Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Meilenstein im Betonrecycling: Pilotprojekt von FBS, Röser und Sika

Erstes Betonrohr aus 100 Prozent Recyclingmaterial

28.05.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 82

Erstes Betonrohr aus 100 Prozent Recyclingmaterial

Deutschlands erstes Betonrohr aus 100 Prozent Recyclingmaterial (Bild: FBS e.V.)

  • Innovation im Bereich Recycling: Mit dem Sika „reCO₂ver®“-Verfahren kann aus Altbeton rezyklierte Gesteinskörnung nahezu in Originalqualität hergestellt werden.
  • Das Ergebnis ist ein hochleistungsfähiger Recyclingbeton, der ähnliche Eigenschaften aufweist wie ein völlig neues Produkt.
  • Pilotprojekt von FBS, Röser und Sika: Erfolgreiche Produktion von Deutschlands erstem Betonrohr aus 100 Prozent Recyclingmaterial.

Meilenstein im Betonrecycling: Die Sika AG, ein Unternehmen aus dem Bereich der Spezialchemie, hat ein hocheffizientes Verfahren entwickelt, um Altbeton in seine Einzelteile zu zerlegen, zu recyceln und die Qualität des aufbereiteten Materials zu optimieren. Das Recyclingverfahren mit dem Markennamen „reCO₂ver®“ ermöglicht so die Herstellung eines Hochleistungs-Recyclingbetons, der ähnliche Eigenschaften aufweist wie ein völlig neues Produkt. Und Sika „reCO₂ver®“ kann noch mehr: Durch ein chemisches Verfahren werden im Recyclingprozess derzeit bis zu 15 kg CO₂ pro Tonne zerkleinerten Betonabbruch gebunden.

Enormes Potenzial für die Herstellung von Betonrohren und -schächten

Betonrohre, die zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial bestehen – das klingt nach einer Zukunftsvision, ist aber mit „reCO₂ver®“ von Sika schon heute möglich. Das Recyclingverfahren bietet aufgrund der hohen Qualität der rezyklierten Gesteinskörnung ein enormes Potenzial für die technisch anspruchsvolle Herstellung von Betonrohren und - schächten. Wie dieses Potenzial zukünftig im Kanal- und Tiefbau genutzt werden kann, hat der Bundesfachverband Betonkanalsysteme e.V. (FBS) in Zusammenarbeit mit der Sika AG und der Röser-Vertriebs GmbH in einem Pilotprojekt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Dazu wurden Betonrohre vorgebrochen, in der Pilotanlage von Sika aufbereitet und anschließend zur Firma Röser zurücktransportiert, wo daraus neue Rohre hergestellt wurden.

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Erfolgreicher Praxistest: Produktion des ersten Recyclingrohres aus Beton

Der Sika-Recyclingbeton überzeugt auch im Praxistest: Im Vergleich zu bisherigen Recyclingverfahren liegt die Korngrößenverteilung des Recyclingmaterials deutlich näher an der des Ausgangsmaterials. Dadurch unterscheidet sich das aufbereitete Material bei der Herstellung des Betonrohres weder in der Optik noch in der Verarbeitung. Ein weiterer großer Vorteil: Ein Teil des im Recyclingprozess entstandenen Zementsteinstaubs kann bei der Betonherstellung wiederverwendet werden, wodurch der Zementverbrauch und damit der CO₂-Fußabdruck zusätzlich reduziert werden können.

Sika „reCO₂ver“ ebnet den Weg in die Zukunft des Betonrecyclings

Nach der erfolgreichen Produktion werden die hergestellten Recyclingrohre derzeit sowohl von der Firma Röser als auch von Sika geprüft und analysiert. Eines steht für die Verantwortlichen des Pilotprojekts aber schon heute fest: Mit dem „reCO₂ver“-Verfahren kann in Zukunft ein hochleistungsfähiger Recyclingbeton mit hoher CO₂-Bindung produziert werden. Damit hat die Innovation das Potenzial, Ressourcen zu schonen und den ökologischen Fußabdruck der gesamten Bauindustrie deutlich zu reduzieren. Auch im hochspezialisierten Tief- und Kanalbau kann Sika „reCO₂ver“ einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs leisten.

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