Rubrik Energie & Netze

33 Prozent der solarthermischen Großanlagen stehen im Südwesten

Baden-Württemberg auf Platz eins mit 19 solaren Wärmenetzen

28.06.2024 – Lesezeit ca. 2 Minuten 82

Baden-Württemberg auf Platz eins mit 19 solaren Wärmenetzen

Solarthermische Großanlage mit 1.068 Quadratmetern Kollektorfläche in Radolfzell-Liggeringen. (Bild: Solites)

Baden-Württemberg ist bei solarthermisch unterstützten Wärmenetzen bundesweit Spitzenreiter. 19 von insgesamt 58 Wärmenetze mit solarthermischen Anlagen stehen im Südwesten. Das ist ein Drittel aller in ganz Deutschland installierten Systeme. Auf die aktuellen Zahlen des Forschungsinstitutes Solites weist die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) hin. Die Kollektorfläche im südwestlichen Bundesland ist insgesamt über 60.000 Quadratmeter groß und hat eine maximale Leistung von insgesamt 42 Megawatt. Die Anlagen speisen die Wärme der Sonnenstrahlen in Wärmenetze ein – etwa in Stuttgart, Ulm oder Friedrichshafen. Mit den in Bau und Planung befindlichen Anlagen könnte sich die installierte Leistung in Baden-Württemberg bis Ende 2025 verdoppeln. Ein wichtiger Grund für den hiesigen Erfolg: Erste solare Wärmenetze wurden bereits Anfang der 2000er-Jahre errichtet. Den jüngsten Schub brachte die kommunale Wärmeplanung, die im Südwesten bereits seit 2020 für große Kommunen Pflicht ist.

Solar unterstützte Wärmenetze versorgen Wohngebiete mit Wärme für die Heizung oder liefern Prozesswärme für die Industrie. Der solare Anteil beträgt oft 50 Prozent und mehr. Die größte solarthermische Anlage im Land steht in Ludwigsburg. Sie wurde 2020 in Betrieb genommen und ist mit knapp 15.000 Quadratmetern Fläche die drittgrößte ihrer Art in Deutschland. Vielfach werden solare Wärmenetze mit Biogasanlagen oder Holzheizwerken sowie großen Warmwasserspeichern kombiniert. Scheint die Sonne nicht oder nur wenig, gleichen die anderen Erzeuger und der Speicher die geringeren solaren Erträge aus.

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Bald unterstützen über 70 große solarthermische Anlagen Wärmenetze

Stand Mai 2024 sind bundesweit 58 große Solarthermieanlagen mit gut 163.000 Quadratmetern Kollektorfläche an Wärmenetze angeschlossen. Die installierte Leistung beträgt 114 Megawatt. Bis Ende des nächsten Jahres sollen noch einmal 13 weitere Großanlagen mit einer Leistung von insgesamt 107 Megawatt hinzukommen. Davon werden sieben mit insgesamt rund 43 Megawatt Leistung im Südwesten stehen, das ist rund die Hälfte: Sie werden die installierte Leistung in Baden-Württemberg verdoppeln.

Der Grund für den Erfolg im Südwesten: Seit den frühen 2000er-Jahren haben Forschungsinstitute wie Solites, Hersteller und innovative Wärmenetzbetreiber die Nutzung der Technologie vorangetrieben. Die jeweiligen Landesregierungen haben die Projekte massiv gefördert. Eine weitere Triebfeder ist die kommunale Wärmeplanung im Südwesten, die bereits seit 2020 für die 104 größten Kommunen Pflicht ist. Die kommunale Wärmeplanung wird dazu führen, dass der Wärmenetzanteil wachsen wird – das beflügelt auch die Solarthermie.

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