen Wohnprojekt „Alte Dorfstraße“ in Wuppertal-Sonnborn werden 70 Wohneinheiten mit Mieterstrom im Rahmen eines WSW Tal.Quartier-Projekts versorgt. Die primäre Belieferung der Wohnungen erfolgt aus der von den WSW betriebenen Photovoltaikanlage auf dem Gebäudedach sowie einem Batteriespeicher. Bei Bedarf wird die Versorgung durch Residualstromlieferung sichergestellt.

Der neu errichtete Gebäudekomplex wurde als Niedrigenergiehaus auf größtmögliche Energieeffizienz und Nachhaltigkeit hin ausgelegt. Das Mieterstrommodell der WSW fügt sich optimal in dieses Konzept ein. Dank effizienter Dämmung, Solarthermie, Wärmerückgewinnung und der PV-Anlage ist das Gebäude nahezu energieneutral und orientiert sich am höchsten Energiestandard KFW40plus. Auf eine eigene Heizungsanlage kann ganz verzichtet werden.

Die von den WSW betriebene Photovoltaikanlage des Wohnprojekts „Alte Dorfstraße“ hat eine Leistung von 150 Kilowatt und besteht aus 331 Modulen. Die geschätzte jährliche Erzeugung beträgt 120.000 kWh, was etwa die Hälfte des elektrischen Energiebedarfs im Quartier deckt. Ergänzt wird die Anlage durch zwei Batteriespeicher mit jeweils 67 kWh Kapazität, die eine zuverlässige Stromversorgung gewährleisten. Die Bewohner profitieren von besonders günstigen Strompreisen, da die Energie direkt aus der örtlichen PV-Anlage stammt. Eine App ermöglicht Verbrauchstransparenz für die Mieterinnen und Mieter.

Smart Charging im Wohnquartier

Für ein weiteres Quartiersprojekt im Stadtteil Wuppertal-Cronenberg haben die WSW eine Lösung für die Nutzung von Elektromobilität entwickelt. Im „Borner Quartier“ mit 18 Parteien und gemeinsamer Tiefgarage realisierten die WSW eine einheitliche und moderne Ladeinfrastruktur für alle Stellplätze. Aufgrund der hohen Gesamt-Ladeleistung erweiterten die WSW dafür die Netzanschlussleistung um 77 Kilowatt, die ausschließlich für das Laden von Elektrofahrzeugen zur Verfügung stehen. Ein separater Verteilerschrank, inklusive Sicherungen und einem Stromzähler, wurde installiert. An jedem Stellplatz steht eine 11-kW-Wallbox zur Verfügung, die durch ein dynamisches Lastmanagementsystem gesteuert wird. Dieses System verteilt die 77 kW und stellt in den Nachtstunden die übrige Leistung der Haushalte bereit.

Der Ladestrom wird nach dem dynamischen Stromtarif „WSW Tal.Markt Flex“ abgerechnet. Das Smart Charging ermöglicht den Nutzerinnen und Nutzern ein planbares und automatisiertes Laden in einem vorgegebenen Zeitbereich zum günstigsten Preis. Über ein Verbrauchs-Dashboard in der Meine WSW-App bleibt der Energieverbrauch jederzeit im Blick. Zudem werden die anonymisierten Verbrauchsdaten zur Abrechnung für den Verwalter bereitgestellt.

Nominierung

Mit ihren Quartierslösungen wollen die WSW die Transformation der Energieversorgung in Wuppertal vorantreiben. Zudem können dadurch auch Verbraucherinnen und Verbraucher an den Chancen der Energiewende partizipieren, die nicht über Wohneigentum verfügen oder denen große Investitionen nicht möglich sind. Mehrwerte ergeben sich dabei auch aus der Nutzung digitaler Technologien wie beispielsweise beim dynamischen Stromtarif. Bei der Umsetzung nicht-standardisierter Quartierslösungen kommt regional verankerten Stadtwerken wie den WSW mit ihrem Know-how eine besondere Bedeutung zu.

Mit ihrem Konzept „Tal.Quartier“ wurden die WSW für den Stadtwerke Award nominiert, der am 1. Oktober im Rahmen des VKU-Stadtwerkekongresses in Mainz vergeben wird. Mit dem Award werden herausragende Projekte, Innovationen, Prozessoptimierungen und neue Geschäftsmodelle der öffentlichen Daseinsvorsorge gewürdigt. Die Auszeichnung wird von der Stadtwerkekooperation Trianel, der VKU-Akademie und der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) ausgelobt und in diesem Jahr bereits zum 16. Mal vergeben.

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