Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 3 - Mai / Juni 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

23 Millionen Projekt in Hagen: Deutschlands größte genossenschaftliche serielle Sanierung

02.04.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 356

23 Millionen Projekt in Hagen: Deutschlands größte genossenschaftliche serielle Sanierung

Der Wohnungsverein Hagen und das Berliner Unternehmen ecoworks realisieren die bislang größte genossenschaftliche serielle Sanierung in Deutschland. Im Stadtteil Hagen-Helfe werden insgesamt zwölf Wohngebäude durch serielle Sanierungsmaßnahmen umfassend energetisch modernisiert mit einem Investitionsvolumen von 23 Millionen Euro. Ziel ist es, die 192 Wohnungen auf den KfW-Effizienzhausstandard 55 (EH 55) zu heben und einen bilanziell treibhausgasneutralen Gebäudebetrieb zu erreichen.

Industrielle Vorfertigung statt jahrelanger Baustelle

Die zwölf Gebäude aus dem Jahr 1966 umfassen eine Wohnfläche von rund 15.000 Quadratmetern. Im Rahmen der seriellen Sanierung werden unter anderem Bauteile wie Fassadenelemente industriell vorgefertigt. Damit wird die Bauzeit vor Ort drastisch reduziert und die Belastung für die Mieter:innen im bewohnten Zustand wesentlich minimiert.

„Energetische Modernisierungen sind der Schlüssel zu einem CO₂-neutralen Gebäudebestand“, erklärt Sebastian Greese, Geschäftsführer des Wohnungsvereins Hagen eG. „Mit der seriellen Sanierung durch ecoworks setzen wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie im Quartier Helfe konsequent um. So machen wir unseren Bestand fit für die Zukunft und senken CO₂-Ausstoß sowie Heizkosten für unsere Mieterinnen und Mieter spürbar.“

Klimaneutrale Wohnungen mit bezahlbare Mieten

„Dieses Vorzeigeprojekt mit zwölf Gebäuden zeigt das enorme Potenzial der seriellen Sanierung für die Dekarbonisierung des Gebäudebestands“, sagt Emanuel Heisenberg, Gründer und CEO von ecoworks. „Durch unseren extrem hohen Vorfertigungsgrad machen wir eine effiziente, schnelle und klimaneutrale Transformation der Wohnungswirtschaft skalierbar. Gemeinsam mit dem Wohnungsverein Hagen beweisen wir einmal mehr, dass sich ganze Quartiere in Rekordzeit energetisch seriell sanieren lassen.“

Die Maßnahmen der seriellen Sanierung im Detail:

  • Thermische Gebäudehülle: Die Gebäude erhalten industriell vorgefertigte Holzrahmen-Fassadenmodule. Dämmung, Fenster und elektrische Rollläden sind ab Werk integriert.

    Advertising

    Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

  • Dach & PV-Anlage: Die Flachdächer werden neu gedämmt und abgedichtet. Eine leistungsstarke Photovoltaikanlage speist den erzeugten Strom vollständig ins Netz ein.
  • Wohnkomfort: Deutlich größere und überdachte Vorstellbalkone ersetzen die Loggien.
  • Haustechnik: Die zentrale Fernwärmeversorgung bleibt erhalten. Ergänzend sorgen dezentrale Abluftventilatoren und Nachströmöffnungen in den Fenstern für ein optimales Raumklima.

Etwa 75 Prozent der Wohngebäude in Deutschland sind energetisch sanierungsbedürftig und die aktuelle Sanierungsrate liegt bei unter einem Prozent pro Jahr. Mit der seriellen Sanierung kann die Sanierungsrate deutlich erhöht, Kosten gesenkt und ausreichend bezahlbarer Wohnraum schneller zur Verfügung gestellt werden.

Messbare Erfolge: 36 Prozent weniger Endenergiebedarf

Der Endenergiebedarf des Projektes sinkt voraussichtlich um 36 Prozent. Durch die serielle Sanierung der Gebäudehülle in Kombination mit der lokalen Stromerzeugung mittels PV-Anlagen werden im gesamten Quartier jährlich knapp 190 t CO₂-Emissionen eingespart. Diese Bilanz macht das Quartier Helfe 1 zu einem wegweisenden Vorzeigeprojekt für den klimaneutralen Gebäudebetrieb.

Das Quartier Helfe wird damit zu einem wegweisenden Vorzeigeprojekt für klimaneutralen Gebäudebetrieb - und demonstriert, dass sich die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung im Gebäudesektor durch industrielle Sanierungsmethoden auch in der genossenschaftlichen Wohnungswirtschaft wirtschaftlich umsetzen.


Über die Wohnungsverein Hagen eG

Der Wohnungsverein Hagen bietet seinen Mitgliedern seit fast 125 Jahren eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung. Mit einem Bestand von rund 6.000 Wohnungen, 80 Gewerbeeinheiten sowie 2.200 Garagen und Stellplätzen in Hagen und Breckerfeld ist die Genossenschaft ein starker Anker in der Region. Ein engagiertes Team von rund 50 Mitarbeitenden kümmert sich täglich um die Bewirtschaftung und die Anliegen der etwa 7.300 Genossenschaftsmitglieder. Durch kontinuierliche, hohe Investitionen von über 16 Millionen Euro jährlich in den eigenen Hausbestand treibt der Wohnungsverein den energetischen und technischen Standard seiner Gebäude aktiv voran. Das klare Ziel: Nachhaltiges Wohnen und zukunftsfähige "Lieblingsplätze" für alle Generationen zu schaffen.

