Dieser Artikel wurde in der Ausgabe der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Wasser / Abwasser

Hauraton macht Stationen in Mannheim-Käfertal und Rastatt fit für die Zukunft

Komplexes Regenwassermanagement für Bahnhöfe

22.10.2024 – Lesezeit ca. 5 Minuten 42

Komplexes Regenwassermanagement für Bahnhöfe

Bahnhöfe haben ein enormes Zukunftspotential, zu nachhaltigen Orten und echten Ressourcensparern zu werden. Als viel frequentierte Knotenpunkte mit hohem Publikums- und Schwerlastverkehr benötigen sie zum einen eine rundum zuverlässige Entwässerung, insbesondere bei Starkregenereignissen. Zum anderen lohnt sich gerade an Bahnhöfen das Filtern von Niederschlagswasser, so dass es – gereinigt von Ölen, Fetten und anderen Schadstoffen – ins Erdreich geleitet werden kann.

„Hauraton hat spezialisierte Lösungen, die bei der Neugestaltung von Bahnhöfen zugunsten eines ganzheitlichen Regenwassermanagements zum Einsatz kommen“, sagte Ulrike Fluck, Projektmanagerin bei Hauraton. „Dabei handelt es sich um eine drängende Zukunftsaufgabe, durch die unsere Umwelt eine hohe Entlastung erfährt. Die Bahnhöfe Rastatt und Mannheim-Käfertal stellen dafür wichtige aktuelle Beispiele dar. Sie sind durch die neuen Maßnahmen zu Vorzeige-Orten der Deutschen Bahn geworden.“

Käfertal, ein Stadtbezirk von Mannheim in der Metropolregion Rhein-Neckar. Und Rastatt, eine baden-württembergische Kreisstadt nahe Baden-Baden. Zwei Standorte mit Durchgangsbahnhöfen – beide wurden umfassend modernisiert und beide haben mit Hauraton ein neues Entwässerungssystem erhalten, das Regenwasser direkt vor Ort reinigt und versickert. Das spart Kosten und reduziert den ökologischen Fußabdruck. Die Bahnhöfe Mannheim-Käfertal und Rastatt gelten damit als Vorreiter von Verkehrsstandorten mit umweltfreundlicher Regenwasserbehandlung.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Barrierefreier Ausbau der Bahnsteige – mit großen Chancen für die Entwässerung

Die Ausgangssituation: Beide Stationen entsprachen nicht mehr den aktuellen Anforderungen, so dass die Deutsche Bahn Umbauarbeiten auf verschiedenen Ebenen einleitete. Neben der grundsätzlichen Modernisierung wurden die Bahnhöfe mit einem taktilen Leitsystem für Blinde und Sehschwache ausgestattet. Bahnsteige wurden verlängert und erhielten neue Fußgängerstege mit Aufzügen und Treppenanlagen. Ein besonderer Schwerpunkt lag im barrierefreien Ausbau, so dass künftig auch mobilitätseingeschränkte Menschen, Reisende mit Kinderwagen, Rädern und viel Gepäck bequem die Züge erreichen. Der barrierefreie Einstieg in die Züge erforderte eine Erhöhung der Bahnsteige auf 55 cm bzw. 76 cm über Schienenoberkante. Ein komplexer Umbau also, der auch Chancen eröffnete für neue, leistungsstarke Entwässerungsrinnen an den Bahnsteigen – und eine zukunftsfähige Gesamtlösung für die Behandlung von Regenwasser.

Die neuen Entwässerungssysteme nahtlos in die Bahnhofsarchitekturen im Umbruch zu integrieren, darin bestand die Herausforderung im Planungsprozess der DB gemeinsam mit Hauraton. Bisher wurde das Regenwasser in Sammelleitungen unterhalb der Bahnhöfe und anschließend in die Kanalisation abgeführt. Eine traditionelle und noch verbreitete Vorgehensweise, die jedoch bei starken Regenfällen zu einer riskanten Überschreitung der Kapazitäten in den Sammelleitungen führen kann – und außerdem keine Reinigung des Wassers vorsieht. Ziel eines modernen Regenwassermanagements ist es aber, dem Wasser sämtliche Schadstoffe wie Öle, Fette, Feststoffe etc. zu entziehen, bevor es in die Umwelt gelangt. Auf eine solche umweltfreundlichere und effektivere Wasserbehandlung setzt auch die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) in ihren neuen Vorschriften, um Umwelt und menschliche Gesundheit zu schützen.

Die Lösung: Auf den Bahnhöfen Rastatt und Käfertal gibt es keine ungefilterten Wasserableitungen mehr

Der Einsatz von modernster Filtertechnologie macht den Unterschied. Die Bahnsteige wurden mit der Filtersubstratrinne Drainfix Clean FSU ausgestattet, einer Kombination aus Faserfix Super und dem Filtersubstrat Carbotec 100. Die massive Rinne aus faserbewehrtem Beton hält problemlos Belastungen bis F 900 stand und ist damit die ideale Lösung an stark bebauten und befahrenen Schwerverkehrsorten wie Bahnhöfen. Sie hält dauerhaft auch Witterungseinflüssen stand und ist frost- und tausalzbeständig. Das Filtersubstrat zeichnet sich durch Bindung von gelösten Schwermetallen und Rückhalt von Feinstpartikeln (0,006 bis 0,060 mm) aus.

