Rubrik Wasser / Abwasser

Nutzungskonflikte jetzt lösen und Anpassungsmaßnahmen umgehend umsetzen

Verbände-Appell zu Klimawandel-Anpassungsstrategien

22.09.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten 53

Extremwetterereignisse und Klimawandel erfordern nach Auffassung der Verbände BDEW, DVGW, DWA und VKU ein schnelles Handeln von Politik und Gesellschaft, um die zukünftige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland zu sichern.

Die Verbände machen in einem gemeinsamen Positionspapier deutlich: Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits heute spürbar. Extremwetterereignisse wie Hochwasser, Starkregen, Dürreperioden und Hitzewellen stellen die Wasserwirtschaft vor enorme Herausforderungen. Das Verbände-Papier zur Klimawandelanpassung im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung benennt die zentralen Handlungsfelder und zeigt konkrete Anforderungen an Politik und Gesellschaft auf. Ohne eine sichere Wasserversorgung und funktionierende Abwasserentsorgung sind Leben, Wirtschaft und Umwelt nicht denkbar.

Klimaschutz: Energieeffizienz und erneuerbare Energien

Die Wasserwirtschaft unterstützt die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens und setzt auf konkrete Maßnahmen zur Emissionsminderung. Dazu zählen Energieeinsparungen, die Steigerung der Energieeffizienz und der Ausbau erneuerbarer Energien. Betriebe der Wasser- und Abwasserwirtschaft haben ihre Energieverbräuche bereits deutlich gesenkt und treiben Projekte zur Klimaneutralität konsequent voran. Wichtig sind dabei faire Rahmenbedingungen – unter anderem durch den Abbau steuerlicher Benachteiligungen sowie die Öffnung von Zertifikations- und Kompensationssystemen für die Branche.

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Klimawandel-Anpassung: Infrastruktur stärken und Nutzungskonflikte vermeiden

Der Klimawandel verschärft Nutzungskonflikte um die Ressource Wasser. Die öffentliche Wasserversorgung muss dabei Vorrang haben, da sie zur unverzichtbaren zentralen Daseinsvorsorge gehört. Zugleich sind Investitionen in klimaresiliente Infrastrukturen notwendig – von überregionalen Verbindungen von Wasserversorgungssystemen über moderne Regenwasserbewirtschaftung bis hin zu naturnahen Lösungen wie Gewässer- und Moorrenaturierungen. Diese Maßnahmen erfordern nicht nur beschleunigte Genehmigungsverfahren, sondern auch eine angemessene und dauerhafte Finanzierung, die über kommunale Entgelte allein nicht sichergestellt werden kann.

Wasserqualität sichern und Belastungen reduzieren

Neben der Quantität der Ressourcen ist auch die Qualität der Wasserressourcen von entscheidender Bedeutung. Belastete Grundwässer, Quellen und Flüsse stehen nicht oder nur eingeschränkt für die Versorgung zur Verfügung, verursachen immer höhere Aufwände für die Aufbereitung des Trinkwassers und erbringen deutlich weniger Ökosystemdienstleistungen als ökologisch intakte Gewässer. Um die Gewässer vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels zu schützen, müssen Vorsorge- und Verursacherprinzip in allen Rechtsbereichen stärker verankert und zudem konsequent umgesetzt werden. Dazu gehört, dass die Belastungen durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel auf landwirtschaftlich genutzten Flächen verringert werden. Außerdem braucht es eine erweiterte Herstellerverantwortung, die auch für die Kosten aufkommt, die bei den Schutz- und Aufbereitungsanforderungen der Wasserversorgung entstehen.

Um Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen und die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten, braucht die Wasserwirtschaft die Unterstützung von Bund, Ländern und Kommunen. Die Verbände fordern eine Gemeinschaftsaufgabe „Klimaanpassung“ sowie gezielte Fördermittel – etwa aus Strukturfonds – für dringend erforderliche Investitionen.

Mit ihrem gemeinsamen Papier bekräftigen BDEW, DVGW, DWA und VKU: Die Wasserwirtschaft stellt sich den Herausforderungen des Klimawandels aktiv – braucht dafür aber klare politische Weichenstellungen und finanzielle Unterstützung. Nur so kann die Wasserwirtschaft auch künftig eine sichere Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, zentrale Säulen der Daseinsvorsorge, jederzeit sicher gewährleisten.

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