Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

NRW.BANK veröffentlicht neuen Wohnungsmarktbericht NRW

Nachfrage und Miete steigen, Wohnen im Alter gewinnt an Bedeutung

11.02.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 157

Die Nachfrage nach Mietwohnungen und Wohneigentum in Nordrhein-Westfalen zieht weiter an. Sowohl auf den Miet- als auch auf den Kaufmärkten verkürzten sich die Angebots- und Vermarktungszeiten deutlich – ein Zeichen für die anhaltend hohe Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot. Auch die Mieten sowie die Preise für die Wohnnebenkosten gehen nach oben. Gleichzeitig wächst der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle Wohnungsmarktbericht NRW der NRW.BANK, der jetzt erschienen ist.

Im ersten Halbjahr 2025 wurden Mietwohnungen schneller vermietet als im Jahr zuvor. Mietobjekte waren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Durchschnitt vier Tage kürzer am Markt und wurden innerhalb von 19 Tagen vermietet. Auch auf dem Kaufmarkt verkürzten sich die Vermarktungszeiten spürbar. Eigentumswohnungen fanden im ersten Halbjahr 2025 im Schnitt nach 67 Tagen einen Käufer, was einem Rückgang von 19 Tagen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Einfamilienhäuser waren mit durchschnittlich 72 Tagen sogar 27 Tage kürzer inseriert als im ersten Halbjahr 2024. Grund für diese Entwicklung ist die wieder anziehende Nachfrage infolge gesunkener Preise sowie die zuletzt stabilisierte Zinssituation.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen weiter unter Druck steht: Die Nachfrage zieht an, das Angebot bleibt knapp und die Kosten steigen spürbar“, sagt Claudia Hillenherms, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK. „Gerade vor diesem Hintergrund kommt der Wohnraumförderung eine zentrale Rolle zu. Sie ist ein entscheidender Hebel, um bezahlbares Wohnen zu schaffen und sicherzustellen, dass Wohnen für alle Einkommensgruppen darstellbar bleibt.“

Mietpreise steigen weiter – Nebenkosten belasten Haushalte

Die Mieten steigen weiter an – mit unveränderter Dynamik. Im Jahr 2024 lagen die mittleren Angebotsmieten für Wiedervermietungsobjekte in Nordrhein-Westfalen bei 9,41 Euro kalt pro Quadratmeter – ein Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2025 stiegen die Mieten weiter auf durchschnittlich 9,84 Euro pro Quadratmeter.

Erstmalig wird im aktuellen Wohnungsmarktbericht die Entwicklung der Wohnnebenkosten analysiert. Mit durchschnittlich 3,04 Euro pro Quadratmeter lagen sie 2024 um 47 Prozent höher als 2018. Damit stiegen sie deutlich stärker als die Nettokaltmieten, die im selben Zeitraum um 31 Prozent hochgingen. Das belastet insbesondere Haushalte mit begrenzten Einkommen zusätzlich. Die größten Steigerungen waren sowohl bei den kalten als auch bei den warmen Nebenkosten in den Jahren 2022 und 2023 zu beobachten. Hintergrund ist die Energiepreisentwicklung infolge des Kriegs gegen die Ukraine ebenso wie die spürbare Preissteigerung bei Personal- und Materialkosten.

Demografischer Wandel verschärft die Herausforderungen

Bereits heute lebt in rund einem Viertel der nordrhein-westfälischen Haushalte ausschließlich die Generation 65 plus. Die für den Wohnungsmarktbericht analysierte neue Bevölkerungsvorausberechnung von IT.NRW prognostiziert einen Anstieg des Durchschnittsalters der nordrhein-westfälischen Bevölkerung von 44,4 Jahren im Jahr 2023 auf 46,0 Jahre im Jahr 2050. Besonders deutlich wird gemäß Prognose die Zunahme bei den hochaltrigen Personen ab 80 Jahren ausfallen: Voraussichtlich im Jahr 2049 wird ihre Zahl mit 1,79 Millionen ihren Höchststand erreichen, was einem Anstieg von 42,5 Prozent im Vergleich zu dem Jahr 2023 entspricht.

