Rubrik Energie & Netze

VKU-Pressemitteilung: Fernwärmepreise bleiben stabil

Transparenzplattform deckt inzwischen mehr als die Hälfte des deutschen Fernwärmemarktes ab

24.07.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 342

Die Fernwärme ist eine preisstabile und verlässliche Heizenergie. Das zeigt der aktuelle Halbjahresbericht der Preistransparenzplattform Fernwärme zum Stichtag 1. April 2026. Die Daten von inzwischen 710 Teilnetzen belegen: Die Fernwärmepreise bewegen sich seit 2023 auf einem stabilen Niveau von durchschnittlich rund 16 Cent pro Kilowattstunde (brutto), während zugleich die Transparenz am Markt weiter zunimmt und die Dekarbonisierung der Wärmenetze voranschreitet.
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Fernwärmekundinnen und -kunden von einer hohen Preisstabilität profitieren. Anders als bei einzelnen Brennstoffen schlagen kurzfristige Preisschocks nicht unmittelbar auf die Wärmerechnung durch. Das schafft Planbarkeit für Verbraucherinnen und Verbraucher und die Wohnungswirtschaft“, sagt der stellvertretende VKU-Hauptgeschäftsführer Kai Lobo.

Transparenzplattform etabliertes Instrument zur Verbraucherinformation

Die von AGFW, BDEW und VKU getragene Preistransparenzplattform hat ihre Marktbedeutung weiter ausgebaut. Mit 710 erfassten Teilnetzen werden inzwischen mehr als 50 Prozent des deutschen Fernwärmeabsatzes repräsentiert. Zudem bildet die Plattform inzwischen knapp 27.000 Kilometer Fernwärmenetz und einen Wärmeabsatz von rund 61.500 Gigawattstunden ab.

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„Die hohe Beteiligung zeigt, dass die Branche Transparenz lebt. Kundinnen und Kunden erhalten einen immer umfassenderen Überblick über Preise, Versorgungsstrukturen und den Fortschritt der Wärmewende“, so Lobo.

Preise bleiben auf stabilem Niveau

Nach dem starken Anstieg infolge der Energiekrise 2022/2033 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine haben sich die Fernwärmepreise stabilisiert. Für den typisierten Abnahmefall eines Mehrfamilienhauses mit 160 Kilowatt Anschlussleistung lag der durchschnittliche Fernwärmepreis zum Stichtag 1. April 2026 bei 15,6 Cent pro Kilowattstunde (brutto). Bereits zum gleichen Stichtag im Vorjahr waren es 15,6 Cent pro Kilowattstunde.
Gleichzeitig zeigt die Auswertung, dass die große Mehrheit der Fernwärmekunden von ähnlichen Preisniveaus profitiert: Für nahezu den gesamten erfassten Wärmeabsatz liegen die Preise zwischen 12,5 und 17,5 Cent pro Kilowattstunde. Ausreißer betreffen lediglich einen kleinen Teil des Marktes. Fernwärme ist ein sehr lokales Produkt, so dass die Preise auch abhängig sind von dem Anteil und den Kosten lokal verfügbarer Energieträger, wie Abwärme und Biomasse.

Planbarkeit durch feste Preisanpassungszyklen

Ein wesentlicher Grund für die vergleichsweise hohe Preisstabilität liegt in den festen Anpassungsmechanismen der Fernwärmeversorgung. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen passen ihre Preise lediglich einmal pro Jahr an. Die meisten Preisanpassungen erfolgen jeweils zum Jahresbeginn im Januar. Unterjährige Änderungen betreffen nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Kundinnen und Kunden.

Dadurch werden kurzfristige Schwankungen an den Energiemärkten nicht unmittelbar weitergegeben. Preisentwicklungen kommen zumeist zeitversetzt und schrittweise bei den Kundinnen und Kunden an und sind somit für diese besser planbar.

Fernwärme wird sukzessive klimafreundlicher

Auch beim Umbau hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung macht die Branche Fortschritte. Bereits 29 Prozent der auf der Plattform erfassten Fernwärmeerzeugung stammen aus klimafreundlichen Quellen. Zudem erfüllen bereits 314 der 710 gemeldeten Wärmenetze die gesetzlichen Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes für das Jahr 2030 und decken mindestens 30 Prozent ihrer Wärmeerzeugung durch klimafreundliche Energieträger.

„Die Wärmewende findet vor Ort statt. Die kommunalen Unternehmen investieren kontinuierlich in erneuerbare Wärme, unvermeidbare Abwärme und moderne Wärmenetze. Wer heute an ein Fernwärmenetz angeschlossen ist, profitiert nicht nur von einer sicheren Versorgung, sondern auch vom schrittweisen Übergang zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung“, hebt Lobo die Vorteile der Fernwärmeversorgung hervor.

„Damit der Fernwärmeausbau auch zukünftig eine tragende Säule der klimaneutralen Wärmewende ist, muss die Bundesregierung nun zügig die Weichen stellen und ein umfangreiches Wärmepaket auf den Weg bringen. Für den Ausbau der Fernwärme braucht es zum einen endlich eine angemessene Anschubfinanzierung, indem die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) von 1,4 Milliarden auf die notwendigen 3,5 Milliarden Euro pro Jahr angehoben und gesetzlich verankert wird. Zum anderen braucht es ein ganzes Wärmepaket aus Novellen der AVBFernwärme-Verordnung, Wärmelieferverordnung und Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, damit der Ausbau zügig voran geht und Fernwärme auch in Zukunft bezahlbar bleibt“, fordert Kai Lobo.

Über die Preistransparenzplattform Fernwärme

Die Preistransparenzplattform Fernwärme1 ist eine gemeinsame Initiative von AGFW, BDEW und VKU. Sie ermöglicht Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie der Wohnungswirtschaft einen transparenten Überblick über Fernwärmepreise, Preisentwicklungen und die Struktur der Wärmeerzeugung in Deutschland.

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