03.06.2026 – Lesezeit ca. 2 Minuten 5
Tiefengeothermie könnte zukünftig eine wichtige Quelle für die Wärmeversorgung in Husum und Umgebung sein. Ob wirklich gebohrt werden kann, hängt von den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie ab. Die Erstellung der Studie hat die Stadtwerke Husum GmbH (Stadtwerke Husum) jetzt in Auftrag gegeben. Umsetzer ist die TÜV-Tochter DMT GmbH und Co. KG aus Essen. „Wir freuen uns, dass die Entscheidung, ob das Projekt realisierbar und wirtschaftlich ist, nun in greifbare Nähe rückt“, sagt Benn Olaf Kretschmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Husum. Das Erstellen der Machbarkeitsstudie werde mehrere Monate in Anspruch nehmen, wie Projektleiter Matthias Forthmann erläutert: „Wir rechnen damit, dass die Ergebnisse Ende des Jahres vorliegen.“ Seit Ende 2023 treiben die Stadtwerke Husum das Projekt Tiefengeothermie kontinuierlich voran. Denn die Erschließung eines Gebietes für Geothermie erfordert viele Schritte, die Zeit in Anspruch nehmen. Nachdem 2024 eine Vorstudie ergeben hat, dass mit großer Wahrscheinlichkeit in einer Tiefe von rund 2.000 bis 2.500 Metern warmes Thermalwasser mit einer Temperatur von etwa 60 bis 75 Grad Celsius vorhanden ist, untersucht die Machbarkeitsstudie nun, ob und wo gebohrt werden kann. Die Studie wird mithilfe von Fördergeldern aus dem kommunalen Wärmefonds des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) Schleswig-Holstein finanziert.
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Die Machbarkeitsstudie untersucht zunächst die geologischen Voraussetzungen vor Ort. Dabei werden vorhandene geologische Daten und seismische Messungen sowie Informationen über Gesteinsschichten und Temperaturen ausgewertet. Ein großer Teil dieser Daten liegt den Stadtwerken Husum bereits vor, sie sind aber teilweise sehr alt: „Die ältesten Daten stammen aus Öl- und Gasbohrungen in den 1970er-Jahren und wurden noch auf Magnetbändern festgehalten“, erläutert Matthias Forthmann, der das Projekt bei den Stadtwerken Husum leitet. Alle vorliegenden sowie neu ermittelten Daten erfasst die DMT GmbH mit moderner Software und wertet sie aus. Daraus können die Fachkräfte ein Untergrundmodell erstellen, das für zukünftige Bohrungen von großem Wert ist. Die Machbarkeitsstudie bewertet zudem die möglichen Standorte für Bohrungen sowie die Anbindung an bestehende oder geplante Wärmenetze. Auch die Wirtschaftlichkeit, potenzielle Risiken oder Umweltaspekte betrachtet die Studie. Und was kommt danach? Matthias Forthmann erklärt die nächsten Schritte: „Wenn die Studie positiv ausfällt, finden im nächsten Schritt weitere seismische Untersuchungen statt und der Genehmigungsprozess einer Probebohrung startet, zusammen mit den verantwortlichen Behörden. Zunächst müssen jedoch wirtschaftliche Aspekte bedacht werden: zum Beispiel das Einwerben von weiteren Fördergeldern für die Probebohrung.“