Rubrik Wasser / Abwasser

Bau eines 2.800 m langen Verbindungssammlers mit FABEKUN®

Hachenburg setzt auf eine nachhaltige Kanalinfrastruktur

12.07.2024 – Lesezeit ca. 5 Minuten 127

Hachenburg setzt auf eine nachhaltige Kanalinfrastruktur

Die durchschnittliche Verlegetiefe des neuen Verbindungssammlers zwischen den Orten Giesenhausen und Sörth liegt zwischen 3,00 und 4,50 m. (Foto: Fischer Teamplan Ingenieurbüro GmbH)

Dass man gemeinsam stärker ist, zeigt sich im rheinland-pfälzischen Hachenburg derzeit gleich an zwei Beispielen. Um eine mehr als 30 Jahre alte, sanierungsbedürftige Teichkläranlage stilllegen und zurückbauen und den für den Transport der anfallenden Abwässer notwendigen 2.800 m langen Verbindungssammler bauen zu können, kooperieren die Verbandsgemeindewerke Hachenburg mit der Nachbarkommune. Auch die eingesetzten Kanalrohre sind ein Resultat einer guten „Partnerschaft“. Verlegt wird nämlich das FABEKUN®-Kanalrohrsystem, das aus Beton und Kunststoff besteht und somit die Stärken zweier Werkstoffe verbindet.

„Rund 5.200.000 m³ Abwasser fallen jedes Jahr im Bereich der rheinlandpfälzischen Verbandsgemeinde Hachenburg an“, erklärt Nikolai Puderbach von Fischer Teamplan Ingenieurbüro GmbH aus Koblenz, das die Planung aufgestellt hat und die Bauausführung überwacht. „Dort wird die Menge in insgesamt zwölf Kläranlagen aufbereitet. Zumindest ist dies derzeit noch der Fall. Denn die zuständigen Verbandsgemeindewerke (VGWE) wollen die Anlagen in den nächsten 20 Jahren auf drei reduzieren, um die Abwasserreinigung zu optimieren.“ Um dieses Ziel zu erreichen ist eine interkommunale Kooperation notwendig, wie das erste Teilprojekt zeigt. Im Februar 2024 startete die Walter Feickert GmbH, Weilburg-Gaudernbach, mit dem Bau eines rund 2.800 m langen Verbindungssammlers zwischen den Orten Giesenhausen und Sörth. Während Giesenhausen zur Verbandsgemeinde Hachenburg gehört, ist Sörth Teil der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Nachhaltige Lösung

Nach ihrer Fertigstellung im Herbst 2024 soll die Sammelleitung das anfallende Mischwasser aus Giesenhausen nach Sörth transportieren, von wo aus es dann über die bestehende Kanalisation weiter zur Kläranlage Altenkirchen-Leuzbach geleitet wird. Angela Kaslakov, Projektleiterin des „Zukunftskonzeptes Abwasserreinigung“ (ZKA) bei den VGWE Hachenburg, erklärt die Vorgehensweise: „Bislang wird das Mischwasser aus Giesenhausen noch einer 1991 errichteten, längst überholten Teichkläranlage zugeführt. Nach der Fertigstellung der Sammelleitung werden wir diese Teichkläranlage außer Betrieb nehmen.“ Die Maßnahme sei gleichzeitig auch ein Beitrag, um die Gewässergüte und -struktur des Sörther Baches nachhaltig zu verbessern, betont Kaslakov. Denn: „Der Teichkläranlage ist ein Regenüberlauf vorgeschaltet, der das Mischwasser bei Starkregen derzeit direkt in den Sörther Bach abschlägt. In einem weiteren Teilprojekt wird nun ein Stauraumkanal und ein Regenrückhaltebecken errichtet, um die überzuleitenden Mischwassermengen zwischenzuspeichern.“

Gute Erfahrungen mit FABEKUN®

Schon bei anderen Bauvorhaben in der Verbandsgemeinde Hachenburg kam das FABEKUN®-Kanalrohrsystem zum Einsatz. Mit Blick auf den neuen Verbindungssammler zwischen Giesenhausen und Sörth wollen die VGWE an die mit den Produkten der P.V. Betonfertigteilwerke GmbH gemachten guten Erfahrungen anknüpfen. Das Thema Nachhaltigkeit spielt dabei eine große Rolle, denn FABEKUN® steht für Langlebigkeit und erfüllt höchste Ansprüche. Das Kanalrohrsystem vereint zwei Werkstoffe in einem Rohr, wobei beide Materialien ihre jeweiligen Stärken für ein hoch belastbares, chemisch widerstandsfähiges, wurzelfestes Produkt einbringen – quasi eine Kombination des Besten aus zwei Welten: Die äußere Betonummantelung sorgt für besondere Stabilität, während das innen liegende Kunststoffrohr vor allem durch seine hohe Korrosionsbeständigkeit, aber auch durch seine gute Hydraulik punktet. Korrosionsbeständigkeit ist gerade wegen der in Abwasserleitungen und -kanälen häufig auftretenden biogenen Schwefelsäure von Vorteil. Etwaige Nachteile durch die Kombination der verschiedenen Werkstoffe müssen nicht befürchtet werden. Die Produkte sind so konzipiert, dass temperaturbedingte, unterschiedliche Längsdehnungen nicht zu Spannungen im Doppelrohr führen. „Das innenliegende PVC-U-Rohr wird eigens ohne Stege und Verankerungen in das Betonrohr einbetoniert. Dadurch sind Spannungen kein Thema“, unterstreicht Außendienstmitarbeiter Rüdiger Göbel von der P.V. Betonfertigteilwerke GmbH.

