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Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Städte klimafest machen

02.11.2023 – Lesezeit ca. 7 Minuten 54

Städte klimafest machen

Die Frage nach urbaner Resilienz ist nicht erst seit Corona ein zentrales Thema nachhaltiger Stadtentwicklung, schon seit Jahren gewinnt sie zunehmend an Bedeutung. Dennoch müssen Kommunen insbesondere bei der Identifizierung von Klimarisiken und dem daraus resultierenden Klimaschutz aufs Tempo drücken, um sich zeitnah widerstandsfähig aufzustellen. Schließlich gilt es nicht nur die ambitionierten Ziele der Bundesregierung zu erreichen, sondern auch die eigene Attraktivität aufrechtzuerhalten oder gar zu steigern. Wie aber gelingt eine solche Transformation hin zur robusten, adaptiven und zukunftsfähigen Stadt?

Innenentwicklung, Zuwanderung, Energiewende, Digitalisierung, demografischer Wandel, Daseinsvorsorge, adäquate Lebensqualität – Kommunen sind immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die oftmals auch kurzfristig Lösungen erfordern. Die Corona-Pandemie hat das drastisch gezeigt, als wiederholte Schutzmaßnahmen das gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenleben stark auf die Probe gestellt haben. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und das damit verbundene Flüchtlingsaufkommen machen ebenfalls deutlich, dass viele Städte und Gemeinden nur unzureichend auf unvorhergesehene Krisen vorbereitet sind.

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Belastungen nehmen zu

Gleichzeitig müssen sie mit Hochdruck ehrgeizige Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele verfolgen, um eine zukunftsfähige Stadtentwicklung zu gewährleisten. Denn: Mit der Änderung des Klimaschutzgesetzes hat die Bundesregierung die Vorgaben nochmals verschärft und das Ziel der TreibhausgasNeutralität bis 2045 verankert – bis 2030 sollen die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken. Parallel müssen sie bereits spürbare Auswirkungen des Klimawandels bewältigen und dessen Folgen begrenzen. Schon jetzt beeinflussen extreme Wetterereignisse wie anhaltende Hitzeperioden, Dürre, Starkregen und Überschwemmungen das Leben in vielen Städten und Gemeinden. Ein tragisches Beispiel dafür: die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal. Die verschlechterten Umweltbedingungen führen außerdem zu einer zunehmenden Luftverschmutzung, einer hohen Belastung von Bäumen und Grünflächen mit Schadstoffen, vielen versiegelten Flächen und weniger Biodiversität. Hinzu kommen Parkplatz-Debatten und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, denn das Auto ist nach wie vor das Transportmittel Nummer eins. Die Konsequenzen sind fatal: Die Gesundheitsbelastung der Bevölkerung nimmt zu, Wohn- und Arbeitsstandorte werden unattraktiv, Städte und Regionen verlieren an Lebens- und Aufenthaltsqualität. Wie aber können sich Kommunen für den Wandel rüsten, der vielerorts bereits im Gange ist? Welche Risikovorsorge müssen sie treffen? Welche Maßnahmen sind erforderlich?

Immer mehr Städte und Gemeinden entwickeln daher Strategien und Konzepte, die die grundlegenden städtischen Funktionen auch unter Störungen aufrechterhalten und sie möglichst verbessern. Vorausschauend verankern sie Resilienz als Querschnittsaufgabe in ihre nachhaltige Stadtentwicklung. Das Ziel: robuste und zukunftsfähige Kommunen gestalten, die widerstandsfähiger gegen Stressereignisse sind, sich neuen Gegebenheiten anpassen und präventiv auf Risiken vorbereitet sind. Insbesondere beim Klimaschutz müssen Kommunen als Schlüsselakteure Fahrt aufnehmen, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Damit diese Transformation gelingt, stehen neben der Mobilitätswende auch grüne, blaue und gelbe Infrastruktur im Fokus.

Vernetzt planen

Die sogenannte ‚grüne Stadt‘ umfasst die integrierte Planung von Grünflächen und Freiräumen sowie den Schutz gegen eine zunehmende Erwärmung von Quartieren. Konkrete Maßnahmen zum Gegensteuern sind beispielsweise das Schaffen von zusätzlicher Verschattung, das Entsiegeln von Flächen, das Anlegen von Retentionssystemen, das Begrünen von Gebäuden sowie das Pflanzen von klimaresistenten Bäumen. Die ‚blaue Stadt‘ bezieht sich auf natürliche und naturnahe Wasserflächen, die als Netzwerk geplant und unterhalten werden. Hier kommt auch das Konzept der Schwammstadt zum Tragen: Regenwasser wird lokal aufgenommen und gespeichert, statt es zu kanalisieren und abzuleiten. Dadurch sollen Überflutungen verringert oder gar vermieden, das Klima verbessert und die Gesundheit von Stadtbäumen sowie die Stabilität von Ökosystemen gefördert werden. Sinnvoll sind Teiche, Seen, Kanäle und Einstauflächen, also beispielsweise große Wiesen, auf denen sich Wasser sammeln kann – außerdem Zisternen, die das Regenwasser für Trockenperioden in unterirdischen Wassertanks speichern. Die ‚gelbe Stadt‘ zielt hingegen auf die Grundausstattung einer Kommune ab, die sicherstellt, dass diese sozial, wirtschaftlich und energetisch handlungsfähig ist und auf lange Sicht auch bleibt. Elementarer Bestandteil: Der sukzessive Umbau von Infrastruktureinrichtungen zur Energieversorgung, um mehr Energiesicherheit und eine autarke Quartiersversorgung zu erzielen. Zentraler Hebel ist hierbei die Förderung erneuerbarer Energien durch die verstärkte Nutzung von Sonne, Wind, Wasser und Biomasse als Energieträger.

