Rubrik Energie & Netze

Hintergrundpapier analysiert Wärmewende in den Bundesländern

12.12.2025 – Lesezeit ca. 2 Minuten 203

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung liegt bundesweit bei 18,1 Prozent. Die Wärmewende verläuft regional jedoch sehr unterschiedlich. Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) analysiert in einem neuen Hintergrundpapier den Status quo und die Entwicklung der Wärmeversorgung in den Bundesländern.

Vorreiter bei der Kommunalen Wärmeplanung ist Baden-Württemberg, wo Wärmepläne in den Städten und Gemeinden schon seit 2020 verpflichtend sind: Bereits 26 Prozent der Kommunen verfügen hier über einen Wärmeplan. Im nächstplatzierten Flächenland Nordrhein-Westfalen sind es zwölf Prozent. Das Land mit der größten Anzahl an Kommunen, in denen Wärmepläne erstellt werden müssen, ist Rheinland-Pfalz. Hier haben sieben Prozent der Städte und Gemeinden ihre Wärmeplanung abgeschlossen, was genau dem Bundesdurchschnitt entspricht.

Der Bund gibt als Zieljahr 2045 für treibhausgasneutrale Wärme vor. Drei Viertel der Kommunen setzen ambitioniertere Ziele und streben 2040 Klimaneutralität an. Sieben Prozent wollen diese Zielmarke bereits im Jahr 2035 erreichen. Wärmenetze decken nach Angaben der Pläne aktuell einen Anteil des Wärmebedarfs von durchschnittlich neun Prozent. Dieser soll auf 37 Prozent steigen.

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Die Möglichkeiten der Bundesländer, die Wärmewende voranzutreiben, variieren stark und hängen von geografischen, geologischen und sozioökonomischen Bedingungen ab. Biomasse hat den größten Anteil an erneuerbarer Fernwärme, weshalb Länder mit viel Landwirtschaft und Waldflächen vorne liegen. Bayern erzeugte 2022 mit 5,4 Milliarden Kilowattstunden bundesweit die meiste Fernwärme aus Erneuerbaren Energien, gestützt durch große Geothermie-Kapazitäten (385 von 408 Megawatt deutschlandweit), was anteilig 33,7 Prozent ausmacht. Dahinter folgen Baden-Württemberg (27,2 Prozent) und Rheinland-Pfalz (26,7 Prozent).

Die Wärmepumpe war 2024 das beliebteste Heizsystem im Neubau – mit den höchsten Quoten in Sachsen-Anhalt (83 Prozent) und im Saarland (82 Prozent). In den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen liegt der Wert unter 50 Prozent, da in den urbanen Strukturen mit vielen Mehrfamilienhäusern und hoher Wärmeverbrauchsdichte eher auf Fernwärme gesetzt wird. Den Bestand mitgerechnet, ist die Zahl der Wärmepumpen im Verhältnis zur Bevölkerung in Rheinland-Pfalz am höchsten. Bei den Wohngebäuden können Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die höchsten Anteile an Wärmepumpen vorweisen.

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