Wenn Sie einwilligen, verwenden wir Dienste, die Informationen im Endgerät eines Seitenbesuchers speichern oder dort abrufen. Anschließend verarbeiten wir die Informationen intern weiter, ohne diese an Drittanbieter weiter zu geben. Das hilft uns, unsere Website optimal zu gestalten und die Besucher besser zu verstehen.
Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen sind Angaben der jeweiligen Hersteller und wurden redaktionell nicht verifiziert.
Dieser Artikel wurde in der Ausgabe Oktober 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Wo digitale Infrastruktur betrieben wird, entsteht wertvolle Abwärme. Als CO₂-neutrale Fernwärme kann sie ganze Gemeinden versorgen. Das zeigen die aktuellen Beispiele in Dielsdorf und Regensdorf. Den Transport ermöglichen die Rohrsysteme der Aargauer BRUGG Pipes.
Nachfrage nach modernen, energieeffizienten Datacentern wächst
In der Schweiz entstehen zurzeit grosse Datacenter, weil Unternehmen immer stärker auf Cloud-Lösungen und Digitalisierung setzen. Wie die „Marktübersicht Schweizer Rechenzentren 2024" bestätigt, gehört auch Green zu den grössten Betreibern. Um der wachsenden Kundennachfrage Rechnung zu tragen, baut Green unter anderem auf dem Metro-Campus Zürich weiter aus. Auf 46'000 m² Areal-Fläche entstehen in Dielsdorf drei Hochleistungs-Datacenter für Cloud-Anbieter (Hyperscaler), Unternehmen und Systemintegratoren. Das erste Datacenter ist seit 2023 bereits in Betrieb, das zweite Datacenter wird demnächst live gehen und ein weiteres Datacenter hat die Tiefbauphase abgeschlossen.2
Grosses Potenzial für Abwärme
Was viele nicht wissen: Die Kundensysteme (Server) in den Rechenzentren erzeugen
erhebliche Mengen an Abwärme. Je nach Standort kann die Abwärme in ein neues oder
bestehendes Wärmenetz eingespeist werden. Das Wärmenetz, das in der Regel von einem Energiedienstleister betrieben wird, versorgt dann den umliegenden Gebäudebestand oder – wie in Dielsdorf sechs Gemeinden – mit Wärme für Heizung, Warmwasserbereitung sowie für gewerbliche und industrielle Prozesse. Martin Rigaud, CEO bei der BRUGG Pipes führt aus: „Ein Bericht von Energie Schweiz (Bundesamt für Energie BFE) vom Jahr 2023 schätzt die theoretisch auskoppelbare Abwärme der Rechenzentren und Serverräume in der Schweiz auf 2.02 bis 2.62 TWh. In Relation dazu: Die Kehrrichtverbrennungslagen (KVA) in der Schweiz produzierten im Jahr 2017 gesamthaft rund 4.0 TWh Wärme. Somit ist das Potenzial für Abwärme von Rechenzentren und Serverräumen mit 50 – 65 Prozent der in
Kehrichtverbrennungsanlagen produzierten Wärme vergleichsweise hoch.3Dieses Potential müssen wir nutzen."
Dielsdorf, Regensdorf und Umgebung: Mit drei Rechenzentren 11'500 Haushalte
beheizen
Green realisiert ihre Datacenter in Dielsdorf mit Abwärmeauskopplung und
arbeitet eng mit Energieverbundbetreibern wie Energie 360° sowie den Standortgemeinden zusammen, damit die Abwärme für CO₂-neutrales Heizen genutzt werden kann. Dank der Auskopplung werden künftig 11'500 Haushalte aus sechs
umliegenden Gemeinden, Industrie sowie Gewerbe versorgt werden
können. Die Energiezentrale entsteht direkt neben den Rechenzentren auf
Greens Metro-Campus. Eine weitere Zentrale ist in Regensdorf vorgesehen.
Energie 360° plant die ersten Wärmelieferungen 2026. Bereits heute nutzt Green einen Teil der Abwärme im eigenen Bürogebäude und beliefert einen naheliegenden Industriebetrieb. „Dank der Abwärmeauskopplung kann Energie doppelt genutzt werden: Für die Digitalisierung und zu Heizzwecken – daher engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für die Abwärmenutzung aus Datacentern", erklärt Roger Süess, CEO von Green. Die Abwärme wird auch an weiteren Green Datacenter-Standorten genutzt und neue Fernwärmeprojekte sind geplant.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Rohre mit über 70 cm Aussendurchmesser aus dem Aargau
Beim Bau der Fernwärmenetze setzt Energie 360° auf Rohre des Aargauer Unternehmens BRUGG Pipes. Martin Rigaud, CEO BRUGG Pipes, sagt: „Die
Rechenzentren in Dielsdorf sind ein gutes Beispiel dafür, wie Abwärme sinnvoll genutzt und CO₂ eingespart werden kann." BRUGG Pipes hat die ersten Stangenrohre für das
Fernwärmenetz im Januar 2024 geliefert. Seither hat BRUGG Pipes rund 126 12
Meter Stangen geliefert. Dies entspricht einer Länge von über 1.5 Kilometer. Die
Rohre werden unterirdisch verlegt und sind wärmeisoliert und überwacht. Martin Rigaud erklärt: „Zuerst wird ein Graben ausgehoben, in dem dann die 12 Meter langen Stangenrohre verlegt und zusammengeschweisst werden. Danach wird der Graben wieder verschlossen und von aussen ist nichts mehr zu sehen. In den Stangenrohren befinden sich jedoch Überwachungsdrähte, sodass ein Leck sofort erkannt und lokalisiert werden könnte. Sie sehen: Auch ein Rohrsystem ist heute smart und kann überwacht werden." Neben den serienmässig gefertigten Stangenrohren werden auch Formteile (T-Stücke) für Abzweigungen benötigt. Diese werden nach Kundenwunsch gefertigt. Martin Rigaud ergänzt: „Die Formteile werden von Hand gefertigt. Unsere Schweisser in Kleindöttingen sind wahre Künstler und ich bin immer wieder positiv überrascht, wie sie solche komplexen Formteile herstellen." BRUGG Pipes ist der grösste Schweizer Hersteller von Fernwärmerohren und beschäftigt in der Schweiz rund 360 Mitarbeitende.
