Rubrik Energie & Netze

Kompaktere Bauweise und optimierte Schallwerte für den Mehrfamilienhausbestand

Energy Unit 2.0: Modulare Wärmepumpenlösung für die serielle Wärmewende

27.02.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 278

Energy Unit 2.0: Modulare Wärmepumpenlösung für die serielle Wärmewende

Die erste Energy Unit 2.0 mit sechsstufiger Wärmepumpen-Kaskade versorgt als modulare Heizzentrale zwei Mehrfamilienhäuser aus dem Baujahr 1967 im Dortmunder Süden.

Mit der Energy Unit 2.0 treibt Vaillant gemeinsam mit dem Anlagenbauer Alois Müller die Wärmewende im Mehrfamilienhausbestand voran. Die weiterentwickelte, modular aufgebaute Wärmepumpen-Heizzentrale wurde jetzt erstmals in der XL-Variante in einem Renovierungsprojekt der DOGEWO21 – Dortmunder Gesellschaft für Wohnen – erfolgreich in Betrieb genommen. Sie ist mit einer sechsstufigen Wärmepumpenkaskade ausgestattet und erreicht eine Gesamtleistung von rund 80 kW. Damit zeigt das Projekt, wie sich serielle Heizungssanierung, hohe Effizienz und begrenzte Platzverhältnisse im Bestand wirtschaftlich miteinander verbinden lassen.

Die beiden Mehrfamilienhäuser aus dem Baujahr 1967 umfassen jeweils zehn Wohneinheiten mit rund 720 Quadratmetern Wohnfläche pro Gebäude. Die bisherige Wärmeversorgung erfolgte über gasbasierte Zentralheiztechnik. Nach dem Ausfall eines Wärmeerzeugers und aufgrund des beengten Technikraums entschied sich DOGEWO21 bewusst für eine nachhaltige und schnell realisierbare Wärmepumpen-Lösung: die Energy Unit 2.0. Das modular aufgebaute „Plug and Heat“-System wird industriell vorgefertigt, anschlussfertig geliefert und außen aufgestellt. Dadurch reduziert sich der Installationsaufwand im Gebäude deutlich.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

„Für die Wärmewende im Mehrfamilienhaussegment brauchen wir wirtschaftlich tragfähige Konzepte, die sich schnell und einfach umsetzen lassen – vor allem im Bestandsbau und ohne Eingriffe in die Wohnbereiche“, erläutert Thorsten Baude, Key Account-Manager Wohnungswirtschaft bei Vaillant.

Fokus auf Kompaktheit und Schalloptimierung

Die Energy Unit 2.0 basiert auf einem zweiteiligen Konzept aus Hydraulikmodul mit voll-ständig integrierter Hydraulik-, Speicher- und Regelungstechnik sowie einem variablen Wärmepumpenmodul. Vier Baugrößen (S, M, L und XL) mit zwei bis sechs Vaillant Wärmepumpen decken einen Leistungsbereich bis zu rund 80 kW ab. Diese skalierbare Leistungsstruktur ermöglicht eine wirtschaftliche und übertragbare Dimensionierung für unterschiedliche Bestandsgebäude.

Gegenüber dem Vorgängermodell ist die Energy Unit 2.0 kompakter ausgeführt und akustisch weiter optimiert. Durch die innenliegende Anordnung der Wärmepumpen und die schallentkoppelte Einhausung liegt der maximale Schallleistungspegel in der Dortmunder Standardausführung bei 64,2 dB(A) im Tagbetrieb. Zusätzlich kann die Energy Unit mit schalldämpfenden Wetterschutzgittern ausgestattet werden. Dadurch sind deutlich reduzierte Abstände zur Wohnbebauung möglich. Eine moderne Holzfassade und Stahlelemente sowie eine optionale Dachbegrünung ermöglichen zudem eine dezente Integration in die Quartiere.

Technisches Herzstück der Energy Unit 2.0 in der XL-Variante ist eine sechsstufige Kaskade aus Luft/Wasser-Wärmepumpen Vaillant aroTHERM plus VWL 125/8.1 mit dem natürlichen Kältemittel R290. Zwei Pufferspeicher vom Typ allSTOR plus mit je 800 Litern sowie das elektrische Zusatzheizgerät eloBLOCK VE 14 gewährleisten einen stabilen und effizienten Betrieb auch bei niedrigen Außentemperaturen. Die erwartete Jahresarbeitszahl liegt bei mindestens 3,5.

„Mit der Energy Unit 2.0 verbinden wir industrielle Vorfertigung mit der Systemtechnik von Vaillant für eine durchgängige Lösung aus einer Hand“, so Markus Schramm, Geschäftsführer von Alois Müller. „So entstehen skalierbare Systeme mit klaren Prozessen und hoher Ausführungsqualität“.

