Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Alter Bekannter mit neuem Gesicht und Innenleben: Aus C&A wird AIM

08.10.2024 – Lesezeit ca. 4 Minuten 193

Alter Bekannter mit neuem Gesicht und Innenleben: Aus C&A wird AIM

Neues Gesicht für die Münchner Innenstadt: Das ehemalige C&A-Gebäude wird zum innovativen Mixed-Use-Objekt AIM_Kaufingerstr. 13 (Copyright: © ACCUMULATA | INKA K Kaufingerstraße GmbH & Co KG Urheber: rendart Architekturvisualisierungen)

In Münchens prominentester Einkaufsstraße, der Kaufingerstraße, wird das bekannte C&A-Gebäude umfassend umgestaltet. Nach Einreichung des Bauantrags stellen die Bauherren jetzt das finale Konzept vor.

Aus der reinen Einzelhandelsimmobilie wird das zukunftsweisende Mixed-Use-Objekt AIM. Der Name symbolisiert das Ziel, eine neue Ära der Innenstadtentwicklung einzuläuten – mit einem Gebäude, das Maßstäbe für nachhaltige und flexible Nutzungskonzepte setzt. Der Baustart ist für Anfang 2025 angesetzt, wobei C&A seinen bisherigen Standort bereits Ende dieses Jahres räumen wird. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für das Jahr 2027 geplant.

Seit der Vorstellung in der Stadtgestaltungskommission im November 2023 wurde das Konzept kontinuierlich weiter verfeinert. Anfang August 2024 hat die ACCUMULATA Real Estate Management GmbH im Auftrag der Eigentümerfamilie Dr. Hans Inselkammer das finale Konzept im Rahmen des Bauantrags eingereicht. Sven S. Ackermann, Lead Redevelopment bei der Unternehmensgruppe Dr. Hans Inselkammer und für das Projekt zuständig, erklärt: „Als Münchner Familienunternehmen liegt uns die Innenstadt besonders am Herzen. Mit dem AIM wollen wir einen wichtigen Impuls setzen, um die Münchner City noch attraktiver und vor allem zukunftssicherer zu machen. Unser Redevelopment hat einen positiven Abstrahleffekt auf die gesamte Innenstadt, wo andere prominente Entwicklungen ins Stocken geraten sind.“

Die INKA Unternehmensgruppe als traditionelles Family Office steht in München für langfristige Immobilieninvestments, zu deren Portfolio unter anderem das erst kürzlich eröffnete Luxushotel Königshof am Stachus gehört, wie auch das NH Hotel Deutscher Kaiser am Hauptbahnhof, ebenso Einzelhandel- und Büroimmobilien wie die Arkaden in der Neuhauser Straße 5.

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Von Monokultur zu urbanen Mixed-Use

Das AIM markiert einen Paradigmenwechsel in der Innenstadtentwicklung. Statt einer reinen Einzelhandelsnutzung entsteht in dem historischen Ensemble aus drei miteinander verbundenen Gebäuden ein Mix aus Büros, Einzelhandel, Gastronomie und Wohnen auf rund 23.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche.

Stefan Stadler von ACCUMULATA: „Mit dem AIM setzen wir ein Zeichen für Urban Regeneration - weg von der Monokultur des Einzelhandels hin zu einem lebendigen, urbanen, gemischt genutzten Immobilie. Wir führen das historische Objekt in die Zukunft. Dieser Prozess der Stadterneuerung ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unserer Innenstädte.“ Der Münchner Projektentwickler hat bereits Erfahrung in der Konversion großflächiger Einzelhandelsimmobilien in Mixed-Use-Projekte. Erfolgreiche Beispiele sind das Herzog Max am Ende am Stachus in München oder das Forum Steglitz in Berlin.

Energie aus dem Dach: Smarte Architektur im Einklang mit historischem Stadtbild

Die Planungen für das AIM hat das Architekturbüro OLIV zusammen mit den Bauherren seit der Vorstellung in der Stadtgestaltungskommission im November 2023 weiter optimiert. Dabei wurden die Anregungen aus der Kommission berücksichtigt. „Wir haben die Dachfassade noch stärker an die historische Umgebung angepasst, mit einer geringeren Fensterfläche und roten im Dach integrierten PV-Modulen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Fassade des Neubaus in der Fürstenfelder Straße 3. Sie erhält auf Wunsch der Stadt mit einer Klinkeroptik eine eigene Identität, statt die Bestandsfassade fortzuführen", erklärt Igor Brncic von OLIV Architekten die wesentlichen Änderungen.

Nachhaltigkeit und urbane Lebensqualität

Das Konzept setzt stark auf Nachhaltigkeit und urbane Lebensqualität. Durch den weitgehenden Erhalt der Bausubstanz wird graue Energie eingespart und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Insgesamt werden rund 23.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entwickelt, wobei besonderer Wert auf den Erhalt des denkmalgeschützten Singer-Hauses gelegt wird. Für das Gesamtprojekt wird eine DGNB-Platin-Zertifizierung angestrebt.

Die Öffnung und Belebung entlang der Fürstenfelder Straße schafft neue Perspektiven für den Einzelhandel und die Büronutzung. Eine Dachterrasse mit Blick auf die Alpen und die Frauenkirche sowie begrünte Dachflächen und Innenhöfe tragen zur Biodiversität in der Innenstadt bei und schaffen attraktive Aufenthaltsbereiche.

Flexible Nutzungskonzepte für die Zukunft

Das AIM vereint Einzelhandel, Büroflächen, Gastronomie und Wohnungen unter einem Dach. Dabei wird besonderer Wert auf flexible Nutzungskonzepte gelegt, die sich den wandelnden Bedürfnissen der Stadtgesellschaft anpassen lassen. Die Hauptlobby für die Büronutzung am Georg-Kronawitter-Platz und der Einzelhandel im Erdgeschoss entlang der Kaufinger Straße und Fürstenfelder Straße bringen Leben und Frequenz in das Gebäude. Durch die Reduzierung der Treppenkerne von fünf auf drei wird eine effizientere Flächennutzung erreicht, die eine flexiblere Aufteilung der Mieteinheiten ermöglicht.

Ein zentrales Element des neuen Konzepts ist der lichtdurchflutete Innenhof. Dieser sorgt nicht nur für eine deutliche Verbesserung der Lichtverhältnisse im gesamten Gebäudekomplex, sondern fungiert auch als Herzstück des Ensembles. Dieser offene, helle Raum schafft eine angenehme Atmosphäre und fördert das Wohlbefinden der Nutzer. Die großzügigen Glasflächen des Innenhofs lassen natürliches Tageslicht tief in die angrenzenden Räume eindringen, was besonders für die Büroflächen von Vorteil ist und eine produktive Arbeitsumgebung schafft.

Ein Meilenstein für die Münchner Innenstadt

Das AIM demonstriert exemplarisch, wie der notwendige Wandel der Innenstädte gelingen kann: nachhaltig, nutzungsgemischt und mit hoher Aufenthaltsqualität für Bewohner, Arbeitende und Besucher gleichermaßen. Das Interesse an dem Projekt ist bereits groß. „Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen mit ersten Mietinteressenten“, sagt Stefan Stadler.

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