Gleichzeitig leben geschätzt nur rund drei Prozent der Haushalte vollständig barrierefrei. Dabei möchten viele Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Das setzt voraus, dass Wohnungen und das Wohnumfeld entsprechend gestaltet sind. Folglich sind Investitionen notwendig, um neue Wohnungen zu bauen und Barrieren in Bestandswohnungen abzubauen.

„Die Alterung der Gesellschaft stellt die Wohnungsmärkte vor große Herausforderungen“, sagt Claudia Hillenherms, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK. „Bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld leben können. Die öffentliche Wohnraumförderung des Landes und die Programme der NRW.BANK zur Modernisierungsförderung leisten hier einen wichtigen Beitrag – insbesondere, weil die Versorgungslücke nicht allein durch Neubau geschlossen werden kann.“

Neues Vorzeigeprojekt für klimaaktive Stadtgestaltung
Neues Vorzeigeprojekt für klimaaktive Stadtgestaltung

Die Anpassung unserer Städte an den Klimawandel ist eine komplexe Aufgabe, die keinen Aufschub erlaubt. Immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse zeigen[...]

20.05.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Mehr als Schafe zwischen Konzernen und Konzerten
Mehr als Schafe zwischen Konzernen und Konzerten

Das Werksviertel in München tanzt auf der Linie zwischen Vergangenheit und Zukunft. Das Quartier gilt europaweit als Paradebeispiel, sich neu zu erfinden, ohne [...]

13.05.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

hochtiefbau
Begrünung, Solarnutzung und lebendiger Treffpunkt in Jena
Begrünung, Solarnutzung und lebendiger Treffpunkt in Jena

Das neue Gebäude der Bibliothek und der Bürgerdienste der Stadt Jena dient als städtischer Treffpunkt und bietet Mehrfachnutzen auch auf der 2400 m² großen Dach[...]

04.05.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Wenn Bauprojekte scheitern: vom Planungsfehler zum Millionenschaden
Wenn Bauprojekte scheitern: vom Planungsfehler zum Millionenschaden

Zu Beginn eines neuen Bauprojekts scheint alles nach Plan zu laufen: reibungslose Abstimmungen zwischen den Gewerken, strukturierte Abläufe und erste Maßnahmen,[...]

21.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau
Gelebte Mobilitätswende
Gelebte Mobilitätswende

Die Mobilität der Zukunft stellt Kommunen vor neue Aufgaben: Parkhäuser werden zu vielseitigen Mobility Hubs, die durch flexible Nutzungskonzepte dem effiziente[...]

15.04.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau
Der Moabiter Kinderhof bringt Architektur und Nutzung auf den Punkt
Der Moabiter Kinderhof bringt Architektur und Nutzung auf den Punkt

Der im Oktober 2025 eröffnete Moabiter Kinderhof in Berlin versteht sich als offenes Haus für den Alltag von Kindern und Jugendlichen im dicht bebauten Stadtrau[...]

10.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau
hubitation-Netzwerk begrüßt neues Mitglied
hubitation-Netzwerk begrüßt neues Mitglied

Startup-Accelerator der NHW fördert Innovation und Nachhaltigkeit

10.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau
Experte: „Mehr Staat“ lindert die Wohnungsnot nicht
Experte: „Mehr Staat“ lindert die Wohnungsnot nicht

„Wir haben in Deutschland rund 790 kommunale und landeseigene Wohnungsbaugesellschaften. Die Idee, dass eine weitere bundeseigene die Wohnungsnot lindern wird, [...]

09.04.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

hochtiefbau
23 Millionen Projekt in Hagen: Deutschlands größte genossenschaftliche serielle Sanierung
23 Millionen Projekt in Hagen: Deutschlands größte genossenschaftliche serielle Sanierung

Der Wohnungsverein Hagen und das Berliner Unternehmen ecoworks realisieren die bislang größte genossenschaftliche serielle Sanierung in Deutschland. Im Stadttei[...]

02.04.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Neues Fugenmaterial soll Pflasterflächen langfristig stabilisieren
Neues Fugenmaterial soll Pflasterflächen langfristig stabilisieren

Die Stadt Hanau startet im Stadtteil Großauheim ein Pilotprojekt zur Sanierung von Pflasterflächen: In der Hauptstraße wird ab Montag, 30. März, erstmals das ne[...]

30.03.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau

Weitere Artikel in dieser Rubrik