19.06.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 4
Die Kommunalwappen-Studie 2025/26 belegt, dass für die Bürgerinnen und Bürger das Wappen das wichtigste Identifikationszeichen ihrer Kommune ist. (Grafik: Institut für Kommunalheraldik (IfK))
Eine Online- und Telefonumfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA mit über 2.000 Befragten zeigt, dass den Deutschen ihre kommunalen Wappen wichtig sind. Als Gründe nennen die Befragten, dass mit einem Stadt- oder Gemeindewappen Tradition und kulturelles Erbe bewahrt werde. Das Wappen diene der Wiedererkennung und fördere Gemeinschaftsgefühl und Heimatverbundenheit.
„Eine deutliche Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger bekennt sich zu ihrem Stadt- oder Gemeindewappen. Es soll die örtliche Tradition wahren und als Gemeinschaftssymbol dienen. Aus der Sicht der Verwaltungen soll das Wappen gleichzeitig modern und funktional sein“, fasst Frank Diemar, Inhaber des Instituts für Kommunalheraldik das Bild zusammen, dass die INSA-Befragung von der Meinung der Deutschen zu ihren Kommunalwappen zeichnet.
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Die INSA-Umfrage zeigt nur geringe Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen bei der Einstellung zu ihren kommunalen Wappen. Lediglich bei der Frage nach dem besseren Repräsentationszeichen für eine Stadt vertrauen im Osten etwas mehr Befragte auf ein Wappen (38 %; eher Logo nur 9 %; West: 30 % eher Wappen, 13 % eher Logo). Auf die Frage, ob die eigene Stadt oder Gemeinde professioneller auftreten sollte, antworteten mehr Ostdeutsche mit ja. (Ost: 44 %, West: 37 %)
Beim Vergleich der Bundesländer erwiesen sich Rheinland-Pfalz, Sachsen, Bayern und Brandenburg als die wappenfreudigsten Regionen Deutschlands. Sie stehen an der Spitze des Länderrankings zur Wappenaffinität ihrer Bürger.
INSA-Chef Hermann Binkert: „Nur jeder Achte hält ein Logo zur Repräsentation seiner Kommune für besser geeignet als ein Wappen. Das Stadtwappen schlägt das Stadtlogo.“
Doch was macht die Anziehungskraft von Stadt- und Gemeindewappen für die Bürgerinnen und Bürger aus? Zum Wert von Wappen trägt bei, dass sie im Unterschied zu eher kurzlebigen Logos bleibende Symbole sind. Weil sie auf Langfristigkeit angelegt sind, hat man bei ihrer Gestaltung weit in die Lokalhistorie zurückgeblickt.
Neben der im Wappen visualisierten Regionalgeschichte gibt es noch weitere Gründe für die Beliebtheit von Stadt- und Gemeindewappen. Zu den Vorzügen von Wappenmotiven gehört beispielsweise ihr Assoziationsreichtum. Hinter vielen Wappenbildern verbirgt sich eine ganz eigene und besonders markante Geschichte. Kommunalwappen geben damit einen Anstoß, sich die Historie der eigenen Stadt oder Gemeinde bewusst zu machen.
Die INSA-Studie zeigt eindrucksvoll die Wertschätzung, der Bürgerinnen und Bürger gegenüber ihren Kommunalwappen. Städte und Gemeinden sind somit gut beraten, wenn sie ihr in der Bevölkerung akzeptiertes Wappen nutzen, pflegen und – wenn nötig – visuell modernisieren und digital fit machen. Ein gut geführtes Wappen bildet weiterhin das kulturelle Dach für die kommunale Gemeinschaft und die geeignetste Konstante im kommunalen Erscheinungsbild.
Das Markt-und Sozialforschungsinstitut ist ein unabhängiges, inhabergeführtes Familienunternehmen, das vom Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter Hermann Binkert geleitet wird. Das Unternehmen erstellt für Kunden aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft qualitative und quantitative Marktforschungsstudien.
Jede Kommune sollte über ein heraldisch gelungenes und zeitgemäß dargestelltes Wappen verfügen. Nur so kann das kommunale Hoheitszeichen seine Rolle als Identifikationsanker nach innen und als Repräsentationssymbol nach außen bestmöglich erfüllen. Um dieses Ziel zu erreichen, berät das IfK Kommunen und Landesbehörden, entwickelt neue Kommunalwappen und optimiert im heraldischen Bestand.
Die IfK-Lösungen verbinden das Wappen als visuelle Konstante des kommunalen Erscheinungsbildes mit einem adäquaten Kommunal Design, das auch im digitalen Raum funktioniert.
Onlinebefragung, gestützt durch die Telefonbefragungsmethode INSA Perpetua Demoscopia; Feldzeit 09/2025; Experteninterviews mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern deutscher Kommunen (3.000 – 30.000 Einwohner) 10/2025 – 02/2026