Rubrik Wasser / Abwasser

Regionalpakt Wupper: Maßnahmen priorisieren, Kräfte bündeln, Verfahren beschleunigen

Gemeinsam Hochwasservorsorge im Wuppergebiet weiterentwickeln

03.06.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 8

Gemeinsam Hochwasservorsorge im Wuppergebiet weiterentwickeln

Workshop Regionalpakt Wupper am 28.5.26 (Bild: Wuppertal Institut)

Der Klimawandel mit seinen extremen Folgen von Dürre bis Hochwasser schreitet voran. Daher ist gemeinsames Handeln einer breiten Basis von Akteuren von größter Wichtigkeit, damit ein Flussgebiet resilienter wird und Extreme besser bewältigen kann.
Mit diesem Ansatz wird nun für das 813 Quadratkilometer große Einzugsgebiet der Wupper der Regionalpakt Hochwasserschutz Wupper erarbeitet. Dieser ist die sinnvolle und konsequente Weiterführung des ganzheitlichen Flussgebietsmanagement, wie es im Wupperverband von der Quelle bis zur Mündung bereits seit vielen Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird.
Als Auftakt zu diesem gemeinsamen Vorhaben hatten das Land NRW und der Wupperverband zu einem Workshop am 28. Mai nach Wuppertal eingeladen, an dem rund 50 Beteiligte mitgewirkt haben. Beteiligt sind neben dem NRW-Umweltministerium und dem Wupperverband als dem zuständigen Wasserwirtschaftsverband die Bezirksregierungen, die Vertreterinnen und Vertreter der 22 Kommunen sowie der Kreise und auch viele relevante Akteure aus dem Wuppergebiet wie Unternehmen, Landwirtschaft, Umweltorganisationen u.v.a.

Landespakt bildet den Rahmen für Regionalpakte der Flussgebiete in NRW

Die Umsetzung von Maßnahmen zur Hochwasservorsorge gibt es bereits auf vielen Ebenen, zum Beispiel von Land und Kommunen sowie den vom Wupperverband aufgestellten Umsetzungsfahrplan seines „Zukunftsprogramms Hochwasserschutz“. Das Zukunftsprogramm umfasst rund 200 Projekte, die der Verband mit seinen Mitgliedern, insbesondere den Kommunen, abgestimmt hatte und mit diesen gemeinsam umsetzen wird.
Mit der Unterzeichnung des Pakts für Hochwasserschutz des Landes NRW im Februar 2026 soll Hochwasservorsorge als starkes Bündnis aller Beteiligter auf ein neues Level gehoben werden.
Ziel ist, Maßnahmen besser abzustimmen, schneller zu planen und umzusetzen sowie Kommunen und Verbände gezielt zu unterstützen – denn Hochwasser macht nicht an Gemeindegrenzen halt. Der Pakt verbindet bauliche Lösungen wie Deiche und Rückhaltebecken mit naturnahen Ansätzen, z. B. wenn Flüssen im Rahmen des „grünen Hochwasserschutzes“ wieder mehr Raum gegeben wird. Finanziell will das Land NRW Kommunen sowie Wasser- und Deichverbände unterstützen.
Ein zentraler Punkt ist die Verfügbarkeit von Flächen für Schutzmaßnahmen. Vorgesehen sind Lösungen im Konsens – etwa Flächentausch oder Entschädigungen – ergänzt durch ein gesetzliches Vorkaufsrecht. Mehr Tempo sollen außerdem vereinfachte Genehmigungen und eine digitale Plattform bringen. Regionale Pakte für einzelne Flussgebiete, wie der Regionalpakt Hochwasserschutz Wupper, werden nun gemeinsam erarbeitet.

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Flussgebietsmanagement als Grundlage für wirkungsvollen Hochwasserschutz

Bei der Begrüßung zum Workshop in Wuppertal wurde der Gedanke des gemeinsamen Wirkens für den Hochwasserschutz im Wuppergebiet hervorgehoben.
„Ich freue mich, dass so viele Akteure und Partner am Workshop für den Regionalpakt Wupper teilnehmen und daran mitwirken, ihn aktiv zu gestalten. Die Perspektiven der einzelnen Interessengruppen sind dabei sehr wichtig“, betont Wupperverbandsvorstand Ingo Noppen. „Mit dem Regionalpakt entwickeln wir eine nachhaltige und partnerschaftliche Kooperation, in der alle ihre Stärken einbringen und wir unser Wissen mehren und teilen.“

Miriam Scherff, Oberbürgermeisterin der Stadt Wuppertal:
„Wie dringlich es ist, unsere Stadt besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen, haben uns das Starkregenereignis in 2018, die Flut in 2021, aber auch die Hitze- und Dürreperioden der letzten Jahre gezeigt. Viele Aktivitäten laufen schon, von unserem gemeinsamen Hochwasser-Prioritätenkonzept bis hin zu dem kürzlich gestarteten Forschungsprojekt Eklips3+1 zur Beschleunigung von Bauleit- und Landschaftsplanung. Ich finde es richtig und wichtig, dass durch den Regionalpakt Wupper eine vernetzte Umsetzung über Stadtgrenzen hinaus noch weiter vorangetrieben wird.“

Für den Regionalpakt Wupper bilden die im Landespakt verankerten Handlungsfelder die Grundlage:

  • Zusammenarbeit im Flussgebiet über kommunale Grenzen hinweg
  • Risikobasierte Priorisierung von Maßnahmen
  • Beschleunigung von Planung und Genehmigung
  • Flächensicherung
  • Digitale Plattform für Planung, Monitoring, Förderung
  • Stärkung der Eigenvorsorge inklusive Vermittlung der Hochwasserrisiken

Die schon bestehenden Maßnahmenkonzepte von Verband und Kommunen bilden das Fundament für den Regionalpakt Wupper. Denn es befinden sich schon viele Projekte und Maßnahmen in der Planung und Umsetzung.
Beim Workshop in Wuppertal haben die beteiligten Akteure in einem engagierten Dialog ihre Ideen und Vorschläge für den Regionalpakt Wupper eingebracht.

Der Pakt wird in den kommenden Monaten kooperativ weiter ausgearbeitet und schließlich gemeinsam verabschiedet. Der Zeitplan sieht vor, dass die Unterzeichnung im ersten Quartal 2027 erfolgen kann.

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