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Die Verbandsgemeinde Bodenheim investiert einen Teil der „KIPKI“-Gelder in Windkraft vom Dach

Fördermittel ermöglichen Erprobung neuer Technologien

05.09.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 39

Fördermittel ermöglichen Erprobung neuer Technologien

Auf dem Dach der Grundschule Gau-Bischofsheim ist geplant, neben der eigenen Photovoltaikanlage eine weitere zur Volleinspeisung einer Energiegenossenschaft zu errichten, der die Verbandsgemeinde beigetreten ist. Zudem ein bis zwei Windräder. (Bild: Markus Forschner)

Vorreiter sein, neue Wege beim Klimaschutz beschreiten, die noch nicht etabliert oder als wirtschaftlich erprobt sind. Dafür nutzt die rheinhessische Verbandsgemeinde (VG) Bodenheim einen Teil der Mittel, die sie aus dem KIPKI-Förderprogramm des Landes erhält.

Windräder auf Schuldächern sind ein Teil des Erprobens. Klimaschutzmanager Markus Forschner berichtet von großer Begeisterung für diese ursprünglich aus der Bürgerschaft stammende Idee, als sie im Schulträger-Ausschuss des Verbandsgemeinderates vorgestellt wurde: „Es gab überhaupt keine Bedenken, das auszuprobieren.“ Vorgesehen sind zwei kommunale Gebäude mit jeweils einer Windenergieanlage (WEA).

Die Windenergieanlagen werden allerdings ganz anders aussehen als jene, die in der Landschaft stehen, denn für so große WEA fehlt es in der VG an geeigneten Flächen. Die völlig andere Rotorgröße und -anordnung der Dachanlagen ist zum einen eine ästhetische, zum anderen aber auch eine ganz profane technische Frage. Denn die Windräder dürfen nur geringe Vibrationen verursachen, um die Gebäudesubstanz nicht zu beeinträchtigen. Zudem ist eine deutlich geringere Geräuschentwicklung ein bedeutsamer Aspekt.

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Noch keine Erfahrungswerte

Der Schulbetrieb und auch das Ruhebedürfnis der Nachbarschaft dürfen auf keinen Fall leiden. Das gilt für die Grundschule in Gau-Bischofsheim ebenso wie für den Schlauchturm der ehemaligen Feuerwache mitten in Nackenheim. Weil die Gebäude so unterschiedlich sind, eigneten sie sich besonders gut für den Test, wie Forschner sagt. „Was kostet so eine Anlage, was kann sie leisten und wann amortisiert sich eine solche Investition? Dazu haben wir keine Erfahrungswerte.“ Der Klimaschutzmanager ist gespannt auf die Ergebnisse. Die will die Verbandsgemeinde später ihren Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellen – für mögliche Folgeprojekte auf Privathäusern.

Die Kosten für die beiden Dachwindräder kalkuliert die VG mit insgesamt rund 130.000 Euro, jeweils inklusive Batteriespeicher und Photovoltaik auf den Dächern. Auch auf dem Dach der Grundschule in Bodenheim ist die Nutzung von Sonnenenergie als integrierte Photovoltaikanlage vorgesehen. Der experimentelle Charakter liegt hier in einer sogenannten „Redox Flow“-Batterie, die im Gegensatz zu herkömmlichen Speichern nicht nur vollständig entladen werden kann, sondern auch langlebiger und zudem weniger brand- oder explosionsgefährdet sein soll.

„Wir sind als Verbandsgemeinde stolz darauf, mit Hilfe der KIPKI-Fördermittel eine Vorreiterrolle einnehmen zu können. Wir wollen positive Veränderungen in der Energiegewinnung und -speicherung bewirken und gleichzeitig das Vertrauen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger in die Zukunftsfähigkeit innovativer Energieprojekte stärken.“ betont Bürgermeister Dr. Robert Scheurer.

Weitere Photovoltaik-Anlagen

Knapp 600.000 Euro erhält die antragstellende Verbandsgemeinde Bodenheim aus dem KIPKI-Fonds. Hiervon kommen rund 446.000 Euro Maßnahmen der Verbandsgemeinde zugute. Damit sollen weitere Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden und eine E-Ladesäule zur Nutzung durch Verwaltungs- und Schulmitarbeitende finanziert werden. Den Restbetrag von 150.000 Euro verwenden die Ortsgemeinden für eigene Projekte im Bereich der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED und für die Sanierung von Heizungsanlagen.

„Jede Innovation braucht die praktische Anwendung, wenn sie sich durchsetzen soll“, ist Klimaschutzmanager Markus Forschner überzeugt. „Hier ganz konkret anzusetzen und mit unseren Erfahrungen andere Kommunen zu eigenen Projekten anzuregen, war ein wesentlicher Teil unserer Intention.“ Mit der nun vorliegenden Förderzusage des Landes sei der Weg dafür frei.

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