Rohrlösungen auch innerhalb von Rechenzentren
BRUGG Pipes liefert jedoch nicht nur Fernwärmerohre für die Abwärme von
Rechenzentren. Auch innerhalb der Anlagen kommen Rohrsysteme des
Unternehmens zum Einsatz. In den vergangenen Jahren war BRUGG Pipes an zahlreichen Rechenzentrumsprojekten in Deutschland und international beteiligt.
Mit über 40 Jahren Erfahrung im sicheren Transport von flüssigen Medien entwickelt
das Unternehmen Rohrleitungssysteme, die für den Betrieb von Rechenzentren eine zentrale Rolle spielen. Sie werden unter anderem für Kühlanwendungen sowie für die Brennstoffversorgung von Notstromgeneratoren eingesetzt.
Da ein störungsfreier Betrieb von Rechenzentren von einer zuverlässigen Infrastruktur
abhängt, sind die Rohrleitungen auf Langlebigkeit und Sicherheit ausgelegt. Ergänzend sorgt eine kontinuierliche Leckageüberwachung dafür, dass mögliche Störungen frühzeitig erkannt werden. Die Systeme sind TÜV-geprüft und nach internationalen Standards wie UL 1369 und UL 971a zertifiziert. Damit erfüllen sie die hohen Anforderungen an Betriebssicherheit und Energieeffizienz, die an moderne Rechenzentren gestellt werden.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
Moderne Gebäude vereinen immer mehr technische Systeme, digitale Funktionen und Datenströme. Wärme- und Kälteversorgung, Lüftung, Wasser, Energie, Beleuchtung u[...]
Fischbeker Reethen erhalten klimafreundliche Wärmeversorgung aus einer Hand
Die Fischbeker Reethen bekommen eine hundertprozentig erneuerbare Wärmeversorgung Die IBA Hamburg hat die Wärmekonzession für das neue Wohnquartier an die HEnW [...]
Regionalwerk: Energie aus der Region rund um die Uhr nutzen
Erneuerbare Energien dort handeln und verbrauchen, wo sie erzeugt werden, und das rund um die Uhr – davor schrecken viele kommunale Versorger noch zurück. In Wu[...]
Mühlen Eichsen: Schritt für Schritt zur lokalen Energiewende
Die Gemeinde Mühlen Eichsen in Mecklenburg-Vorpommern zeigt, wie auch kleine Kommunen mit begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen Möglichkeiten der E[...]
Seethermie am Tegernsee: PE-Rohrleitungen erschließen das Seewasser als Energiequelle
Am Tegernsee entsteht derzeit eines der bemerkenswertesten Seethermie-Projekte Deutschlands. Für das neue Quartier „Seegut am Tegernsee“ in Bad Wiessee werden k[...]
Im vergangenen Jahr 2025 sind 11 Anlagen mit insgesamt 69.963 qm Bruttokollektorfläche und
rund 42 MW Leistung in Betrieb gegangen:
Stralsund (Mecklenburg-V[...]
Klimaneutrales Heizen bis 2045 aus Sicht der Stadtwerke kaum erreichbar
Drei von vier kommunalen Wärmeversorgern halten das Ziel eines klimaneutralen Heizens bis 2045 unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für unrealistisch. Das ze[...]
Smart Hospital: Wie intelligente Gebäudetechnik Krankenhäuser sicherer, effizienter und zukunftsfähiger macht
Krankenhäuser zählen zu den anspruchsvollsten und zugleich energieintensivsten Gebäudetypen überhaupt: Sie müssen rund um die Uhr höchste Hygiene- und Sicherhei[...]
Stadtwerke Solingen und TBS nehmen erste sieben Laternenlader in Betrieb
Die Ladeinfrastruktur in Solingen wächst weiter: Die ersten sieben von insgesamt 13 sogenannten Laternenladern sind ab sofort in Betrieb. Errichtet wurden die n[...]
Erster Klimaturm von Towergy geht in Bremen in Betrieb
Die Towergy GmbH hat mit ihrem Klimaturm eine Großwärmepumpe entwickelt, die bis zu 400 Neubau- oder 200 Bestandswohnungen mit erneuerbarer Wärme und Kälte vers[...]