Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Schulsanierung Gymnasium Neustadt a. d. Waldnaab

Beton brut, cool saniert

09.07.2024 – Lesezeit ca. 4 Minuten 99

Beton brut, cool saniert

Das Gymnasium in Neustadt an der Waldnaab aus den 1970er-Jahren wurde einer Generalsanierung unterzogen und von Brückner & Brückner Architekten zu einem modernen Schulgebäude umgebaut. (Bild: WAREMA)

Mit Umbau und energetischer Modernisierung des Gymnasiums im oberpfälzischen Neustadt an der Waldnaab gelang Brückner & Brückner Architekten eine inzwischen mehrfach ausgezeichnete Transformation der Beton-brut-Architektur von 1977 in ein modernes Schulgebäude. Das Ziel war es, eine zeitgemäße Lernumgebung zu schaffen, die den heutigen Anforderungen gerecht wird. Den Sonnenschutz für die Klassenräume realisierten die Architekten mit eleganten Fallarm-Markisen von Warema.

Neue Struktur für moderne Lernkonzepte

Das Gymnasium in Neustadt an der Waldnaab ist Teil eines Schulcampus am Rande der Kreisstadt. Es war 1977 von den Architekten Georg Rembeck, Xaver Bogner und Ferdinand Hasl auf einer Waldlichtung errichtet worden. Zusammen mit der erforderlichen energetischen Sanierung der kompakten Beton-Architektur gelang Brückner & Brückner Architekten die Verwandlung des ungeliebten Beton-brut-Bauwerks in einen zeitgemäßen Ort des Lernens, der Kommunikation und der Begegnung. Für den modernen Schulbetrieb wurde die Raumordnung systematisch umstrukturiert und eine neue Eingangssituation mit großer Freitreppe geschaffen. Neu ist auch die Aula mit Tageslichtdecke sowie eine mehrgeschossige Bibliothek mit Vortragsraum und kommunikativen Sitznischen auf den Fluren. So entstand ein fortschrittliches Schulgebäude, technisch und funktional auf der Höhe der Zeit und mit lichtdurchfluteten Räumen in warmen und hellen Farben. Allein schon dafür hätte das Projekt eine Auszeichnung verdient, zumal die umfangreiche Transformation im laufenden Betrieb und unter ressourcenschonendem Einsatz der Bestandsmaterialien erfolgte.

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Coole Fassade macht Lust auf Schule

Nicht minder preiswürdig ist die gelungene Transformation der sperrigen Beton-brut-Fassade, deren neue Gestaltung kreativ mit den vorgefundenen Elementen spielt und schon von außen einen zukunftsorientierten Schulbetrieb symbolisiert. Die ehemals handwerklich aufwendig bearbeitete Betonfassade war nach über 40 Jahren stark nachgedunkelt und unansehnlich geworden. Abgesehen von der rauen Struktur und der nach heutigen Maßstäben unzureichenden Dämmung war jedoch die Qualität der Beton-Vorhangfassade auch nach fast einem halben Jahrhundert nicht zu beanstanden und ein Abriss sowohl aus Gestaltungs- wie Nachhaltigkeitsüberlegungen nicht geboten. Für die energetische Ertüchtigung reichte eine 80 mm dicke mineralische Innendämmung. Die alten Aluminiumfenster wurden durch neue Holz-Alu-Fenster ersetzt und für den Sonnenschutz mit silbergrauen Fenstermarkisen von Warema ausgestattet. Die Schwere der Betonfassade ist nun spielerisch aufgelöst durch schmale Aluminiumleisten, die in die Vertikalstruktur der Brüstungselemente eingelassen sind. Sie hellen die Fassade auf und verleihen ihr je nach Tageszeit eine sich wandelnde Optik. Wo neu gebaut wurde sowie an den Fluchttreppenhäusern und am Haupteingang kontrastierten die Architekten die raue Betonstruktur mit einer glänzenden Spiegelfassade aus polierten Aluminium-Verbundplatten. Bäume und Sträucher spiegeln sich hier wider – die Ansicht scheint sich fast aufzulösen und bildet als quasi entmaterialisiertes Spiegelbild den maximalen Kontrast zur Massivität der Bestandsfassade.

Gutes Raumklima für besseren Lernerfolg

Behaglichkeitskriterien wie Lichtverhältnisse und Raumtemperatur haben erhebliche Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Schon wenige Grad Celsius Differenz können entscheidend zum thermischen Wohlbefinden und damit zum Lernerfolg beitragen. Daher hat die Wahl der richtigen Maßnahmen für den Blend- und Hitzeschutz einen wesentlichen Einfluss auf die Motivation der Schüler und ihre Lernergebnisse.
Bei der Sanierung des Gymnasiums Neustadt an der Waldnaab entschieden sich die Architekten für einen effektiven außenliegenden Sonnenschutz und setzten dafür Schacht-Basis-Markisen mit Fallarm von Warema ein. Die Markisen konnten in den Schacht über dem Sturz der neuen Fenster integriert werden. Die moderne Warema Armtechnik sorgt für eine stets optimale Tuchspannung des feuerbeständigen Spezialgewebes. Das mit PVC bedampfte und schmutzabweisende Sonnenschutzgewebe Soltis 92 reflektiert im Sommer die Wärmestrahlung und hilft im Winter, die Wärme im Innenraum zu erhalten. Selbst bei komplett heruntergefahrenem Tuch bleibt die Durchsicht nach außen und damit der visuelle Kontakt der Schüler und Lehrenden zur Außenwelt bestehen. Ebenso ist eine natürliche Belüftung durch die geöffneten Fenster auch bei heruntergelassenem Sonnenschutz möglich. Der ausgewählte Soltis Behang hat einen sehr hohen Farbwiedergabeindex und lässt die Gegenstände auch bei heruntergefahrenem Sonnenschutz natürlich aussehen. Durch den hervorragenden Blendschutzeffekt bestehen auch bei starkem Sonnenschein gute Bedingungen für ein produktives Lernklima im Klassenzimmer.


Bautafel

Projekt: Schulsanierung Gymnasium Neustadt a. d. Waldnaab

Ort: Bildstraße 20, 92660 Neustadt an der Waldnaab

Nutzung: Schule

Bauherrschaft: Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab

Architektur: Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth/Würzburg

Fertigstellung: 2022

Preise: Materialpreis 2021, Auszeichnung in der Kategorie Materialeinsatz; Auszeichnung Architekturpreis Beton 2023; Nominierung DAM Preis 2023; Auszeichnung BDA regiNO Preis 2024

Produkte: Schacht-Basis-Markise mit Fallarm, Behang: Soltis 92 Dessin 045, Farbe Metall gehämmert, schmutzabweisende Ausrüstung, schwer entflammbar gemäß DIN 4102–B1, Gestellfarbe RAL7016 matt

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