Beitrag zur Dekarbonisierungsstrategie von DOGEWO21

Durch den Umstieg von gasbasierter Wärmeversorgung auf das Wärmepumpensystem der Energy Unit 2.0 konnte eine CO₂-Reduktion von 20,5 Tonnen pro Jahr erzielt werden. Gleichzeitig verbessert sich die Energieeffizienzklasse der Gebäude von F auf B. „Das Projekt leistet einen wertvollen Beitrag zur Erreichung unserer Klimaziele und unterstützt die langfristige Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens“, so Samuel Šerifi, Sprecher der Geschäftsführung bei DOGEWO21.

Mit der XL-Premiere in Dortmund zeigen Vaillant und Alois Müller, wie sich die serielle Wärmewende im Mehrfamilienhausbestand technisch, wirtschaftlich und praxisgerecht umsetzen lässt.

Wärmewende im Quartier
Wärmewende im Quartier

Wie eine klimaneutrale und zugleich wirtschaftliche Wärmeversorgung in der Praxis gelingt, zeigt der Lagarde Campus in Bamberg. Auf der Konversionsfläche entste[...]

23.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Energiesicherheit in der Kommune auf dem Prüfstand
Energiesicherheit in der Kommune auf dem Prüfstand

Der Anschlag auf das Stromnetz im Januar 2026 war ein Weckruf für Berlin und andere Städte neue Vorsorge- und Sicherheitskonzepte umzusetzen. Berlin reagiert mi[...]

15.07.2026, Lesezeit ca. 7 Minuten

energie
Praxisforum Tiefengeothermie on Tour: zu Gast bei der Forschungsbohrung Köln-Dellbrück
Praxisforum Tiefengeothermie on Tour: zu Gast bei der Forschungsbohrung Köln-Dellbrück

Bevor sich die Tiefengeothermie-Branche im Oktober im bayerischen Pullach trifft, hat das Praxisforum Tiefengeothermie bereits im Sommer eine Begegnung in NRW e[...]

13.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Der „Zuordnungs-Monitor“ hilft Energielieferanten den 24-Stunden-Lieferantenwechsel ohne Frust zu bewältigen

Seit der Einführung des 24-Stunden-Lieferantenwechsels haben sich die Bedingungen in der Versorgungswirtschaft radikal verändert. Früher hatte man Tage, um fehl[...]

10.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
Neue Studie zum Heizungsgesetz: Die Bio-Treppe führt ins Nichts
Neue Studie zum Heizungsgesetz: Die Bio-Treppe führt ins Nichts

Eine neue Studie des Fraunhofer IFAM im Auftrag des Umweltinstitut München und von GasWende dokumentiert, dass die im neuen Heizungsgesetz vorgesehene Nutzung v[...]

09.07.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Resilienz stärken: Projekte für Extreme von Dürre bis Hochwasser
Resilienz stärken: Projekte für Extreme von Dürre bis Hochwasser

Nach einer Frühjahrsdürre in 2025 ist bislang auch das Wasserwirtschaftsjahr 2026 viel zu trocken. Dem gegenüber stehen Starkregenereignisse und allen voran das[...]

07.07.2026, Lesezeit ca. 7 Minuten

energie
27 Prozent weniger Energieverbrauch: Stadt Wolfsburg optimiert Wärmemanagement in Schulen
27 Prozent weniger Energieverbrauch: Stadt Wolfsburg optimiert Wärmemanagement in Schulen

Stadt Wolfsburg setzt auf intelligente Thermostate, um Energieverbrauch in Schulen zu senken Bonus: hydraulischer Abgleich digital und ohne weiteren Aufwand durchgeführt

03.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
VKU-Umfrage: Drei von vier Stadtwerken sehen Netzausbau finanziell gefährdet

Für viele Stadtwerke wird die Finanzierung des Stromnetzausbaus zunehmend zur Herausforderung. Das zeigt eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU):[...]

01.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
„Solarrock“ toppt Gefälledach- und Wärmedämmung
„Solarrock“ toppt Gefälledach- und Wärmedämmung

Die Dächer der neuen Sport- und Mehrzweckhalle ebenso wie der Mensa des Schulzentrums Nord im rheinischen Niederkassel-Lülsdorf wurden begrünt und mit großen PV[...]

01.07.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

energie
Hybridkraftwerk Parndorf verbindet Wind- und Solarenergie mit Landwirtschaft und Biodiversität
Hybridkraftwerk Parndorf verbindet Wind- und Solarenergie mit Landwirtschaft und Biodiversität

Das Hybridkraftwerk Parndorf ist am Netz: Am vergangenen Samstag wurde die an den bestehenden Windpark angebundene Photovoltaikanlage im Burgenland feierlich in[...]

25.06.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie

Weitere Artikel in dieser Rubrik