Wenn Sie einwilligen, verwenden wir Dienste, die Informationen im Endgerät eines Seitenbesuchers speichern oder dort abrufen. Anschließend verarbeiten wir die Informationen intern weiter, ohne diese an Drittanbieter weiter zu geben. Das hilft uns, unsere Website optimal zu gestalten und die Besucher besser zu verstehen.
Dieser Artikel wurde in der Ausgabe September 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Bauherrenzertifikat für den Einsatz nachhaltiger Rohrsysteme
Klimaneutraler Kanalbau in Lindenberg: Wasserwerke Sonneberg erhalten
05.09.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten
62
Im Rahmen der abwasserseitigen Erschließung des Ortsteils Lindenberg haben die Wasserwerke Sonneberg in Thüringen am 22. August 2025 ein Bauherrenzertifikat für den Einsatz eines klimaneutralen Abwassersystems erhalten. Mit dem zertifizierten Produkt AWADUKT nevoPP aus dem Hause REHAU kommt im laufenden Bauabschnitt ein innovatives Material zum Einsatz, das nicht nur technisch überzeugt, sondern auch dem Anspruch der Wasserwerke an nachhaltiges Bauen gerecht wird.
Die Maßnahme ist Teil des 3. Bewirtschaftungszyklus (2022–2027) der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und gilt als eine der wichtigsten Umsetzungen innerhalb des Abwasserbeseitigungskonzeptes des Wasser- und Abwasserzweckverband Sonneberg (WAZ). Mit der Anbindung Lindenbergs wird die letzte Anliegerortschaft an der Föritz nahezu vollständig an die zentrale Kläranlage Sonneberg angeschlossen.
Das Baugebiet grenzt an die Föritzaue, ein streng geschütztes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet und bedeutender Trinkwassereinzugsraum für mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Landkreis Sonneberg. Der Schutz dieses sensiblen Naturraums und die nachhaltige Nutzung des Grundwassers stehen für die Wasserwerke Sonneberg im Zentrum ihrer Planungs- und Investitionsentscheidungen.
Die abwasserseitige Erschließung erfolgt in zwei Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt, der im Februar 2025 begonnen hat, soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Vorausgesetzt, die Fördermittelbereitstellung durch EU und Freistaat Thüringen erfolgt wie geplant, wird ab 2027 der zweite Abschnitt realisiert – ebenfalls mit rund zwei Jahren Bauzeit.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Im ersten Bauabschnitt werden insgesamt verbaut:
1.000 m Schmutzwasserkanal DN 200
815 m Regenwasserkanal DN 250–DN 400
970 m Trinkwasserleitung DN 125
750 m Hausanschlussleitungen
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro im Abwasserbereich sowie 608.000 Euro im Trinkwasserbereich. 950.000 Euro der Abwasserkosten werden durch Fördermittel des Freistaates Thüringen im Rahmen des Abwasserpakts gedeckt.
Die technische Planung verantwortet das Ingenieurbüro sthp aus Suhl, die örtliche Bauüberwachung das Büro Ingenieurdienste Röpcke aus Sonneberg. Die Bauausführung liegt bei der STRABAG AG, Direktion Sachsen/Thüringen, Niederlassung Auengrund.
Die Wasserwerke Sonneberg setzen bereits seit über zwei Jahrzehnten auf nicht korrosive Werkstoffe wie Kunststoff- oder Steinzeugrohre, um langlebige und wartungsarme Infrastrukturen zu gewährleisten. Ein vollwandiges PP-Kanalrohr hat sich dabei über viele Jahre bewährt und wurde auch bei dieser Maßnahme regulär ausgeschrieben. Als Nebenangebot wurde das neue Kanalrohr AWADUKT nevoPP des Herstellers REHAU angeboten – das erste 100 % klimaneutrale Kanalrohr auf dem Markt. Die Entscheidung fiel zugunsten dieses Systems, um neben der technischen Qualität auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
„Für die Wasserwerke Sonneberg ist es selbstverständlich, bei Infrastrukturprojekten nicht nur funktionale, sondern auch ökologische Maßstäbe anzulegen. Die Entscheidung für ein klimaneutrales System ist ein Ausrufezeichen für unsere Innovationsbereitschaft.“ (Bernd Hubner, Wasserwerke Sonneberg)
Die symbolische Übergabe des Bauherrenzertifikats durch REHAU fand am 22. August 2025 direkt an der Baustelle in Lindenberg statt – ein sichtbares Zeichen für zukunftsorientiertes Handeln im kommunalen Tiefbau.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
Grabenlose Sanierung unter Bahngleisen
Die Sanierung von Entwässerungsleitungen unter Bahngleisen zählt zu den technisch anspruchsvollsten Disziplinen der Kanalsanierung. Offene Bauweisen sind häufig[...]
Der international tätige Pumpenhersteller Tsurumi baut sein Portfolio aus und arbeitet künftig in Großbritannien mit dem italienischen Spezialisten Dragflow zus[...]
Regenwasser von Schadstoffen befreien: Mehr Flexibilität durch Teilstrombehandlung
Die Anforderungen an die Behandlung von Niederschlagswasser steigen kontinuierlich. Gründe sind strengere Umweltvorgaben, zunehmende Flächenversiegelung und ver[...]
Wie digitale Wassertechnik Quartiere klimaresilient stärkt
Im niederländischen Dinxperlo zeigt ein neu gestaltetes Stadtzentrum, wie Regenwasser smart genutzt und Quartiere widerstandsfähiger werden können. Unter der Ob[...]
Von der Schadensvermeidung zur aktiven Schadensmeldung: Mehr Kontrolle für den Trinkwasserschutz
Der Schutz von Trinkwasserressourcen gehört zu den zentralen Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. Gleichzeitig steigt der Druck auf bestehende Infrastruktur[...]
Lachgas im Griff: ARA Bern reduziert Emissionen mit RTO-Technologie
Innovative Technologie gegen ein starkes Treibhausgas: Die ARA Bern, eine der größten Kläranlagen der Schweiz, setzt seit 2025 auf eine Regenerative-Thermische [...]
Die Dresdner Abwassertagung (DAT) hat sich auch 2026 eindrucksvoll als eines der wichtigsten Branchentreffen der deutschen Wasser- und Abwasserwirtschaft bestät[...]
Nanofiltration: Wasser wirksam von Glyphosat befreien
Membranen mit nanometerkleinen Poren können das Herbizid Glyphosat und sein Abbauprodukt AMPA aus dem Wasser filtern. Wie gut das gelingt, hängt nicht nur von d[...]
Der 29. April steht für ein besonderes Ereignis, das das Wuppergebiet nachhaltig geprägt hat: Vor 130 Jahren wurde die „Genossenschaft zur Errichtung von Talspe[...]