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Dieser Artikel wurde in der Ausgabe der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Hannover Oberbürgermeister Onay: “Der Fokus auf die Wärmewende ist vor dem Szenario des Klimawandels dringend geboten.”
VKU-Stadtwerkekongress: Kommunale Energieunternehmen zu Gast in Hannover
06.09.2024 – Lesezeit ca. 4 Minuten
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Seit 25 Jahren ist der VKU-Stadtwerkekongress Branchen-Seismograf – nie war er wichtiger als heute: Die kommunalen Energieunternehmen nehmen eine Schlüsselrolle in der Energiewende Deutschlands ein. Sie setzen die Transformation vor Ort um und sorgen für eine sichere Versorgung von Millionen Kundinnen und Kunden. Ab morgen treffen sich deshalb mehr als 700 Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland in Hannover, um beim VKU-Stadtwerkekongress über Herausforderungen und Lösungen der Energie- und Wärmewende zu beraten. Gastgeberin ist in diesem Jahr die enercity AG, eines der größten kommunalen Energieunternehmen Deutschlands.
Bei der Auftakt-Pressekonferenz am 2. September 2024 gaben Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay, enercity-CEO Aurélie Alemany und Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands Kommunaler Unternehmen, folgende Statements:
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay:
„Ich freue mich, dass der Stadtwerkekongress in diesem Jahr in Hannover stattfindet und die anwesenden Fachleute hier über bedeutsame Energiethemen dieser Zeit und der Zukunft beraten. Besonders wichtig ist mir dabei der Fokus auf die Wärmewende. Hier sind wir als Landeshauptstadt Hannover mit Unterstützung unseres kommunalen Energiedienstleisters enercity schon weit. Das ist vor dem Szenario des Klimawandels auch dringend geboten. In diesem Sinn wünsche ich mir von dem VKU-Kongress, dass wir voneinander lernen, um gemeinsam die Herausforderungen zu bewältigen.“
enercity-CEO Aurélie Alemany:
„Vor uns liegt die entscheidende Phase der Energiewende. Und ich bin überzeugt, dass wir als Unternehmen mit kommunalen Wurzeln einen großen Hebel haben, um die Energiewende weiter zu treiben. Dabei kommt es auch auf das gute Zusammenspiel zwischen dem kommunalen Energieunternehmen und der Kommune an. Hannover kann hier als Blaupause dienen: Bei der Wärmewende setzen wir gemeinsam mit der Landeshauptstadt Maßstäbe und sind ein echter Leuchtturm: Der Kohleausstieg befindet sich bereits in der Umsetzung. Dank eines intelligenten Technologiemixes mit ausschließlich erneuerbaren Anlagen ist die Fernwärme bis 2035 vollständig dekarbonisiert. Wir verdoppeln parallel die Länge des Netzes und bieten außerhalb der Fernwärme mit Wärmepumpen und Nahwärmenetzen klimaneutrale Lösungen. Auch bei der Mobilitätswende gehen wir voran: Wir haben Hannover unter den deutschen Großstädten zum Spitzenreiter in Sachen Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität gemacht und bringen unsere Expertise nun auch bundesweit im Rahmen des Deutschlandnetzes ein. Zudem sind wir Frontrunner bei den Erneuerbaren und zählen schon heute zu den größten Wind-Onshore-Betreibern Deutschlands. Der Investitionsbedarf ist allerdings erheblich. Allein enercity plant Milliarden in die Transformation des Energiesystems zu investieren. Ein verlässlicher und kosteneffizienter Investitionsrahmen etwa für den Hochlauf der Erneuerbaren, aber auch die Wärmewende, ist dafür unerlässlich. Wir sind der Überzeugung, dass alles vorhanden ist, was es für die Energiewende braucht. Jetzt geht es darum, die Technologien intelligent in einem digitalen Ökosystem zu vernetzen, damit die Energiewende nicht teurer wird als nötig. Denn: Damit wir die Menschen mitnehmen, brauchen wir transparente und bezahlbare Preise. Die Energiewende funktioniert nur, wenn alle in der Lage sind, mitzumachen."
VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing:
„Hannover zeigt als Paradebeispiel, wie man bei der Wärmewende spürbar vorwärtskommen kann. Auch weil die Zusammenarbeit des kommunalen Versorgers mit der Stadt hervorragend ist. Deshalb ist Hannover genau der richtige Ort für den diesjährigen Stadtwerkekongress. Die kommunale Ebene allein kann es aber nicht richten. Energiepolitisch brauchen wir zeitnahe Entscheidungen zu Gesetzen und Verordnungen, um weiter ins Machen zu kommen. Was die Bundesregierung diesen Herbst nicht aufs Gleis bringt, kommt in dieser Legislaturperiode auch nicht mehr und bremst die Energiewende bis 2026 aus. Stadtwerke brauchen Rechtssicherheit, um Energiewende-Projekte planen und entsprechend investieren zu können. Die aktuelle Ungewissheit hemmt Investitionen. Ein Beispiel ist der 9 Milliarden Euro Kürzungsbedarf im Klima- und Transformationsfonds. Das ist ein Viertel des gesamten Volumens, was den Fonds per se in Frage stellt. Dieser Griff in die Klimakasse verhindert Planungs- und Investitionssicherheit, die wir dringend brauchen. Das betrifft etwa das BEW-Förderprogramm für den Fernwärmeausbau, das schon jetzt hoffnungslos unterfinanziert wird. Und das betrifft auch die Kraftwerksstrategie, mit deren Hilfe neue H2-ready-Gaskraftwerke zur Sicherung der Energieversorgung bei Dunkelflauten gebaut werden sollen. Im Klima- und Transformationsfonds sind zu ihrer Umsetzung nur 250.000 Euro für 2025 und ab dann nicht einmal mehr Verpflichtungsermächtigungen vorgesehen. Dabei wird der Gesamtförderbedarf für die geplanten Kapazitäten auf eine zweistellige Milliardensumme geschätzt. Bei dieser Summe stellen wir uns die Frage, wie ohne gesicherte Finanzierung in den kommenden Jahren Ausschreibungen stattfinden sollen.“
Teilnahmerekord in Hannover
Auf die mehr als 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des VKU-Stadtwerkekongress – ein neuer Teilnahmerekord - wartet im HCC Hannover Congress Centrum ein hochkarätig besetztes Programm: Mit dabei sind Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Stefan Wenzel, Parlamentarischer Staatssekretär Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, sowie hunderte CEOs von Stadtwerken. Weitere Themenschwerpunkte sind Digitalisierung, IT-Sicherheit, Geschäftsmodelle der Zukunft sowie die Verleihung des STADTWERKE AWARDS 2024.
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