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Rubrik Energie & Netze

Sanierung der Heizanlage wird über Energieliefer-Contracting finanziert

Gemeinde Ebringen modernisiert Nahwärmenetz ohne eigene Investition

08.10.2024 – Lesezeit ca. 4 Minuten 98

Gemeinde Ebringen modernisiert Nahwärmenetz ohne eigene Investition

Ebringen, ein kleiner Weinort im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, hat die Heizungsanlage für sein örtliches Nahwärmenetz auf den neuesten Stand gebracht. Der neue Holzhackschnitzelkessel, die Solarthermieanlage und der Spitzenlastgaskessel sind im September in Betrieb gegangen und sparen ab sofort nahezu 70 Prozent CO₂-Emissionen ein. Für die Modernisierung nutzte die Gemeinde das Modell des Energieliefer-Contractings: Ein Energieversorger führte die Sanierung als Dienstleister durch und übernahm die Finanzierung. Die entstandenen Kosten refinanziert er, indem er die monatlichen Heizkosten in Rechnung stellt. Zusätzlich pachtete er das seit 1999 bestehende Ebringer Wärmenetz. Wie auch andere Kommunen ihre Wärmeversorgung mittels Energieliefer-Contracting modernisieren können, ohne selbst zu investieren, darüber informiert die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW).

Ebringen, eine kleine Schwarzwaldgemeinde mit 2.700 Einwohnerinnen und Einwohnern, verfügt seit 1999 über ein eigenes Nahwärmenetz. Es versorgte bislang die örtliche Grundschule, eine Mehrzweckhalle sowie mehrere Privatgebäude. Zur Wärmeerzeugung kamen ein Holzhackschnitzelkessel mit 340 Kilowatt Leistung, ein Gaskessel mit 180 Kilowatt Leistung und eine Solarthermieanlage zum Einsatz. Doch die Erzeugungsanlagen des Wärmenetzes sind in die Jahre gekommen. Zusätzlich ist der Energiebedarf im Ort gestiegen. 2023 hat die Gemeinde das Wärmenetz schließlich an die Energieversorgertochter Badenova Wärmeplus verpachtet.

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Der Wärmespezialist modernisierte nun die Wärmeerzeugungsanlage: mit einem neuen Holzhackschnitzelkessel, der aus regionalen Quellen gespeist wird, einem neuen, energieeffizienterem Gas-Spitzenlastkessel, einer Solarthermieanlage von 70 Quadratmetern Fläche sowie einem großen Pufferspeicher mit 12.000 Litern Volumen. In Zukunft wird die Wärmeversorgung in Ebringen so verteilt sein: 87 Prozent Holzhackschnitzel, acht Prozent Solarthermie und fünf Prozent Erdgas. Dieser Energiemix führt zu einer CO₂-Einsparung von bis zu 70 Prozent bei der Wärmeerzeugung. Ein weiterer Vorteil: Der niedrigere Gasanteil im Wärmenetz führt auch zu einer niedrigeren Abhängigkeit von Gasimporten – und damit von Preisschwankungen. Der verminderte fossile Anteil an der Wärmeversorgung verringert zudem mittelfristig die Heizkosten.

Ebringen nutzt Energieliefer-Contracting

Umgesetzt hat Ebringen die Sanierung mit der Dienstleistung Energieliefer-Contracting. Das Modell ermöglichte es der Gemeinde, die Energieerzeugungsanlage ohne eigene Investitionen zu modernisieren. Die Kosten für die Erneuerung belaufen sich auf etwa 1,2 Millionen Euro. Beim Energieliefer-Contracting refinanziert der Dienstleister seine Kosten darüber, dass er jährlich einen Grundpreis und einen verbrauchsabhängigen Arbeitspreis verlangt. Dies geschieht über eine Heizkostenabrechnung. Die Vertragslaufzeit für das Contracting in Ebringen beträgt 20 Jahre.

Die Projektentwicklung von der Erstberatung bis zum Vertragsschluss der Gemeinde mit dem neuen Versorger führte die Energieagentur Regio Freiburg in Kooperation mit der KEA-BW durch. Sie umfasste neben der Auftragsklärung die Erstellung eines technischen Konzeptes, die Vorbereitung des Vergabeverfahrens, Verhandlungsrunden und Informationsveranstaltungen für die Bürgerinnen und Bürger. Eine finanzielle Unterstützung gibt es über das Förderprogramm ProECo. ProECo ist Teil des Klimaschutz-Plus-Programms des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Kommunen, die sich für Contracting-Lösungen interessieren, bekommen einen Teil der Beratungskosten erstattet. In Ebringen wurden 50 Prozent der Beratungskosten von ProECo übernommen.

Verschiedene Contracting-Modelle zur Wahl

Bei Contracting-Modellen übernimmt ein Energiedienstleister die Planung, den Bau, den Betrieb und die Finanzierung einer energetischen Sanierung. Refinanziert er seine Ausgaben während der Vertragslaufzeit über die gesparten Energiekosten, handelt es sich um das sogenannte Energieeinspar-Contracting. Stellt er eine Heizkostenrechnung, ist es Energieliefer-Contracting.

Auch andere Kommunen können die Dienstleistung Contracting nutzen, um ihre Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen. Nähere Informationen erhalten sie beim Team Contracting der Landesenergieagentur KEA-BW.

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