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Klaus Franken, CEO der Catella Project Management zu aktuellen Themen der Immobilienbranche
16.03.2023 – Lesezeit ca. 2 Minuten
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Statt der üblichen Party- herrscht dieses Jahr Katerstimmung auf der wichtigsten europäischen Immobilienmesse. Wunden werden geleckt und wenn selbst Dreißigjährige die „guten, alten Zeiten“ nachtrauern, weiß man es läuft etwas falsch in dieser erfolgsverwöhnten Branche. Zu lange und intensiv wurde vom süßen Gift des billigen Geldes genascht, um nun klaren Blickes den Realitäten ins Auge zu schauen und entsprechend zu handeln.
Wer besonders viel von der Droge konsumiert hat, also mit kaum Eigenkapital das große Rad drehen wollte, hat nun natürlich die größten Schmerzen. Das Wehklagen ist entsprechend laut. Abhängige hoffen immer noch auf Besserung. Beim Entzug tritt Besserung aber erst ein, wenn das eigene Bewusstsein bereit dafür ist. Viele Klagen „über den Markt“ lassen vermuten, dass die eigene kritische Überprüfung noch nicht hinreichend erfolgt ist.
Ja, es gibt radikale Veränderung, die Zinsen haben sich in kürzester Zeit vervielfacht, Bewertungen und Kalkulationen sind jetzt eben von gestern, es gibt und wird weitere Notfälle geben und doch ist das Teil eines ganz natürlichen Heilungsprozesses, der Markt funktioniert. Schmerzen gehören dazu, aber eben auch Anerkennung der Realität.
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Bei genauer Betrachtung ist die Realität gar nicht so schrecklich. Neben den auf der Messe viel zelebrierten Unsicherheiten z.B. zur Zinsentwicklung (die es in früheren Jahrzehnten durchaus auch gegeben hat, als die Droge noch nicht den klaren Blick verstellt hat) gibt es eine Reihe von Gewissheiten, auf denen sich aufbauen lässt.
Vollbeschäftigung bleibt uns erhalten, im Gegenteil 7 Mio. Erwerbstätige werden bis 2030 fehlen. Kaufkraft ist also absehbar gegeben, d.h. die Mieten werden weiter gezahlt. Der Mangel an zukunftsfähigen Produkten lässt die Mieten sogar kräftig steigen. Darauf lässt sich ein solides Investment gründen.
Ja, Transaktionen sind derzeit Mangelware, aber wer immer nur auf den Exit geschielt hat, bediente sich ebenfalls einer nur scheinbar süßen Droge. Ja, es wird massive, schmerzhafte Wertberichtigungen geben, dort wo vom süßen Gift benebelt nicht zukunftsfähige Produkte zu hoch bewertet wurden. Ja, es gibt sie bereits, die Gelegenheiten auf Basis der neuen Realität gute Geschäfte aufzusetzen. Das erfordert Knowhow, Tatkraft und Kapitalstärke - Tugenden, die in den letzten Jahren weniger bedeutend erschienen. Es ist wie mit der Baustelle auf der Croisette im feinen Cannes, wo die MIPIM traditionell gastiert. Das ist mit Dreck und Lärm verbunden, aber die schweißtreibende Baustelle ist die Botschafterin des Schönen und Neuen. Krempeln wir die Ärmel hoch und packen es an!
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