Zu einer urbanen, resilienten Stadt gehören aber auch intelligente und umweltfreundliche Mobilitätskonzepte. Wo sich Wohnorte, Arbeitsplätze, Geschäfte, Freizeiteinrichtungen sowie Grün- und Erholungsflächen befinden und wie sich diese erreichen lassen, bestimmt maßgeblich das Mobilitätsverhalten und somit das Verkehrsaufkommen. Art und Frequenz der verfügbaren Verkehrsmittel sowie das Angebot von Fuß- und Radwegen wirken sich unmittelbar auf lokale Umwelteinflüsse wie Lärm, Luftverschmutzung, Flächenbedarf und Bodenversiegelung aus. All dies wiederum schlägt sich auf die Attraktivität und Lebensqualität von Städten und Quartieren als Wohn- und Arbeitsorte nieder.

An einem Strang ziehen

In Sachen Klimaresilienz schlummert aber auch im städtischen Immobilienbestand und in kommunalen Gebäuden großes Potenzial. Baulich spielt hier die energetische Sanierung eine entscheidende Rolle, ergänzt durch eine sinnvolle Begrünung der Dächer, Fassaden und Innenhöfe. Themen wie Beschattung und Entsiegelung entfalten auch hier ihre Wirkung, ebenso die richtige Auswahl an klimaresilienten Pflanzen sowie der kluge Einsatz von Regenwasser. Dieser Effekt lässt sich durch entsprechende Anreizprogramme um ein Vielfaches erhöhen. Sie richten sich beispielsweise an Privateigentümer, die bei einer Sanierung oder beim Umbau ihrer Immobilie finanzielle Mittel aus öffentlichen Fördertöpfen in Anspruch nehmen können. Nicht zuletzt gilt es aber auch, die Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot zu holen und sie für eine nachhaltige und umweltbewusste Lebensweise in allen Bereichen zu sensibilisieren.

Verlässlicher Partner für Kommunen

Dieser kurze Abriss zeigt: Die Aufgaben auf dem Weg zur resilienten Stadt sind anspruchsvoll und facettenreich, doch vielen Kommunen mangelt es schlichtweg an personellen Ressourcen und Know-how. Ein versierter und verlässlicher Partner ist die bundesweit agierende ProjektStadt, Stadtentwicklungsmarke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW). Bereits seit über vier Jahrzehnten unterstützt sie mit ihrer Erfahrung und Expertise Städte und Gemeinden dabei, ihre Lebensqualität zu erhalten und auszubauen. Das interdisziplinär aufgestellte Team um Unternehmensbereichsleiter Markus Eichberger begleitet aktuell 128 Kommunen in fünf Bundesländern bei rund 220 Projekten.

Unter dem Dreiklang „Stabilisieren, anpassen, verändern“ verstehen sich die insgesamt 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Problemlöser, Ideengeber und Netzwerker, die für ihre kommunalen Kunden stets passgenaue Lösungen erarbeiten. „Nachhaltige Stadtentwicklung und damit auch eine klimaresiliente Stadtentwicklung ist Teil unserer DNA“, erläutert Eichberger. „Besondere Schwerpunkte unserer Arbeit sind Klimaschutz und Klimaanpassung im Städtebau. Wir erstellen und optimieren kommunale Energie- und Klimastrategien, finden geeignete Fördermöglichkeiten und verfassen maßgeschneiderte Klimaschutzkonzepte. Darüber hinaus bieten wir eine proaktive Energie- und Bauberatung, entwickeln energetische Quartierskonzepte sowie Konzepte zum Stadtgrün und unterstützen bei der kommunalen Wärmeplanung“, so der Unternehmensbereichsleiter weiter. Zum Leistungsspektrum zählen aber auch Quartiersentwicklungen, Konversionen, Interkommunale Kooperationen, Konzept und Vergabeverfahren sowie crossmediale Dialogformate in der Partizipation und Consulting bei Stadtentwicklungsprozessen.

Marktführerschaft untermauert

Eine weitere Stärke der ProjektStadt: Fördergelder akquirieren und die dafür nötigen Prozesse managen – beispielsweise beim Bundesprogramm „Energetische Stadtsanierung“, bei der Förderung von Konzepten zur Klimaanpassung durch Bund und Länder, bei den Städtebauförderprogrammen „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“, „Lebendige Zentren“ und „Sozialer Zusammenhalt“, beim hessischen Programm „Klimakontingent 2023“ sowie bei den Bundes- und Landesprogrammen „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ und „Zukunft Innenstadt“. Erst im letzten Jahr hat die ProjektStadt zahlreiche Städte und Gemeinden erfolgreich bei der Antragstellung begleitet und damit ihre Marktführerschaft in Hessen einmal mehr unter Beweis gestellt.

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