Rubrik Energie & Netze

Bohrplatzbesichtigung, Marktdaten und Networking: Das Branchentreffen macht Station in Nordrhein-Westfalen

Praxisforum Tiefengeothermie on Tour: zu Gast bei der Forschungsbohrung Köln-Dellbrück

13.07.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 316

Praxisforum Tiefengeothermie on Tour: zu Gast bei der Forschungsbohrung Köln-Dellbrück

Bohrplatzführung beim Praxisforum Tiefengeothermie on Tour in Köln-Dellbrück (Bild: Enerchange)

Bevor sich die Tiefengeothermie-Branche im Oktober im bayerischen Pullach trifft, hat das Praxisforum Tiefengeothermie bereits im Sommer eine Begegnung in NRW ermöglicht: Am 7. Juli 2026 besuchten Vertreterinnen und Vertreter von Stadtwerken, Sponsoren, Ausstellende und Referierende gemeinsam den Bohrplatz der Forschungsbohrung Köln-Dellbrück. Die Exkursion verband fachliche Einblicke in ein laufendes Bohrprojekt mit der Vorausschau auf zentrale Themen des Kongresses im Oktober.

Best-Practice aus Nordrhein-Westfalen

Ingo Schäfer vom Geologischen Dienst NRW präsentierte der Gruppe das Explorations- und Bohrprogramm, das der Geologische Dienst im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Masterplans Geothermie NRW umsetzt. Die Forschungsbohrung Köln-Dellbrück ist Teil eines umfassenden Programms, um den Untergrund Nordrhein-Westfalens auf sein geothermisches Potenzial hin zu erkunden – und damit eine belastbare Datengrundlage für künftige Projekte von Kommunen und Stadtwerken zu schaffen.

Schäfer wird das Bohr- und Explorationsprogramm mit Umsetzung und Effekten im Oktober als Keynote-Referent beim Praxisforum Tiefengeothermie vorstellen. Die Veranstaltung in Köln-Dellbrück gab den Teilnehmenden bereits einen ersten, konkreten Einblick in die wegweisende Unterstützung, mit der das Land NRW den Umbau der Wärmeversorgung auf regionale und preisstabile Geothermie vorantreiben will.

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Marktdaten aus Bayern machen neugierig auf den Kongresstag

Dr. Jochen Schneider, Veranstalter des Praxisforums Tiefengeothermie, stellte bei dem Treffen den Stadtwerke- und Branchenvertretern die aktuelle Marktanalyse und Betreiberumfrage zu Geothermieanlagen in Bayern vor. Die Marktanalyse ist auf dem Informationsportal Tiefegeothermie1 zu finden, die Ergebnisse der Betreiberumfrage für 2025 werden im Oktober auf dem Praxisforum präsentiert.

„Die politischen Rahmenbedingungen für Geothermie haben sich in den vergangenen Monaten deutlich verbessert“, sagt Dr. Jochen Schneider. „Das Geothermie-Beschleunigungsgesetz, der KfW-Förderkredit und die Explorationsinitiative haben gemeinsam das Potenzial einen Schub in der Branche auszulösen. Hinzu kommen noch die regionalen Programme, wie das Förderprogramm von progress.NRW. In Bayern mit seinen günstigen geologischen Gegebenheiten trägt die Geothermie seit über 20 Jahren zur Wärmeversorgung bei.“ Die Umfrage unter Betreiberinnen und Betreibern bayerischer Geothermieanlagen zeige jedes Jahr beim Praxisforum Tiefengeothermie, wie sich die Branche stetig weiterentwickle. „Wir freuen uns schon wieder sehr auf die Verleihung der Geothermischen Energiepreise im Herbst für die effizientesten Anlagen des Jahres 2025.“

Neue Projekte und Herausforderungen beim Bohren

Beim Kongresstag am 15. Oktober 2026 in Pullach im Isartal werden sich wieder neue Projekte aus verschiedenen Regionen Deutschlands vorstellen. „Es ist bemerkenswert, wie viele Kommunen und Stadtwerke inzwischen konkret in die Planung eingestiegen sind“, sagt Dr. Jochen Schneider. „Das ist kein Trend mehr, das ist eine Bewegung.“

Gleichzeitig bleibt der Blick realistisch. Technische Herausforderungen beim Bohren – von geologischen Unwägbarkeiten bis hin zu Fragen der Kostenentwicklung – sind nach wie vor ein zentrales Thema der Branche. „Wir sind gespannt auf den Austausch zur Lernkurve bei Bohrverfahren“, betont Schneider. „Auch zum Thema Kostenreduktion werden wir Präsentationen über verschiedene Ansätze hören.“

Bohrplatzführung und Networking beim Drill & Grill

Den Abschluss des Tages in Köln-Dellbrück bildete eine Führung über den Bohrplatz, bei der die Teilnehmenden die laufende Forschungsbohrung aus nächster Nähe erleben konnten. Im Anschluss folgte unter dem Motto „Drill & Grill“ mit Gelegenheit zum Networking in entspanntem Rahmen.

Das Treffen verdeutlichte einmal mehr, was das Praxisforum Tiefengeothermie auszeichnet: der direkte Kontakt zwischen Menschen, die Projekte umsetzen, und jenen, die sie finanzieren, planen, genehmigen oder begleiten. „Wie wichtig direkte Kontakte sind, zeigt sich zum Beispiel auch, wenn man betrachtet, was sich gerade in NRW entwickelt“, sagt Dr. Jochen Schneider. „Hier gibt es inzwischen zahlreiche Stadtwerke, die die hydrothermale Tiefengeothermie erschließen und nutzen wollen.“

Verstärkter Blick auf andere Regionen Deutschlands

Zugleich gewinnt die Tiefengeothermie auch in anderen Bundesländern zunehmend an Bedeutung. Ehrgeizige Förderprogramme, politische Initiativen und spannende Projekte machen in der gesamten Bundesrepublik auf sich aufmerksam. „Schon immer hat das Praxisforum über den Tellerrand hinausgeblickt“, sagt Dr. Jochen Schneider mit Verweis auf die Fachvorträge der vergangenen Jahre. „Auch in den kommenden Jahren werden wir die Entwicklungen aus anderen Regionen Deutschlands und auch aus dem benachbarten Ausland mit Interesse aufgreifen und in den fachlichen Austausch integrieren.“

Praxisforum Tiefengeothermie: 14. bis 16. Oktober 2026 in Pullach im Isartal

Das Praxisforum Tiefengeothermie findet vom 14. bis 16. Oktober 2026 im Bürgerhaus in Pullach im Isartal statt. Der Kongresstag am Donnerstag, 15. Oktober 2026, steht im Mittelpunkt der Veranstaltung. Eröffnet wird das Praxisforum am Mittwoch, 14. Oktober 2026, mit dem Berufsforum und zwei Workshops. Den Abschluss bildet am Freitag, 16. Oktober 2026, die GeoTHOUR zu aktuellen Vorzeigeprojekten. Tickets sind im Komplettpaket oder einzeln erhältlich. Anmeldungen sind möglich unter praxisforum-tiefengeothermie.de . Bis zum 31. Juli 2026 gelten vergünstigte Preise.

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