Rubrik Allgemein

Kommunen setzen Sondervermögen 2026 vor allem für Schulen und Straßen ein

05.06.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 422

Erste Ergebnisse des „KfW-Kommunalpanel 2026“ zeigen: Die Kommunen blicken pessimistisch auf ihre Finanzlage. Das Sondervermögen des Bundes weckt zwar Hoffnung auf neue Investitionsimpulse, kann jedoch nur begrenzt zur Bewältigung der bestehenden Herausforderungen beitragen.

Die finanzielle Lage setzt die Kommunen zunehmend unter Druck. Nach drei Jahren mit hohen Defiziten erwarten vier von fünf Kommunen im laufenden Haushaltsjahr 2026 eine weitere Verschlechterung ihrer Haushaltssituation. Das zeigen erste Ergebnisse des diesjährigen KfW-Kommunalpanels. Die Befragung der Kämmereien wird seit 2009 jährlich vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag der KfW durchgeführt; die Gesamtergebnisse erscheinen im Juni.

Etwas Hoffnung auf neue Impulse macht das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes. 22 Prozent der Kommunen gehen davon aus, dass das Sondervermögen ihre Investitionstätigkeit bereits im Jahr 2026 positiv beeinflusst. Für 2027 rechnen 38 Prozent der Kommunen damit, dass ihr geplantes Investitionsvolumen durch die zusätzlichen Mittel höher ausfallen wird als ohne diese Unterstützung.

„Die Mittel des Sondervermögens sind für die Kommunen eine wichtige finanzielle Unterstützung. Angesichts der erheblichen Investitionsrückstände leisten sie jedoch nur begrenzt einen Beitrag zur Bewältigung bestehender Herausforderungen der Energie- und Mobilitätswende, der Anpassung an den Klimawandel sowie der Digitalisierung“, kommentiert Professor Dr. Jochen Monstadt, wissenschaftlicher Direktor des Difu.

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Bund und Länder überlassen den Kommunen weitgehend die Entscheidung, für welche Infrastrukturbereiche sie die Mittel einsetzen. Dabei zeichnen sich klare Schwerpunkte ab: Von den Kommunen, die bereits 2026 mit Mitteln aus dem Sondervermögen planen, gibt etwa jede zweite an, die Gelder für Straßen und Schulinfrastruktur einsetzen zu wollen. Ebenfalls häufig genannt werden Investitionen in den Brand- und Katastrophenschutz. Rund ein Drittel der Kommunen plant zudem Investitionen in Kinderbetreuung und Sportstätten. Diese Schwerpunkte spiegeln die seit Jahren bestehenden wahrgenommenen Investitionsrückstände in diesen Bereichen wider.

Bei der geplanten Mittelverwendung zeigt sich, dass die Kommunen durchschnittlich 24 Prozent der erhaltenen Mittel für Schulen einsetzen wollen, 22 Prozent für Straßen, 18 Prozent für den Brand- und Katastrophenschutz, 10 Prozent für Kinderbetreuung und 9 Prozent für Sportstätten.

„Das Geld sollte nun schnell in sichtbare Projekte münden. Die Menschen vor Ort müssen sehen können, dass der Staat etwas gegen die Infrastrukturdefizite unternimmt“, sagt Difu-Projektleiter Dr. Christian Raffer.


Hintergrundinfo

Das KfW-Kommunalpanel ist eine jährliche repräsentative Befragung der Kämmereien, die das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) seit 2009 im Auftrag der KfW durchführt. Im ersten Quartal 2026 wurden insgesamt 2904 Kommunen mit mehr als 2000 Einwohnenden befragt; die Rücklaufquote lag bei 37 Prozent. Die vollständigen Ergebnisse des KfW-Kommunalpanels 2026 werden voraussichtlich im Juni vorgestellt.

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