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Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen sind Angaben der jeweiligen Hersteller und wurden redaktionell nicht verifiziert.
Dieser Artikel wurde in der Ausgabe Oktober 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
86 Prozent der Bürgerinnen und Bürger wollen mehr Grün, Blau und Wasserrückhalt in den Städten
Deutschland will Schwammstadt
24.09.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten
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Die große Mehrheit der Bevölkerung ist vom Schwammstadtkonzept überzeugt. Deutsche Kommunen sollen grüner werden, sollen mehr Wasserflächen in das Stadtbild integrieren und verstärkt Regenwasser versickern. Dies zeigt eine im Auftrag der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführte Umfrage. Bei der Starkregen- und Hochwasservorsorge ist die Bevölkerung gespalten. Immerhin zwei Fünftel der Befragten stufen ihre Kommune als grundsätzlich ausreichend auf Überflutungen vorbereitet ein. Knapp die Hälfte sieht aber auch hier Nachholbedarf. „Die Menschen wünschen sich grüne Städte, lebendige Gewässer und fordern Schutz vor Überflutung“, betont DWA-Bundesgeschäftsführerin Dr. Lisa Broß. „Es ist Zeit, gemeinsam zu handeln – Politik, Kommunen und Gesellschaft. Die Wasserwirtschaft steht bereit.“
Deutschland will die Schwammstadt. Fast 90 Prozent der Befragten wollen mehr Grün und Blau in ihrer Stadt, mehr Klimaanpassung und auch mehr Starkregenvorsorge. Überwältigende 72 Prozent der von Civey Befragten würden stärkere Investitionen in diesen Bereichen in ihrer Kommunen „auf jeden Fall“ begrüßen. Weitere 14 Prozent sehen mit „eher ja“ Investitionen in blau-grüne Infrastrukturen ebenfalls positiv. Auf direkte Ablehnung stoßen diese Konzepte zur Klimaanpassung bei lediglich fünf Prozent der Befragten. Das Schwammstadtkonzept überzeugt die Bürgerinnen und Bürger. Ein klarer Handlungsauftrag für die Kommunen.
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Aktuell hält nur eine Minderheit der Bevölkerung ihre Kommunen wirklich ausreichend auf Starkregen und Hochwasser vorbereitet. Lediglich zwölf Prozent der Befragten antworteten auf die entsprechende Frage mit „ja, auf jeden Fall“. Immerhin 29 Prozent entschieden sich für „eher ja“. Auf der anderen Seite stehen aber jeweils rund ein Viertel der Bevölkerung, die die aktuelle Vorsorge gegen Starkregen und Hochwasser als unzureichend einstufen, konkret „auf keinen Fall“ (23 Prozent) und „eher nein“ (23 Prozent).
Die Anpassung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur an den Klimawandel ist in deutschen Kommunen vielerorts bereits Thema, die einzelnen Maßnahmen werden von der Bevölkerung aber sehr unterschiedlich wahrgenommen. Am meisten bemerkt werden die klassischen Aufgaben der Siedlungsentwässerung. So berichteten 42 Prozent der Befragten von Sanierungen bestehender Abwassersysteme, 36 Prozent nannten den Ausbau von Regenwasser-Retentionsflächen. Mit immerhin 30 Prozent folgen bereits auf Platz 3 umfassende Starkregenkonzepte. Deutlich seltener wurden Entsiegelungsmaßnahmen zur Grundwasserneubildung (23 %) oder dezentrales Regenwassermanagement (14 %) angeführt. Und mit immerhin 21 Prozent gab gut ein Fünftel der Befragten an, dass in ihrer Kommune bislang keine Maßnahmen geplant oder umgesetzt werden.
Die Umfrageergebnisse stellen einen klaren Handlungsauftrag für Bund, Länder und Kommunen dar. Wasser ist der zentrale Baustein der Klimaanpassung. Für eine jederzeit sichere Wasserversorgung von Mensch, Natur und Industrie braucht Deutschland flächendeckend einen naturnahen Landschaftswasserhaushalt. Städte und Gemeinden müssen zudem wasserbewusst – blau-grün - geplant und umgebaut werden. So entsteht Rückhalt für Starkregen und Resilienz in Trockenzeiten. Gleichzeitig sorgen grün-blaue Flächen durch Verdunstungskühlung für spürbare Entlastung an heißen Tagen und machen Städte lebenswerter. Grün-blaue Städte sind die nachhaltige Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft.
Das Marktforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag der DWA Mitte September 5.000 Bürgerinnen und Bürger zu Ihrer Einschätzung der Klimaanpassung und der Hochwasservorsorge in ihren Kommunen befragt. Die DWA hat die Zahlen anlässlich der Woche der Klimaanpassung (15. bis 19. September) erhoben und auf den DWA-WasserTagen im Motorwerk Berlin am 16. September vorgestellt.
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