Ein Plus an Sicherheit: Doppeldichtsystem

Einen doppelten Pluspunkt bietet das Rohr-in-Rohr-Prinzip auch mit Blick auf die Dichtung. FABEKUN®-Rohre verfügen mit einer innen gekammerten Vakuumdichtung zur Verbindung der Kunststoffrohre und einer äußeren Lippendichtung im Betonrohr über zwei unabhängig voneinander bestehende Dichtsysteme. „Das ist optimal für ein zusätzliches Plus an Sicherheit“, kann Göbel aus Erfahrung berichten. Neben den Kanalrohren kommen auf der 2.800 m langen Strecke auch 35 Schächte zum Einsatz. Sie stehen den Rohren in puncto Dichtigkeit, Hydraulik und Korrosionsbeständigkeit in nichts nach, denn die außen aus Beton bestehenden FABEKUN®-Schachtunterteile sind innen komplett mit Polyurethan (PU) ausgekleidet. Durch ein besonderes Verfahren werden die Auskleidungen auch im Bereich der Muffen sogar fugenfrei und ohne Klebestellen produziert. Auf diese Weise ist ausgeschlossen, dass Grundwasser infiltrieren kann.

Mit den Fortschritten auf der Baustelle sind die Beteiligten sehr zufrieden, wie Jan Kohlhauer vom Bereich Bauabwicklung bei der Walter Feickert GmbH zusammenfasst: „Zurzeit werden täglich etwa 15 Meter Kanal verlegt. Dabei sind zwei Bagger im Einsatz. Einer hebt den Graben aus, legt das Rohr ein und verdichtet, der andere verfüllt. Die Verlegetiefe beträgt zwischen 3,0 und 4,50 Metern.“ Positiv äußert sich auch Polier Thomas Giel von der Walter Feickert GmbH; insbesondere mit dem Service der P.V. Betonfertigteilwerke GmbH ist er zufrieden: „Die Rohre und Schächte werden dann, wenn sie benötigt werden, quasi auf Zuruf angeliefert.“ Die Baupartner sind sich einig, dass die Maßnahmen zur Modernisierung der Abwasserreinigung richtig sind. Die Kosten des Verbindungssammlers belaufen sich zwar auf rund 2,9 Mio. Euro. Langfristig sparen die VGWE mit ihrer Zentralisierung auf einige wenige, moderne Kläranlagen aber Kosten und Energie. Dass die Teichkläranlage bald stillgelegt wird, ist nur folgerichtig. Genauso wie die Entscheidung für das wartungsarme, robuste und langlebige FABEKUN®-Kanalrohrsystem.

Baustelle an Nürnbergs Verkehrsknotenpunkt schreitet voran Unterwasser-Einsatz am Plärrer
Baustelle an Nürnbergs Verkehrsknotenpunkt schreitet voran Unterwasser-Einsatz am Plärrer

Abgetaucht mitten in Nürnberg: Auf dem zentralen Verkehrsknotenpunkt Am Plärrer waren am Mittwoch, 9. September 2026, Industrie-Taucher im Einsatz. Ihre Mission[...]

17.09.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Ionisation ersetzt 4. Reinigungsstufe
Ionisation ersetzt 4. Reinigungsstufe

Die Anforderungen an Gemeinden und Kommunen steigen drastisch, denn es soll eine vierte Ausbaustufe an Kläranlagen gebaut werden, die durch Investitions-, Energ[...]

17.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser
Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft
Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft

Das 39. Oldenburger Rohrleitungsforum findet am 4. und 5. Februar 2027 in den Weser-Ems-Hallen Oldenburg statt. Unter dem Leitthema „Resiliente Netze – Das Rück[...]

16.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
Regenwasserbewirtschaftung digital planen
Regenwasserbewirtschaftung digital planen

Starkregenereignisse und zunehmende Flächenversiegelung erhöhen den Handlungsdruck für Städte und Gemeinden im Umgang mit Niederschlagswasser. Eine vorausschaue[...]

15.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
EU-Kommunalabwasserrichtlinie:
EU-Kommunalabwasserrichtlinie:

Die Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) setzen sich weiterhin für die Verknüpfung von Vierter Reinigungsstufe und erweiterte[...]

14.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
Vierte Reinigungsstufe schützt Gewässer, Herstellerverantwortung sichert faire Finanzierung

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) bekräftigt vor dem Hintergrund des Schlussantrags der EU-Generalanwältin Juliane Kokott[...]

11.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
RAL-GZ 692: Zusätzliche Anforderungen für sichere und langlebige Kanalgussprodukte

Mehr Sicherheit im Kanalbau: Während die europäische Norm DIN EN 124 viele Fragen offenlässt, schließt die Güterichtlinie RAL-GZ 692 entscheidende Lücken, z.B. bei Kindersicherheit

11.09.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Melk: Mit Edelstahl für die Zukunft der Trinkwasserversorgung gerüstet
Melk: Mit Edelstahl für die Zukunft der Trinkwasserversorgung gerüstet

Mit zwei neuen Edelstahlbehältern von Forstenlechner und insgesamt 3.000 Kubikmetern Speichervolumen hat die Stadt Melk ihre Trinkwasserversorgung langfristig a[...]

10.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
Urbanes Grün für besseres Mikroklima
Urbanes Grün für besseres Mikroklima

Mit einem Stadtklimakonzept geht die bayerische Stadt Memmingen die Herausforderungen des Klimawandels aktiv an. In der historischen Altstadt wurden jetzt neue [...]

10.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser
Schlanke Lösung aus einem Guss
Schlanke Lösung aus einem Guss

BG-Graspointner hat seine monolithischen Entwässerungsrinnen um eine Variante mit schmalem Schlitzeinlauf erweitert: Die BG-FILCOTEN® one urban s. Mit ihrer dez[...]

08.09.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser

Weitere Artikel in dieser Rubrik