Dieser Artikel wurde in der Ausgabe der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Kleine Grünanlage mit großer Wirkung – Mikro-Park in der Treburer Straße geplant

Klares Zeichen für klimaresiliente Stadtplanung

02.10.2024 – Lesezeit ca. 4 Minuten 47

 Klares Zeichen für klimaresiliente Stadtplanung

Klimainsel Kelsterbach – auf dem Weg zur klimaangepassten Stadt. Ein erster Entwurf für den Mikro-Park in der Treburer Straße steht. Vor Ort wurde dieser vorgestellt und die Anwohner:innen im Rahmen einer Informationsveranstaltung in den Umgestaltungsprozess einbezogen.

Ist-Situation & Pläne zur Umgestaltung

Der bestehende Grünstreifen in der Treburer Straße soll im Zuge einer Umgestaltung zu einem Mikro-Park aufgewertet werden. Mikro-Parks sind kleine, grüne Oasen in städtischen Gebieten, die – auch bei Hitze – zum Treffen, Austauschen und Verweilen einladen. Dem bestehenden Grünstreifen mangelt es aufgrund fehlender Gestaltungselemente und Wegestruktur an Aufenthaltsqualität. Dieses Defizit soll im Rahmen einer Ausweitung der Grünfläche, die Pflanzung von zusätzlichen Bäumen, Sträuchern und Wildwiesen sowie der Herstellung einer barrierefreien Wegestruktur ausgeglichen werden. Thematisch wird eine mediterrane Gestaltung des Parks fokussiert, welche sich aus klimaresilienten Gehölzen und Baumarten zusammensetzt.

Die Bedeutsamkeit von klimaangepasster Flächengestaltung

„Klimaangepasste Flächengestaltung im öffentlichen Raum ist von entscheidender Bedeutung, um den Herausforderungen des Klimawandels wirksam zu begegnen. Durch die Schaffung von Grünflächen, die Hitzeinseln reduzieren und das Stadtklima regulieren, wird ein wichtiger Beitrag zu Verbesserung der Lebensqualität in urbanen Gebieten geleistet“, konstatiert Projektleiterin Katharina Müller von der Integrierten Stadtentwicklung, die für die Projektsteuerung im Fördergebiet Klimainsel verantwortlich ist.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Die Klimainsel ist Teil des Städtebauförderprogramms Wachstum und Nachhaltige Erneuerung des hessischen Wirtschaftsministeriums. Das Förderprogramm unterstützt unter anderem die Aufwertung des öffentlichen Raumes und des Wohnumfeldes sowie die Reduzierung des Wärmeinseleffektes. Klimaangepasste Flächen bieten nicht nur Erholungsmöglichkeiten, sondern fördern auch die Biodiversität und tragen zu einer Verbesserung des lokalen Mikroklimas bei. Bürgermeister Manfred Ockel äußert sich zur Bedeutsamkeit der Neugestaltung wie folgt: „Mit der Umgestaltung des Grünstreifens in der Treburer Straße zu einem Mikro-Park setzen wir ein klares Zeichen für eine zukunftsfähige und klimaresiliente Stadtentwicklung. Mikro-Parks wie dieser sind nicht nur grüne Oasen, die zum Verweilen einladen, sondern auch essenzielle Bausteine in unserer Strategie, städtische Lebensräume an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. Durch die Reduzierung von versiegelten Flächen und die Pflanzung zusätzlicher Bäume schaffen wir ein angenehmes Mikroklima und verbessern die Aufenthaltsqualität für die Bürgerschaft.“

Ihre Stimme zählt – Informationsabend & Beteiligung der Anwohner*innen

Die Beteiligung wurde am 5. September um 17 Uhr am Grünstreifen in der Treburer Straße durchgeführt. Eingeladen war überwiegend die unmittelbare Nachbarschaft. Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Entwurfsplanung durch das beauftragte Landschaftsarchitekturbüro viaverde aus Kronberg vorgestellt. Vorbereitung und Moderation erfolgten durch das Stadtumbaumanagement der ProjektStadt I Integrierte Stadtentwicklung aus Frankfurt am Main. Nachdem der aktuelle Planungsstand, wie der Mikro-Park in der Zukunft aussehen könnte, vorgestellt wurde, fand ein angeregter Austausch zwischen den Bürgern und den Organisatoren statt. Dabei wurde zum einen deutlich, dass die Fläche und deren Gestaltung für die Nachbarschaft von großer Bedeutung ist und dass die Erwartungshaltungen, wie diese nach der Umgestaltung nutzbar sein soll, sich zum Teil stark unterscheiden. Die Bedürfnisse und Anliegen der Nachbarschaft wurden aufgenommen und werden in der weiterführenden Planung miteinbezogen. Die Herausforderung dabei wird sein, einen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Wünschen zu finden. Doch klar wurde nach dem Diskurs: Durch den Mikro-Park besteht großes Potenzial, den Ort aufzuwerten und die Nachbarschaft zusammenzubringen.

