Rubrik Energie & Netze

Ungenutztes Potenzial aktivieren und Lebensdauer von Speichern erhöhen

Mit einer einfachen Änderung: Heimspeicher können das Stromnetz deutlich entlasten

20.05.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 236

Batteriespeicher werden in deutschen Haushalten immer beliebter: Aktuell sind bereits 2,5 Millionen Heimspeichersysteme installiert. Zusammengenommen verfügen diese kleinen Speicher, die meist eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ergänzen, mittlerweile über eine riesige Kapazität von etwa 21 Gigawattstunden (GWh). Sie können damit rund viermal so viel Strom aufnehmen wie die derzeit in Deutschland installierten Großbatteriespeicher.

Die wachsende Beliebtheit lässt sich auch im Netzgebiet der N-ERGIE beobachten, das unter anderem weite Teile von Mittelfranken umfasst: Seit 2023 wurden jährlich rund 10.000 Heimspeicher installiert. Aus den heute rund 40.000 Speichersystemen ergibt sich in Summe eine regionale Kapazität von rund 400.000 Kilowattstunden (kWh) – das entspricht in etwa dem täglichen Verbrauch von 40.000 Haushalten.

Speicher-Einstellung anpassen und das Stromnetz unterstützen

Theoretisch wären diese Speicher durch ihre Flexibilität gut geeignet, um zusätzlich zur Optimierung des Eigenverbrauchs auch das Stromnetz zu entlasten. Doch in der Praxis zeigt sich: An sonnigen Tagen sind die Heimspeicher häufig bereits vormittags vollgeladen. Damit landet auch der Strom aus den Dachanlagen ab Mittag im Netz – genau dann, wenn die Stromnetze durch die „Mittagsspitze“ ohnehin am Limit sind.

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Durch eine kleine Einstellungsänderung kann das Entlastungspotenzial zahlreicher Speicher ganz einfach erhöht werden – ohne Nachteile für die Betreiber. Denn viele Heimspeicher namhafter Hersteller sind bereits in der Lage, prognosebasiert zu laden. Die Option kann mit wenigen Klicks aktiviert werden. Der Speicher passt dann seine Ladezeiten so an die Wetterprognose an, dass er an sonnigen Tagen vor allem während der „Mittagsspitze“ lädt und dennoch bis zum Abend voll wird.

Initiative der HTW Berlin: „Dein Stromspeicher kann mehr“

Neben der prognosebasierten Steuerung bei neueren Systemen gibt es auch einfache statische Lösungen, um mit dem eigenen Speicher das Stromnetz und damit die Energiewende zu unterstützen. Zum Beispiel kann die Ladeleistung des Speichers zeitlich begrenzt, also bis zur Mittagszeit reduziert werden. Auch das entlastet das Netz, hat aber den Nachteil, dass der Speicher an Tagen, die nur vormittags sonnig sind, möglicherweise nicht ganz voll wird.

Wie unter anderem die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin zeigt (Initiative „Dein Stromspeicher kann mehr“) kann eine über den Tag entzerrte Beladung von Heimspeichern zusätzlich einen positiven Effekt auf die Lebensdauer der Batterie haben: Indem die Standzeiten bei hohen Ladezuständen reduziert werden, könnten Lithium-Ionen-Batteriespeicher demnach mindestens zwei Jahre länger halten.

Stromnetz umfasst 29.000 Kilometer

Ein leistungsfähiges Stromverteilnetz ist die Voraussetzung für die Versorgungssicherheit und das Gelingen der Energiewende. So gut wie alle Erneuerbare speisen hier ein. Im Netzgebiet der N-ERGIE sind das aktuell bereits über 120.000 Anlagen. Da diese Anlagen mittlerweile immer häufiger ein Mehrfaches des in der Region benötigten Stroms erzeugen, baut die N-ERGIE Netz GmbH ihr Stromnetz deutlich aus. So erhöht sie die Kapazitäten für die Aufnahme und Weiterverteilung des regenerativ erzeugten Stroms.

Das Stromnetz der N-ERGIE umfasst Hoch-, Mittel- und Niederspannungsleitungen und ist rund 29.000 Kilometer lang. Es erstreckt sich vom Würzburger Umland im Norden bis Eichstätt im Süden, sowie von Weikersheim im Westen bis nach Sulzbach-Rosenberg im Osten.

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