Visualisierung des innovativen Wärmenetzes mit energieeffizienten Gebäuden, solarer Energieversorgung und intelligenter Infrastruktur zur nachhaltigen Wärmeverteilung im Kontext des Lagarde-Quartiers. (Bild: Stadtwerke Bamberg)
Wie eine klimaneutrale und zugleich wirtschaftliche Wärmeversorgung in der Praxis gelingt, zeigt der Lagarde Campus in Bamberg. Auf der Konversionsfläche entsteht ein sektorenübergreifendes Energieversorgungssystem mit
Modellcharakter für urbane Quartiere. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP und das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE, beide Mitglieder der Fraunhofer-Allianz Energie und Projektpartner
vor Ort, entwickeln dort gemeinsam innovative Ansätze für die Wärmeversorgung der Zukunft. Das Fraunhofer IBP präsentiert diese und weitere Lösungsansätze auf dem Branchentag »Wärmewende« und gibt gemeinsam
mit Partnern Einblicke in die Transformation der Wärmeversorgung im süddeutschen Raum.
Im Teilquartier Lagarde-West realisieren die Stadtwerke Bamberg gemeinsam mit Partnern ein innovatives Konzept aus kaltem Wärmenetz, dezentralen Wärmepumpen und erneuerbaren Quellen. Abwasserwärme und oberflächennahe Geothermie bilden die Basis, ergänzt durch ein Nahwärmenetz für Bestandsgebäude. Die Kopplung von Strom- und Wärmesektor – durch Photovoltaik und zwei Blockheizkraftwerke – ermöglicht einen flexiblen Betrieb. Digitale Energiemanagementsysteme und KI-basierte Prognosen sorgen für eine vorausschauende Steuerung und optimieren den Betrieb hinsichtlich Kosten und CO₂-Emissionen.
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"Der Lagarde Campus zeigt exemplarisch, wie eine integrierte, sektorenübergreifende Energieversorgung im Quartier heute bereits technisch und wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aus erneuerbaren Wärmequellen, intelligenten Netzen und einer vorausschauenden, digitalen Betriebsführung. So lassen sich CO₂- Emissionen deutlich senken und gleichzeitig Versorgungssicherheit sowie Systemflexibilität erhöhen", erklärt Jan Kaiser vom Fraunhofer IBP.
Die lokale Wärmewende als Hebel für das Erreichen der Klimaziele
Die Relevanz solcher Lösungen reicht weit über einzelne Quartiere hinaus: Die Wärmewende gilt als zentraler Hebel für das Erreichen der Klimaziele in Deutschland. Prof. Dr. Peter Bretschneider, Institutsleiter des Fraunhofer IOSB-AST und stellvertretender Sprecher der Fraunhofer-Allianz Energie, betont: "Die Transformation der Wärmeversorgung ist essenziell für eine nachhaltige Energiezukunft. Nur durch das intelligente Zusammenspiel von Technologien, Infrastrukturen und Akteuren kann sie effizient und wirtschaftlich umgesetzt werden."
Verlegung von Erdkollektoren im Rahmen der nachhaltigen Wärmeversorgung des Lagarde-Quartiers in Bamberg. (Bild: Stadtwerke Bamberg)
Branchentag "Wärmewende – intelligent, integriert und zukunftssicher"
Wie diese Transformation konkret gestaltet werden kann, steht im Fokus des Branchentags "Wärmewende – intelligent, integriert und zukunftssicher. Innovative Lösungen für den süddeutschen Raum" am 01. Dezember 2026 am Fraunhofer IZS in Stuttgart.
Auf dem Programm stehen unter anderem digitale Werkzeuge zur Planung und zum Betrieb sektorengekoppelter Wärmenetze, der Einsatz von Großwärmepumpen sowie die Nutzung industrieller Abwärme für die Fernwärmeversorgung. Praxisbeispiele wie der Lagarde Campus werden dabei ebenso vorgestellt wie strategische Ansätze für die kommunale Wärmeplanung. In interaktiven Formaten kommen Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ins Gespräch und arbeiten an konkreten, lokal zugeschnittenen Lösungsansätzen.
Fraunhofer Match: Der effiziente Zugang zu innovativen Lösungen
Mit über 2.000 Forschenden in 20 Instituten bündelt die Fraunhofer-Allianz Energie ihre Kompetenzen entlang zentraler Themen wie Digitalisierung & KI, Erneuerbare Energien, Energiesystemanalysen und -speichertechnologien sowie Energieeffizienztechnologien und Komponenten für Gebäude, Quartiere und Städte. Ziel ist es, integrierte Lösungen zu entwickeln und den Transfer in die Praxis zu beschleunigen.
Einen direkten Zugang zu dieser Expertise bietet die Plattform Fraunhofer Match1. Über das kostenlose Tool finden Unternehmen, Kommunen und Energieversorger schnell den passenden Forschungspartner innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft und können Innovationsprojekte effizient anstoßen.
Ausblick: Beispiele wie der Lagarde Campus machen deutlich, wie sich innovative Quartierslösungen in realen Versorgungsstrukturen umsetzen lassen. Der Branchentag der FraunhoferAllianz Energie greift diese Erfahrungen auf, ordnet sie in den größeren Kontext der Wärmewende ein und eröffnet Akteuren aus Praxis und Forschung konkrete Anknüpfungspunkte für die Weiterentwicklung eigener Projekte. Fraunhofer Match bietet an dieser Stelle den direkten und niederschwelligen Zugang zur anwendungsorientierten Forschung.
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