Die stellvertretende Projektleiterin Malaika Rahm betont: „Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Umgestaltung des Grünstreifens zu einem Mikro-Park ist von zentraler Bedeutung. Nur durch das Einbringen vielfältiger Perspektiven kann sichergestellt werden, dass der neue Mikro-Park den Bedürfnissen und Wünschen der Anwohnerinnen und Anwohner gerecht wird. Hierdurch wird deutlich, wie wichtig es ist, die Bürgerschaft aktiv in die Gestaltung ihres Wohnumfeldes einzubinden, um gemeinsam nachhaltige und lebendige Orte zu schaffen.“

Die Umgestaltung der Grünfläche ist für 2025 geplant. Im Nachgang der Bürgerbeteiligung wird geprüft, wie und an welcher Stelle die Erkenntnisse daraus in die Planung integriert werden können. Bevor die Planung politisch beschlossen wird, soll die umliegende Nachbarschaft nochmal über diese informiert werden.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
Neues Vorzeigeprojekt für klimaaktive Stadtgestaltung
Neues Vorzeigeprojekt für klimaaktive Stadtgestaltung

Die Anpassung unserer Städte an den Klimawandel ist eine komplexe Aufgabe, die keinen Aufschub erlaubt. Immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse zeigen[...]

20.05.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Mehr als Schafe zwischen Konzernen und Konzerten
Mehr als Schafe zwischen Konzernen und Konzerten

Das Werksviertel in München tanzt auf der Linie zwischen Vergangenheit und Zukunft. Das Quartier gilt europaweit als Paradebeispiel, sich neu zu erfinden, ohne [...]

13.05.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

hochtiefbau
Begrünung, Solarnutzung und lebendiger Treffpunkt in Jena
Begrünung, Solarnutzung und lebendiger Treffpunkt in Jena

Das neue Gebäude der Bibliothek und der Bürgerdienste der Stadt Jena dient als städtischer Treffpunkt und bietet Mehrfachnutzen auch auf der 2400 m² großen Dach[...]

04.05.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Wenn Bauprojekte scheitern: vom Planungsfehler zum Millionenschaden
Wenn Bauprojekte scheitern: vom Planungsfehler zum Millionenschaden

Zu Beginn eines neuen Bauprojekts scheint alles nach Plan zu laufen: reibungslose Abstimmungen zwischen den Gewerken, strukturierte Abläufe und erste Maßnahmen,[...]

21.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau
Gelebte Mobilitätswende
Gelebte Mobilitätswende

Die Mobilität der Zukunft stellt Kommunen vor neue Aufgaben: Parkhäuser werden zu vielseitigen Mobility Hubs, die durch flexible Nutzungskonzepte dem effiziente[...]

15.04.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau
Der Moabiter Kinderhof bringt Architektur und Nutzung auf den Punkt
Der Moabiter Kinderhof bringt Architektur und Nutzung auf den Punkt

Der im Oktober 2025 eröffnete Moabiter Kinderhof in Berlin versteht sich als offenes Haus für den Alltag von Kindern und Jugendlichen im dicht bebauten Stadtrau[...]

10.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau
hubitation-Netzwerk begrüßt neues Mitglied
hubitation-Netzwerk begrüßt neues Mitglied

Startup-Accelerator der NHW fördert Innovation und Nachhaltigkeit

10.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau
Experte: „Mehr Staat“ lindert die Wohnungsnot nicht
Experte: „Mehr Staat“ lindert die Wohnungsnot nicht

„Wir haben in Deutschland rund 790 kommunale und landeseigene Wohnungsbaugesellschaften. Die Idee, dass eine weitere bundeseigene die Wohnungsnot lindern wird, [...]

09.04.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

hochtiefbau
23 Millionen Projekt in Hagen: Deutschlands größte genossenschaftliche serielle Sanierung
23 Millionen Projekt in Hagen: Deutschlands größte genossenschaftliche serielle Sanierung

Der Wohnungsverein Hagen und das Berliner Unternehmen ecoworks realisieren die bislang größte genossenschaftliche serielle Sanierung in Deutschland. Im Stadttei[...]

02.04.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Neues Fugenmaterial soll Pflasterflächen langfristig stabilisieren
Neues Fugenmaterial soll Pflasterflächen langfristig stabilisieren

Die Stadt Hanau startet im Stadtteil Großauheim ein Pilotprojekt zur Sanierung von Pflasterflächen: In der Hauptstraße wird ab Montag, 30. März, erstmals das ne[...]

30.03.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau

Weitere Artikel in dieser Rubrik