Dieser Artikel wurde in der Ausgabe September 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Wasser / Abwasser

von BERDING BETON

Höhere Hochwassersicherheit in Aken dank Regenrückhaltebecken

04.09.2025 – Lesezeit ca. 4 Minuten 45

Höhere Hochwassersicherheit in Aken dank Regenrückhaltebecken

Eine Folge des globalen Klimawandels ist zweifelsohne die Zunahme von Hochwasserereignissen – sowohl was die Häufigkeit als auch die Intensität angeht. Das bekam auch die am Südufer der mittleren Elbe gelegene Stadt Aken in Sachsen-Anhalt zu spüren. Im Juni 2013 versetzte ein verheerendes Elbe-Hochwasser mit zerstörerischer Wirkung die Kleinstadt in den Ausnahmezustand. Die Überschwemmungen verursachten riesige Schäden, deren Beseitigung hohe Kosten und Maßnahmen über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren bedeuteten.

Als eine der größten, aufwändigsten und teuersten Baumaßnahmen wurde im Anschluss die sogenannte Hochwasserbeseitigungsmaßnahme EM 37 in Aken umgesetzt. Ziel war neben der Beseitigung der Hochwasserschäden ebenso die Hochwassersicherheit für die Zukunft zu erhöhen. Die Wiederholung so einer Katastrophe sollte zuverlässig verhindert werden. Das hatte oberste Priorität.

Nachdem in den ersten drei Bauabschnitten der oben genannten Maßnahme bereits die Sanierung eines Regenwasserkanals erfolgte, stand beim vierten und anspruchsvollsten Abschnitt die Errichtung eines neuen Regenrückhaltebeckens im Mittelpunkt. Die Bau- und Planungskosten allein zur Realisierung dieses 4. Bauabschnitts beliefen sich auf rund 2,7 Millionen Euro.

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Als Bauherr vergab die Stadt Aken die Ausführung an die OST BAU, Osterburger Straßen-, Tief- und Hochbau GmbH. Den Zuschlag für die Planung hatte das Dessauer Ingenieurbüro Bamberg & Nowsky erhalten. Der Neubau der Regenrückhalteanlage im Schrebergartenweg war notwendig geworden, da das alte Pumpenbecken durch das Hochwasser zerstört wurde. Ein wichtiger Aspekt bei der Planung war, dass die Einleitung von Oberflächenwasser der Stadt Aken in die Taube, einem Nebenfluss der Saale, die Menge von 165 l/s nicht überschreiten darf, so dass Wasserspeichermöglichkeiten geschaffen werden mussten. In unmittelbarer Nähe der alten Anlage entstand somit das neue Regenrückhaltebecken mit einem Stauraum von 1.000 Kubikmetern und integrierter Doppelpumpstation. Damit ist fortan gewährleistet, dass selbst große Massen Regenwasser gespeichert und kontrolliert abgegeben werden können.

Der Einbau des Regenrückhaltebeckens erfolgte in sechs Meter Tiefe. Es besteht aus zwei geschlossenen Stahlbeton-Rahmensträngen (DN 6000) von jeweils 48 m Länge, die sich wiederum aus 34 Rahmenelementen zusammensetzen. Die beeindruckenden Maße eines Einzelteils mit 5,5 m Breite, 2,55 m Höhe und 2,8 m Länge erforderten beim Einbau eine gute Logistik und Koordination. Vor allem, was das Einzelgewicht eines Rahmens von 37 Tonnen anging. Um diese Lasten bewegen zu können, kam bei der Montage ein 650-Tonnen-Mobilkran zum Einsatz. Viele Schaulustige verfolgten gespannt diese tonnenschweren Bewegungen.

Mit der Fertigung der hochwertigen Betonelemente wurde BERDING BETON beauftragt. Mit jahrzehntelanger Erfahrung und Expertise überzeugte das Unternehmen durch die Komplettleistung aus einer Hand, zu der die Planung, Konstruktion (inklusive Statik), Herstellung, Pumpenausrüstung sowie Lieferung und Montage gehörten. Alle Komponenten kamen aus dem Werk Badeborn.

Uwe Dittrich, BERDING BETON Mitarbeiter und Betriebsleiter im Werk Badeborn, erläutert die Vorteile des ausgewählten Materials: „Die Entscheidung für ein Regenrückhaltebecken aus Beton ist eine sehr gute, da es sich um einen robusten, widerstandsfähigen und nachhaltigen Baustoff mit hoher Lebensdauer handelt. Ein wichtiger Aspekt bei Bauvorhaben wie diesen.“ Für die Verlegung der Rahmenelemente war lediglich ein Kranstandort mit Tiefgründung für die Aufstandsfläche des Mobilkranes erforderlich, der mit einer Hakenlast von 37 Tonnen und einer Auslage von 36 Metern ausgestattet war.

Ein Vorteil der Rahmenbauweise ist, dass keine gesonderte Stahlbetonsohle erforderlich ist. Der Lastabtrag erfolgt über die Rahmenstiele in die Rahmensohle. Eine tragfähige Schottertragschicht mit entsprechendem Feinplanum ist zur Aufnahme der Bodenpressung ausreichend. Als weitere Besonderheit ist das Dichtungssystem aus Doppelkeildichtung mit Scherlastübertragung hervorzuheben. Durch dieses System können Scherlasten, hervorgerufen zum Beispiel durch unterschiedliche Setzungen, aufgenommen werden. Die Rahmenelemente müssen nach der Montage nicht verspannt werden.

Hervorragend funktioniert hat die Zusammenarbeit des Herstellers sowohl mit dem Planer als auch mit dem Bauunternehmer. Alle arbeiteten Hand in Hand und die Abläufe funktionierten reibungslos. Bauleiter Danny Milas von OST BAU resümierte: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf. Alle Ausführungen erfolgten akkurat nach Planung. Die Bauzeit war sogar kürzer, was zu Einsparungen beim Verbau bzw. der Grundwasserabsenkung geführt hat. Dank der Fertigteillösung seitens BERDING BETON war außerdem eine kleinere Baugrube notwendig. Die Lieferung und Montage aller Rahmenelemente war nach nur vier Tagen geschafft!“

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