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Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen sind Angaben der jeweiligen Hersteller und wurden redaktionell nicht verifiziert.
Dieser Artikel wurde in der Ausgabe der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Es sind genau 702 Solarmodule, die auf dem Dach der Haupttribüne des Stadions am Zoo den Schriftzug „WUPPERTAL“ bilden. Am Donnerstag, 18. April 2024, wurde termingerecht das letzte der Paneele montiert. Während der Fußball-Europameisterschaft sollen sie den Namen des Trainingslagers der slowenischen Nationalmannschaft in die die Welt tragen. Eine slowenische TV-Sportsendung hat bereits signalisiert, Aufnahmen aus der Luft machen zu wollen.
In erster Linie soll die Photovoltaikanlage natürlich erneuerbare Energie liefern, etwa 255.000 Kilowattstunden pro Jahr. Aber dazu müssen zunächst noch die Verkabelungsarbeiten abgeschlossen werden: Insgesamt gilt es rund 4,7 Kilometer Kabel zu verlegen. Ob die Anlage, wie erhofft, schon vor der Übergabe des Stadions Mitte Mai an die UEFA in Betrieb gehen kann, ist noch nicht sicher, allerdings auch nicht erforderlich.
Lieferschwierigkeiten für die Klemmen, mit denen die Solarmodule an der Unterkonstruktion befestigt sind, Regen und Gewitter hatten die Arbeiten, die Mitte März begonnen hatten, zunächst ausgebremst. Doch die durch die ungewöhnliche Bauaufgabe motivierten Monteure holten die Zeit wieder auf. „Der Kranführer hat gesagt: ,Da kommt man automatisch ins Fiebern‘“, erzählt Christoph Winter vom Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal (GMW), der zusammen mit Yasser Eddagni von den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) das Projekt leitet.
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Mit einer Simulationssoftware hatten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) nach der Idee aus dem GMW den Schriftzug entworfen. „Ein kniffliges Puzzle, mussten doch zum Beispiel die Dachaufhängungen und auch Wartungsgänge in die Modulfelder integriert werden“, erinnert sich Andy Völschow, bei den WSW Leiter Kunden- & Quartierslösungen.
Die PV-Anlage auf dem Stadiondach ist Bestandteil eines neuen Belieferungsmodells, das gerade zwischen GMW und WSW verhandelt wird: Das GMW stellt Dachflächen städtischer Gebäude zur Verfügung, die WSW errichten und betreiben darauf PV-Anlagen auf eigene Rechnung und stellen die Versorgung mit vor Ort erzeugtem regenerativen Strom über einen langen Zeitraum zu festen Konditionen sicher. Überschüssiger Strom kann für die Versorgung anderer städtischer Gebäude genutzt werden.
WSW-Vorstandsvorsitzender Markus Hilkenbach: „Wir halten dieses Kooperationsmodell auf Grundlage von On-Site-PPA für zukunftsweisend und sehen darin einen wichtigen Startschuss für den weiteren gemeinsamen Ausbau der Photovoltaik. Für die WSW sind solche Projekte bedeutsam für die Transformation der elektrischen Energieversorgung. Durch eine vollständige Ausnutzung von gewerblich oder industriell genutzten Gebäuden könnte die Stromversorgung im Stadtgebiet insgesamt nachhaltiger werden.“
Die Vorteile für das GMW erläutert Betriebsleiterin Mirja Montag: „Neben der Nachhaltigkeit spielen für uns Preisstabilität und Planungssicherheit eine elementare Rolle. Und wenn eine Anlage erneuerbare Energie produziert, Wuppertal damit einen weiteren Schritt in Richtung Klimaneutralität bringt und gleichzeitig als Werbeträger für die Stadt dient, zahlt sie sich doppelt aus. Einen herzlichen Dank an alle, die das möglich gemacht haben.“
Der technische Fortschritt hat dem Projekt übrigens in die Karten gespielt: Als vor einigen Jahren im GMW schon einmal über Photovoltaik auf dem Stadiondach nachgedacht wurde, wäre die Errichtung einer PV-Anlage aus statischen Gründen deutlich schwieriger gewesen. Das Dach hätte über 40 Kilogramm pro Quadratmeter tragen müssen – heute nur noch elf. Die neue PV-Anlage wird voraussichtlich eine Nennleistung von mehr als 300 Kilowatt unter Standard-Testbedingungen (kWp) erreichen – so viel wie möglich ist, ohne die bestehende Trafo-Station des Stadions kostenaufwendig austauschen zu müssen. Neben der Statik und der elektrotechnischen Einbindung galt es auch den Denkmalschutz zu beachten: Um die Genehmigung zu erhalten, durften nur vollschwarze Module verwendet werden, die parallel zur Dachoberfläche angebracht werden mussten und – außer aus der Luft – nicht zu sehen sind.
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