Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Koalitionsvertrag enttäuscht: Sanierung Sportstätten bleibt weit hinter Bedarf zurück

Von Prof. Dr. Robin Kähler Vorsitzender der IAKS Deutschland – 17.04.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten 74

Der Koalitionsvertrag bedeutet für die Zukunft der Sportstätten der Kommunen und Vereine eine große Enttäuschung! Der Sanierungsbedarf ist derzeit weit über 12 Mrd. Euro. Vorgesehen sind im Koalitionsvertrag aber nur „mindestens eine Milliarde Euro“ – in vier Jahren – und diese stehen sogar unter Finanzierungsvorbehalt.

Die zwingend notwendige, jährliche „Bundesmillarde, die die IAKS Deutschland gemeinsam mit DOSB, Deutsche Städtetag und Städte- und Gemeindebund für Sanierungen und Modernisierungen gefordert hatte, taucht im Vertrag nicht mehr auf. Das Niveau der Förderung wird damit nur geringfügig das der letzten 4 Jahre übersteigen. Und diese war damals schon um viele Hundert Millionen überzeichnet. Daran wird auch ein Staatsminister für Sport und Ehrenamt ohne Budget nichts ändern können.

Dabei soll Deutschland „zukunftsfähig, gerechter, nah bei den Menschen“ sein. Die Koalition setzt hierfür vielversprechende und richtige Ziele und kündigt Vorhaben an, die – auch durch eine kluge Unterstützungspolitik des Sports - wirkungsvoll erreicht werden könnten: Den Zusammenhalt der Gesellschaft (Zeile 24) und Bewegung und Gesundheit (1298) fördern; eine wirksame und gleichberechtigte Teilhabe aller verwirklichen (646); das Potentials der Kinder und Jugendlichen ausschöpfen (2301); gleichwertiger Lebensverhältnisse in ganz Deutschland fördern und erhalten (3673).

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Richtigerweise verweist der Koalitionsvertrag (3695) auch auf die positiven Wirkungen des Sports, diese Ziele zu erreichen. Aber in maroden Sporthallen, unhygienischen Bädern, herunter gekommenen Sportplätzen und in Städten ohne ausreichende Spiel- und Freiräume im Wohnquartier kann weder „Spaß, Zusammenhalt, Integration, Wertevermittlung, Prävention“ (3695) gelingen noch wirkungsvoll gelehrt werden. „Wie will man Talente für den Leistungssport gewinnen, wenn keine Bewegungsfreude bei den Kindern und Jugendlichen in verdichteten Städten und alten, sanierungsbedürftigen Sportstätten aufkommt?“ fragt Prof. Dr. Kähler, Vorsitzender der IAKS Deutschland. „Zwar ist das Vorhaben der Koalition löblich, etwas mehr Geld als bisher für Sportstätten einzusetzen. Es braucht jetzt aber einen wirklich spürbaren starken Innovations- und Modernisierungsschub im Sport, damit sich Leistung lohnt, Sport für alle Freude macht und die Gesellschaft wieder Mut schöpft“.

Die IAKS Deutschland fordert deshalb:

  • Eine Milliarde Euro soll jährlich für die Sanierung und Modernisierung der Sportstätten und Bewegungsräume zur Verfügung gestellt werden.
  • Die Förderung des Bundes muss – nach Vorlage einer bedürfnisorientierten, integrierten Sportentwicklungsplanung - pauschal und direkt an die Kommunen ausgeschüttet werden.
  • Die Förderung muss allen Menschen unmittelbar wirkungsvoll zugutekommen.
  • Das Verfahren der Förderung muss einfach, transparent und für jede Kommune durchführbar sein.

Die IAKS Deutschland wird sich daher weiterhin vehement für die Stärkung der Sportstättenförderung einsetzen und politisch arbeiten.

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