Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Nordhäuser Ossietzky-Hof auch beim Fensterrecycling musterhaft

15.06.2023 – Lesezeit ca. 4 Minuten 272

Nordhäuser Ossietzky-Hof auch beim Fensterrecycling musterhaft

Nordhäuser Ossietzky-Hof auch beim Fensterrecycling musterhaft

Der Ossietzky-Hof in Nordhausen ist ein Projekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen. Bestehend aus ursprünglich drei DDR-Plattenbauten ist der Wohnhof eines von insgesamt vier IBA-Projekten, die in der nordthüringischen Stadt gegenwärtig umgesetzt werden. Modellhaft soll hier gezeigt werden, wie ein typischer DDR-Wohnblock und sein Umfeld so umgestaltet werden kann, dass er als solcher noch erkennbar bleibt, aber ein modernes, nachhaltiges und trotzdem bezahlbares Zuhause für alle Altersgruppen bietet. Ebenfalls modellhaft ist das Bauprojekt auch im Hinblick auf die Themen Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit.

Konkretes Beispiel für Ressourcenschutz

Ein aktuelles Beispiel macht diesen Anspruch konkret: Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft Nordhausen mbH (SWG) demonstriert als Bauherrin bei der Modernisierung des Ossietzky-Hofes Umweltbewusstsein. Im Rahmen der energetischen Sanierung von 40 Wohnungen in der Carl-von-Ossietzky-Straße 3-6 erfolgt derzeit der Austausch von 128 alten Kunststofffenstern. Das Besondere daran: Die SWG setzt bei der Entsorgung der PVC-Altfenster auf das ressourceneffiziente, werkstoffliche Recycling und den umweltfreundlichen Materialkreislauf des Rewindo-Recyclingsystems. „Dies bringt im Vergleich zur Neuproduktion eine erhebliche Energieeinsparung und Reduzierung des CO2-Fußabdrucks mit sich“, so Michael Vetter, Geschäftsführer der Rewindo GmbH Fenster-Recycling-Service, Bonn. Ausführendes Fensterbau- und Montageunternehmen am Ossietzky-Hof ist die Stanschus Bauelemente GmbH & Co. KG aus Bad Berka.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Technisch ausgereifter Recycling-Prozess

Die ausgedienten Bauelemente werden an der Baustelle in Containern gesammelt und dann in der Fenster-Recyclinganlage der VEKA Umwelttechnik GmbH nördlich von Eisenach in einem technisch ausgereiften Prozess werkstofflich recycelt, anstatt in die Müllverbrennung zu gehen. „Zunächst erfolgt dabei die Materialtrennung in Glas, Gummi, Metall und Kunststoff-Bestandteile. Aus diesen entsteht am Ende ein nahezu sortenreines PVC-Rezyklat, welches bei den Fensterprofilherstellern erneut in die Produktion von Kunststoff-Recyclingprofilen einfließt. Diese Profile weisen die gleiche bauphysikalische Qualität auf wie Neuware. Das Rezyklat befindet sich dabei im Kern des Profils, an der Oberfläche sorgt neues PVC für den gewohnt weißen Anblick“, erläuterte Alexander Möhne, Vertriebsleiter der VEKA Umwelttechnik, den technischen Prozess.

Bauabfälle mehr als 53 Prozent der jährlichen Abfallmenge

„Wir haben an diesem Standort den Fenstertausch erstmals unter der Bedingung ausgeschrieben, dass die Altfenster recycelt werden. Bei den Kosten ergeben sich in unserem Projekt gegenüber der herkömmlichen Entsorgungsvariante weder Vor- noch Nachteile. Keine Branche wirft mehr weg als die Baubranche. Bauabfälle betragen mehr als 53 Prozent der jährlichen Abfallmenge in Deutschland. Kreislaufwirtschaft ist deshalb eine wichtige Möglichkeit, Ressourcen zu schonen“, sagte SWG-Geschäftsführerin Inge Klaan.

Deutschlandweite Modernisierungen und Abbruchvorhaben

Die bundesweit agierende Branchenlösung der Rewindo, die vor über 20 Jahren von den führenden deutschen Profilherstellern gegründet wurde, konnte im Jahr 2022 deutschlandweit über 44.000 Tonnen aus Altfenstern und weitere knapp 100.000 Tonnen Rezyklat aus Produktionsabfällen gewinnen. „Das entspricht im zurückliegenden Jahr mehr als zwei Millionen PVC-Altfenstern, die durch unsere Recyclingpartner, darunter auch die VEKA Umwelttechnik, recycelt wurden. Sie stammen aus energetischen Sanierungen und Modernisierungen – wie hier in Nordhausen – sowie aus Abbruchprojekten in ganz Deutschland“, erläuterte Vetter.