In Fall von klassischen Bahnsteigen, die wie in Rastatt und Mannheim-Käfertal auf Fundamenten basieren, gab es ausreichend Raum für die Installation von Entwässerungsrinnen, die substanziell für die Ableitung und Behandlung des Wassers sind. Doch auch für Fertigteilbahnsteige gibt es innovative und kreative Systeme zur Versickerung von vorgereinigtem Wasser ins Erdreich. Entscheidend für jede Lösung ist, dass das auf Bahnhöfen anfallende Wasser aus Sicherheitsgründen stets schnell weg muss von Bahnsteigen und Gleisen.

Umwelt schonen, Ressourcen sparen, Betriebskosten senken

Sicherheit für Zug- und Publikumsverkehr: Gleise und Bahnsteige bleiben auch bei Starkregen wasserfrei. Das Regenwasser wird vor Ort gereinigt und versickert, somit ist Schluss mit ungefiltertem Ableiten. Von den Bahnhöfen gehen keine Schadstoffe mehr ins Erdreich. Damit ist absolute Regelkonformität gegeben: Die neuen Vorschriften der DWA zum Schutz von Umwelt und Gesundheit werden eingehalten.

Darüber hinaus wird auch die Kanalisation deutlich entlastet. Die Bahnhöfe sparen Kosten und reduzieren ihren ökologischen Fußabdruck. Sie sparen Ressourcen und senken ihre Betriebskosten: Denn durch die lokale Reinigung und ggf. das Speichern in Tanks kann das Wasser noch zweitverwendet werden, zum Beispiel für die Bewässerung von Grünflächen, die Reinigung von Bahnsteigen und die Toilettenspülung.

Ulrike Fluck resümiert: „Bei der DB wächst das Bewusstsein für ökonomische Effizienz. Neben schon vielfach eingesetzten Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung entwickelt sich der Trend, nachhaltige Konzepte für das Regenwassermanagement einzusetzen. Auch die Kombination von Regenwasser- und Energiemanagement ist ein vielversprechender Zukunftsansatz. Wir freuen uns auf viele weitere Projekte und Entwicklungen an den Schienen.“

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.

Genannte Firma

HAURATON GmbH & Co. KG
Werkstraße 13
DE-76437 Rastatt
https://hauraton.com/de

Schwammstadt in der Praxis: Fortbildung für Fachleute
Schwammstadt in der Praxis: Fortbildung für Fachleute

Niederschlag vor Ort speichern, versickern lassen und einsetzen – wie das im Alltag gelingen kann, zeigt der Workshop „Schwammstadt in der Praxis – Regenwasser [...]

12.06.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
Hafeninfrastruktur auf Fehmarn erfolgreich modernisiert
Hafeninfrastruktur auf Fehmarn erfolgreich modernisiert

Mit der planmäßigen Fertigstellung der Modernisierung des Kommunal- und Fischereihafens Burgstaaken auf Fehmarn ging eines der bedeutendsten kommunalen Hafenbau[...]

10.06.2026, Lesezeit ca. 9 Minuten

wasser
Stadtwerke Husum beauftragen Machbarkeitsstudie für Tiefengeothermie

TÜV-Tochter DMT realisiert Studie – Stadtwerke Husum unterstützen mit Daten-Input – Ergebnisse liegen voraussichtlich Ende des Jahres vor

03.06.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Vom Schaden zur Strategie
Vom Schaden zur Strategie

Wie gelingt zukunftsfähige Kanalsanierung unter steigenden technischen, wirtschaftlichen und personellen Anforderungen? Antworten darauf liefern der 24. Deutsch[...]

03.06.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
Gemeinsam Hochwasservorsorge im Wuppergebiet weiterentwickeln
Gemeinsam Hochwasservorsorge im Wuppergebiet weiterentwickeln

Der Klimawandel mit seinen extremen Folgen von Dürre bis Hochwasser schreitet voran. Daher ist gemeinsames Handeln einer breiten Basis von Akteuren von größter [...]

03.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser
Kanalgeruch als Umweltproblem
Kanalgeruch als Umweltproblem

Feinstaub, Lärm, Hitze: Die großen Umweltbelastungen sind bekannt und breit diskutiert. Doch ein Faktor bleibt oft unbeachtet, obwohl er viele Menschen betrifft[...]

02.06.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
Kläranlage Wermelskirchen wird modernisiert
Kläranlage Wermelskirchen wird modernisiert

Der Wupperverband saniert die Kläranlage Wermelskirchen. Sie soll moderner, effizienter und klimaneutraler werden. Am 26.05.2026 starten die Arbeiten mit der B[...]

01.06.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Kommunen stellen sich auf Hitzesaison ein: Aufbau von Meldeketten für den Akutfall
Kommunen stellen sich auf Hitzesaison ein: Aufbau von Meldeketten für den Akutfall

Städte in der Emscher-Lippe-Region bereiten sich abgestimmt auf möglichen Warnfall vor

01.06.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
Die flache Lösung für große Regenmengen
Die flache Lösung für große Regenmengen

Mit dem neuen Sickerelement CaviTop aus Porenbeton ergänzt Mall sein Produktportfolio in der Regenwasserversickerung um eine Lösung zur kontrollierten, oberfläc[...]

28.05.2026, Lesezeit ca. 1 Minute

wasser
Praxistaugliche Übergangslösung für Klärschlammaschen, Rechtssicherheit für Phosphorrezyklate in der Landwirtschaft

Für aus Klärschlamm zurückgewonnenen Phosphor muss es eine klare Perspektive für eine wirtschaftliche Verwertung geben. Als Düngemittel geeignete Phosphorrezykl[...]

27.05.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser

Weitere Artikel in dieser Rubrik