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VKU-Umfrage: Drei von vier Stadtwerken sehen Netzausbau finanziell gefährdet
01.07.2026 – Lesezeit ca. 2 Minuten
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Für viele Stadtwerke wird die Finanzierung des Stromnetzausbaus zunehmend zur Herausforderung. Das zeigt eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU): 75 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre Finanzierungskraft als angespannt oder kritisch. „Ohne bessere Rahmenbedingungen droht der Netzausbau zum Nadelöhr der Energiewende zu werden“, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Nur 9 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Finanzierungskraft als gut oder sehr gut.
Die Verteilnetze müssen in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut werden, um erneuerbare Energien, Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur und neue industrielle Anwendungen zuverlässig anzuschließen. Investitions- und Finanzierungsbedingungen zählen laut Umfrage zu den größten Herausforderungen, neben regulatorischen Unsicherheiten und der Entwicklung der Netzentgelte.
Viele Unternehmen sehen den Regulierungsrahmen kritisch: 74 Prozent halten ihn nicht für investitionsfördernd. „Die Bundesnetzagentur muss den Netzbetreibern ausreichend Spielraum geben, um die notwendigen Milliardeninvestitionen zu refinanzieren“, forderte Liebing.
Außerdem brauche es eine bessere Eigenkapitalausstattung der Netzbetreiber, verlässliche regulatorische Vorgaben und eine schnelle Umsetzung der geplanten Beschleunigungen im Netzbereich.
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Mit Blick auf die Energiepolitik warnte der Verband vor weiteren Verzögerungen bei EEG-Novelle und Netzpaket. „Jede weitere Woche erhöht das Risiko, dass zentrale Reformen in diesem Jahr nicht mehr abgeschlossen werden“, sagte Liebing. Beide Vorhaben seien entscheidend, um den Ausbau erneuerbarer Energien besser mit dem Netzausbau zu verzahnen.
Beim sogenannten Redispatch, dem kurzfristigen Ausgleich von Netzengpässen, kommen die Unternehmen laut Umfrage voran. 62 Prozent sehen ihre Prozesse als stabil oder funktionsfähig, 32 Prozent befinden sich noch im Aufbau. Der VKU kritisierte allerdings, dass ein geplanter Redispatch-Vorbehalt über Monate für Unsicherheit gesorgt habe. Dieser hätte vorgesehen, dass neue Ökostromanlagen bei Abregelungen auf Entschädigungen verzichten müssen. „Wer Investitionen beschleunigen will, darf keine zusätzlichen, kaum kalkulierbaren Risiken schaffen“, so Liebing.
Für Bürgerinnen und Bürger stehen laut Umfrage vor allem stabile Strompreise und eine sichere Versorgung im Vordergrund. 92 Prozent halten stabile Preise für wichtig, 95 Prozent die Versorgungssicherheit. Auch schnelle Netzanschlüsse gewinnen an Bedeutung.
Um Strom bezahlbar zu halten, sehen die Unternehmen vor allem Reformbedarf bei den Netzentgelten, eine Senkung der Stromsteuer für alle sowie einen schnelleren Ausbau von Speichertechnologien.
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