Über ecoworks

ecoworks ist der Partner der Wohnungswirtschaft für bezahlbare energetische Sanierung. Als Generalübernehmer begleitet ecoworks Wohnungsunternehmen, von kleinen Genossenschaften bis hin zu Wohnkonzernen, von der Erstidee bis zur massenfähigen, seriellen Umsetzung. Mit der seriellen Sanierung werden 80 % der Wertschöpfung von der Baustelle in die Fabrik verlagert. Der Pionier und Innovationsführer für serielle Sanierungen in Deutschland plant, konstruiert und installiert Fassaden und Dachelemente, um Mehrfamilienhäuser innerhalb weniger Wochen auf einen NetZero-Standard zu sanieren. Das Berliner Unternehmen hat die Technologie in Deutschland entwickelt und bringt diese derzeit mit mehreren Projekten in den Massenmarkt. ecoworks gilt als eines der innovativsten Anbieter für Klimatechnologie im Gebäudebereich weltweit. Das mittelständische Unternehmen arbeitet aktuell an mehr als 20 seriellen Sanierungsprojekten im Bundesgebiet.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
Begrünung, Solarnutzung und lebendiger Treffpunkt in Jena
Begrünung, Solarnutzung und lebendiger Treffpunkt in Jena

Das neue Gebäude der Bibliothek und der Bürgerdienste der Stadt Jena dient als städtischer Treffpunkt und bietet Mehrfachnutzen auch auf der 2400 m² großen Dach[...]

04.05.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Wenn Bauprojekte scheitern: vom Planungsfehler zum Millionenschaden
Wenn Bauprojekte scheitern: vom Planungsfehler zum Millionenschaden

Zu Beginn eines neuen Bauprojekts scheint alles nach Plan zu laufen: reibungslose Abstimmungen zwischen den Gewerken, strukturierte Abläufe und erste Maßnahmen,[...]

21.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau
Gelebte Mobilitätswende
Gelebte Mobilitätswende

Die Mobilität der Zukunft stellt Kommunen vor neue Aufgaben: Parkhäuser werden zu vielseitigen Mobility Hubs, die durch flexible Nutzungskonzepte dem effiziente[...]

15.04.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau
Der Moabiter Kinderhof bringt Architektur und Nutzung auf den Punkt
Der Moabiter Kinderhof bringt Architektur und Nutzung auf den Punkt

Der im Oktober 2025 eröffnete Moabiter Kinderhof in Berlin versteht sich als offenes Haus für den Alltag von Kindern und Jugendlichen im dicht bebauten Stadtrau[...]

10.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau
hubitation-Netzwerk begrüßt neues Mitglied
hubitation-Netzwerk begrüßt neues Mitglied

Startup-Accelerator der NHW fördert Innovation und Nachhaltigkeit

10.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau
Experte: „Mehr Staat“ lindert die Wohnungsnot nicht
Experte: „Mehr Staat“ lindert die Wohnungsnot nicht

„Wir haben in Deutschland rund 790 kommunale und landeseigene Wohnungsbaugesellschaften. Die Idee, dass eine weitere bundeseigene die Wohnungsnot lindern wird, [...]

09.04.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

hochtiefbau
23 Millionen Projekt in Hagen: Deutschlands größte genossenschaftliche serielle Sanierung
23 Millionen Projekt in Hagen: Deutschlands größte genossenschaftliche serielle Sanierung

Der Wohnungsverein Hagen und das Berliner Unternehmen ecoworks realisieren die bislang größte genossenschaftliche serielle Sanierung in Deutschland. Im Stadttei[...]

02.04.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Neues Fugenmaterial soll Pflasterflächen langfristig stabilisieren
Neues Fugenmaterial soll Pflasterflächen langfristig stabilisieren

Die Stadt Hanau startet im Stadtteil Großauheim ein Pilotprojekt zur Sanierung von Pflasterflächen: In der Hauptstraße wird ab Montag, 30. März, erstmals das ne[...]

30.03.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau
Industrieästhetik und Hightech-Verglasung im Einklang
Industrieästhetik und Hightech-Verglasung im Einklang

Mit dem rund 550 Meter langen Ensemble „QH Track“ entsteht unweit des Berliner Hauptbahnhofs ein beeindruckend markanter Bau im neuen Stadtquartier Europacity. [...]

25.03.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau
BPD ergreift Initiative und investiert 500 Mio. Euro in den Bau von rund 1.000 Mietwohnungen

Der Projekt- und Gebietsentwickler BPD | Bouwfonds Immobilienentwicklung investiert 500 Mio. Euro in den deutschen Wohnungsmarkt. In einer ersten Phase sollen b[...]

20.03.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau

Weitere Artikel in dieser Rubrik