Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

„Digitale Bauanträge“ in Hanau nach Testphase nun Standard

Weniger Papier, schnellere und einfachere Bearbeitung

11.03.2025 – Lesezeit ca. 4 Minuten 81

Weniger Papier, schnellere und einfachere Bearbeitung

Statt viel Papier gibt es nach der ausgiebigen Testphase nun digitale Bauanträge in Hanau: Fürs Foto zeigen Lars Walther (Foto links) und Oliver Dietrich vom Bauaufsichtsamt die Aktenberge. ( Bild: Stadt Hanau / Moritz Göbel )

„Als sich uns die Chance bot, einen weiteren wichtigen Verwaltungsvorgang zum Wohle der Hanauerinnen und Hanauer ins digitale Jetzt zu bringen, haben wir sofort Ja gesagt“, erklärt Stadträtin und Digitalisierungsdezernentin Isabelle Hemsley. Die Bauaufsicht Hanau bietet nach einer mehr als einjährigen Testphase nun seit Jahresbeginn die Möglichkeit für Alle an, Bauanträge digital einzureichen.

Der größte Vorteil leuchtet sofort ein: Mit der modernen und effizienteren Antragstellung entfällt die bisherige Papierform mit großflächigen Plänen und umfangreichen Bauunterlagen. Digitaler Speicherplatz statt meterlanger Aktenregale. Die Anträge können über das Bauportal Hessen digital gestellt und vor allem weiterverarbeitet werden – ein weiteres Merkmal für die digitale Bauakte. Die Antragstellung der Bauherren und Architekten erfolgt über den webbasierten Antragsassistenten des Bauportals Hessen, einer zentralen Plattform, die von allen Bauaufsichtsbehörden in Hessen genutzt werden kann. Architekten mit Bauvorlageberechtigung müssen sich dazu registrieren und können ihre Bauanträge direkt hochladen. Die Planer werden von dem Assistenten bei der Antragsstellung unterstützt und angeleitet, so dass alle wichtigen und gesetzlich erforderlichen Bauvorlagen bei Antragseingang vollständig vorliegen sollten.

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Hierdurch wird bereits während Eingabe und des Hochladens der Bauantragsunterlagen die formale Vollständigkeit geprüft. Dies führt neben der effizienteren Bearbeitung des Antrags auch zu einer Verringerung von Nachforderungen. Der Antrag wird dann elektronisch an die Hanauer Bauaufsicht weitergeleitet. Bereits seit mehr als einem Jahr werden erste digitale Anträge in Hanau getestet. Dazu waren bei dem Hanauer Bauaufsichtsamt im Hintergrund umfangreiche begleitende Arbeiten zu leisten, damit bereits in diesem Erprobungszeitraum "Kinderkrankheiten" eliminiert werden konnten und nun alles reibungslos ablaufen kann. In dieser Phase wurden diverse Bauanträge, von "einfachen" Wohnungsbauten bis hin zu "komplexen" Gewerbeobjekten, eingereicht. Die Prüfung und Bescheidung der eingereichten Bauantragsunterlagen wurde hierbei mittels einer spezialisierten Bearbeitungssoftware erfolgreich durchgeführt. "Hanau gehört somit zu den Vorreitern in Hessen. Die Testphase hat gezeigt, dass das Verfahren die Abläufe optimiert und die Bearbeitung perspektivisch effizienter gestaltet, gleichermaßen für Antragsstellende als auch Behördenmitarbeitende", so Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadträtin Isabelle Hemsley.

Die Verfahrensbeschleunigung hilft auch Unternehmen, die in Hanau neu bauen oder sich erweitern wollen. Damit ist der digitale Bauantrag auch ein weiterer Baustein für Hanau als zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort. Durch die Digitalisierung entfallen lange Postwege, wodurch sich die Abläufe beschleunigen. Nachreichungen können tagesaktuell erfolgen, wodurch sich Verzögerungen reduzieren. Auch die Baugenehmigung selbst wird nun digital über das Bauportal Hessen bereitgestellt – inklusive aller Prüfvermerke und Auflagen. Damit entfällt die Notwendigkeit der Papierform vollständig. Denn bislang prägten dicke Papierakten mit großen Plänen und umfangreichen statischen und bautechnischen Berechnungen den Alltag der Hanauer Bauaufsicht. Dies wird somit bald der Vergangenheit angehören, wie ein aktueller Blick auf einen Arbeitsplatz der Behörde unschwer erkennen lässt. Doch auch weiterhin können Anträge in reiner Papierform abgegeben werden, was dann aber zu längeren Bearbeitungszeiten führen kann. Die Bearbeitung erfolgt in diesen Fällen, wie bislang auch, bis zum Ende analog. Ein Wechsel von digitaler zu analoger Bearbeitung oder umgekehrt ist während des laufenden Genehmigungsprozesses allerdings nicht möglich.

Im elektronischen Verfahren bietet es Bauherren und Architekten zudem den Vorteil über das Bauportal Hessen jederzeit den aktuellen Status ihres Antrags online einzusehen. Sie erhalten übersichtliche Statusanzeigen wie "eingegangen", "in Bearbeitung" oder "genehmigt". Doch der persönliche Austausch zwischen Bauherrschaften, Planern und dem Bauaufsichtsamt bleibt auch weiterhin wichtig und soll keinesfalls unterbunden werden. Es besteht nach wie vor die Möglichkeit, sich für fachliche Bauberatungen telefonisch und per E-Mail an die Bauaufsicht zu wenden. Das Bauportal Hessen wurde von der ekom211 in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen entwickelt. "Alle Beteiligten können vom digitalen Bauantrag profitieren. Das finden wir smart", so Stadträtin Isabelle Hemsley.

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