Klimaschutz: Großer Sanierungsbedarf im Gebäudesektor

Die Steigerung der jährlichen Recyclingmengen hat auch positive Auswirkungen auf die Recyclingziele des gemeinsamen Nachhaltigkeitsprogramms VinylPlus® der europäischen PVC-Branche. Dabei bekräftigt VinylPlus®seine Verpflichtung, bis 2025 im Einklang mit den Zielen der Circular Plastics Alliance (CPA) europaweit 900.000 Tonnen PVC pro Jahr und bis 2030 jährlich eine Million Tonnen zu recyceln. Rewindo rechnet auch in Deutschland mit weiterhin steigenden Recyclingmengen in den kommenden Jahren. Speziell bei der Gebäudesanierung wurde von der Bundesregierung ein großer Bedarf mit Blick auf den Klimaschutz festgestellt. Etwa 30 Prozent der CO2-Emissionen kommen aus dem Gebäudebereich. Ohne den Einbau neuer und energiesparender Kunststofffenster ließen sich die Klimaziele im Bausektor nicht erreichen, so Vetter.

Projektbericht: Denkmalgeschütztes Gebäude erhält neuen Glanz
Projektbericht: Denkmalgeschütztes Gebäude erhält neuen Glanz

Die Fridolinschule in Lörrach, einer Kreisstadt im Südwesten Baden-Württembergs, zählt zu den ältesten Schulen der Stadt. Die denkmalgeschützten Schulgebäude au[...]

16.07.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

hochtiefbau
Erste serielle Sanierung: Nürnberger Projekt von ecoworks und Dawonia erhält als erstes DGNB-Zertifikat und QNG-Siegel

Das gemeinsame serielle Sanierungsprojekt von ecoworks und Dawonia in Nürnberg hat als erstes serielles Sanierungsprojekt überhaupt eine DGNB-Zertifizierung in [...]

14.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau
Tiefbauarbeiten verändern das Stadtbild
Tiefbauarbeiten verändern das Stadtbild

Die Tiefbauarbeiten beim Umbau zur Schwammstadt und der kommunalen Wärmeplanung werden das Stadtbild von Kommunen stark verändern. Dabei könnten allein in Berli[...]

09.07.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

hochtiefbau
Pflasterklinker für die Schwammstadt
Pflasterklinker für die Schwammstadt

Starkregen, Hitzeperioden und sinkende Grundwasserstände verändern die Anforderungen an kommunale Verkehrs- und Freiflächen. Plätze, Parkflächen, Straßen und We[...]

08.07.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

hochtiefbau
Schnell realisiert– nachhaltig und kindgerecht
Schnell realisiert– nachhaltig und kindgerecht

Aufgrund steigender Schülerzahlen benötigte die Stadt Nantes schnell ein neues Grundschulgebäude. Beim Bau der Ecole Alice Milliat setzte die Kommune auf eine v[...]

07.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Nachhaltig erfolgreich: Erstes öffentliches Schulgebäude in Holzhybridbauweise in Stuttgart fertiggestellt
Nachhaltig erfolgreich: Erstes öffentliches Schulgebäude in Holzhybridbauweise in Stuttgart fertiggestellt

Das „Bildungshaus NeckarPark“ in Bad Cannstatt ist eines der größten und innovativsten Schulbauprojekte der Landeshauptstadt Stuttgart. Es vereint vier Nutzunge[...]

06.07.2026, Lesezeit ca. 8 Minuten

hochtiefbau
Neue Weserpromenade Blumenthal eröffnet
Neue Weserpromenade Blumenthal eröffnet

Der Bremer Stadtteil Blumenthal ist um eine Attraktion reicher: Die neugestaltete Weserpromenade vom Kämmerei-Quartier bis zur Bahrsplate wurde heute am Mittag [...]

06.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau
Ortskern mit neuem Gesicht
Ortskern mit neuem Gesicht

Im nördlichen Odenwald liegt die Gemeinde Höchst. Gefördert im Rahmen der hessischen Dorfentwicklung erhielt der Ortskern der rund 10.000 Einwohner zählenden Ge[...]

29.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Erfolg kann man buchstabieren: Ö-P-P
Erfolg kann man buchstabieren: Ö-P-P

Deutschlands Infrastruktur ist veraltet. Die Lösungen sind es zum Teil auch. Zeit für einen Neustart. Bröckelnde Sporthallen, Sanierungsstau in unseren Schulen[...]

26.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Report testiert „katastrophale Lage“ in den Bauämtern
Report testiert „katastrophale Lage“ in den Bauämtern

Bau- und Immobilienexperte Klaus-Peter Stöppler: „Die Bauämter sind einer der größten Bremsklötze für den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland.“

02.06.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau

Weitere Artikel in dieser Rubrik