Dieser Artikel wurde in der Ausgabe der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) zeichnet im April den Landkreis Oldenburg als Energie-Kommune des Monats aus

Nachhaltige Landwirtschaft und Ausbau der Erneuerbaren Energien sichern die Klimaschutzziele im Landkreis Oldenburg

28.04.2023 – Lesezeit ca. 3 Minuten 39

Nachhaltige Landwirtschaft und Ausbau der Erneuerbaren Energien sichern die Klimaschutzziele im Landkreis Oldenburg

Der niedersächsische Landkreis Oldenburg fördert den Klimaschutz und die Dekarbonisierung der Landwirtschaft. Der Kreis erzeugt mehr als doppelt so viel erneuerbaren Strom, als er verbraucht, und seit 2021 ist er Öko-Modellregion. Auch, weil die Klimaallianz Oldenburg die Landwirt*innen im Kreisgebiet bei der Implementation von Klimaschutzmaßnahmen unterstützt.

Bereits heute verzichten einige Landwirt*innen im Kreis auf mechanische Bodenbearbeitung und nutzen nachhaltige Anbaumethoden, welche die Böden vor Verdichtung schützen und den Einsatz von synthetischen Düngemitteln reduzieren. Die regionale Vertretung der Landwirt*innen, der Kreislandvolkverband Oldenburg e.V., unterstützt diese zusätzlich bei der Netzwerkbildung. „Eine Transformation der Landwirtschaft hinsichtlich klimafreundlicher Anbaumethoden schützt nicht nur das Klima, sondern auch Böden, Grundwasser sowie die regionalen Ökosysteme", erklärt Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

200 Prozent erneuerbarer Strom im Landkreis bereits seit 2017

Neben der Landwirtschaft hat der Landkreis im letzten Jahrzehnt beim Ausbau der Erneuerbaren Energien große Fortschritte gemacht. Allein die 130 Windenergieanlagen im Kreisgebiet besitzen eine Produktionskapazität von 280 Megawatt. Zusätzlich dazu befinden sich weitere 16 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 79 Megawatt in Bau beziehungsweise in der Genehmigung. Erklärtes Ziel des Kreises ist es, bis 2026 Vorranggebiete für den Bau von Windenergieanlagen auszuweisen, die 2,2 Prozent der Fläche des Landkreises ausmachen. Weitere 150 Megawatt Erzeugungskapazitäten werden durch PV-Anlagen bereitgestellt. Zusätzlich produzieren die Biogasanlagen auf dem Kreisgebiet verlässlich eine Grundversorgung von 69 Megawatt Strom. Damit ist der Landkreis auf einem guten Weg zur Erreichung des ersten Ziels des kreiseigenen integrierten Klimaschutzkonzeptes: der Reduktion der kreiseigenen Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2012.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Über 140 Treibhausgasbilanzen für Landwirt*innen im Kreis

Entsprechend dem deutschen Klimaschutzplan 2030 werden die Biogasanlagen im Kreis in Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle für die Vermeidung von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft spielen. Gülle und Mist aus der Tierhaltung können in Biogasanlagen zur Produktion von erneuerbarem Strom und Wärme eingesetzt werden, gleichzeitig wird dadurch die Freisetzung von Methan und anderen Treibhausgasen in die Umwelt deutlich reduziert. Bei der Planung werden die Landwirt*innen von der Klimaallianz Oldenburg unterstützt. Die Kooperation zwischen dem Kreis, der niedersächsischen Landwirtschaftskammer sowie dem Kreislandvolkverband Oldenburg e.V. unterstützt diese bereits seit 2016 auf dem Weg zur ökologischen Transformation. Mit der Erstellung von über 140 einzelbetrieblichen Treibhausgasbilanzen klärt sie die Landwirt*innen über den Ist-Zustand der Betriebe auf und informiert über klimaschützende Bewirtschaftungsweisen der landwirtschaftlichen Nutzflächen im Kreis.

Nachdem der Kreis 2021 zur niedersächsischen Ökomodellregion wurde, stehen auch der Kommunalverwaltung zusätzlich Ressourcen zur Verfügung, um die Landwirt*innen beispielsweise bei der Akquise von Fördergeldern zu unterstützen. Das Projekt knüpft an die positiven Erfahrungen an, die bereits in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg mit solchen Modellregionen gesammelt wurden. Die Öko-Modellregion ist ein weiterer Baustein des Landkreises, der ökologische Anbaumethoden stärkt und die Transformation in der Landwirtschaft absichert.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
Projektbericht: Denkmalgeschütztes Gebäude erhält neuen Glanz
Projektbericht: Denkmalgeschütztes Gebäude erhält neuen Glanz

Die Fridolinschule in Lörrach, einer Kreisstadt im Südwesten Baden-Württembergs, zählt zu den ältesten Schulen der Stadt. Die denkmalgeschützten Schulgebäude au[...]

16.07.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

hochtiefbau
Erste serielle Sanierung: Nürnberger Projekt von ecoworks und Dawonia erhält als erstes DGNB-Zertifikat und QNG-Siegel

Das gemeinsame serielle Sanierungsprojekt von ecoworks und Dawonia in Nürnberg hat als erstes serielles Sanierungsprojekt überhaupt eine DGNB-Zertifizierung in [...]

14.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau
Tiefbauarbeiten verändern das Stadtbild
Tiefbauarbeiten verändern das Stadtbild

Die Tiefbauarbeiten beim Umbau zur Schwammstadt und der kommunalen Wärmeplanung werden das Stadtbild von Kommunen stark verändern. Dabei könnten allein in Berli[...]

09.07.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

hochtiefbau
Pflasterklinker für die Schwammstadt
Pflasterklinker für die Schwammstadt

Starkregen, Hitzeperioden und sinkende Grundwasserstände verändern die Anforderungen an kommunale Verkehrs- und Freiflächen. Plätze, Parkflächen, Straßen und We[...]

08.07.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

hochtiefbau
Schnell realisiert– nachhaltig und kindgerecht
Schnell realisiert– nachhaltig und kindgerecht

Aufgrund steigender Schülerzahlen benötigte die Stadt Nantes schnell ein neues Grundschulgebäude. Beim Bau der Ecole Alice Milliat setzte die Kommune auf eine v[...]

07.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Nachhaltig erfolgreich: Erstes öffentliches Schulgebäude in Holzhybridbauweise in Stuttgart fertiggestellt
Nachhaltig erfolgreich: Erstes öffentliches Schulgebäude in Holzhybridbauweise in Stuttgart fertiggestellt

Das „Bildungshaus NeckarPark“ in Bad Cannstatt ist eines der größten und innovativsten Schulbauprojekte der Landeshauptstadt Stuttgart. Es vereint vier Nutzunge[...]

06.07.2026, Lesezeit ca. 8 Minuten

hochtiefbau
Neue Weserpromenade Blumenthal eröffnet
Neue Weserpromenade Blumenthal eröffnet

Der Bremer Stadtteil Blumenthal ist um eine Attraktion reicher: Die neugestaltete Weserpromenade vom Kämmerei-Quartier bis zur Bahrsplate wurde heute am Mittag [...]

06.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau
Ortskern mit neuem Gesicht
Ortskern mit neuem Gesicht

Im nördlichen Odenwald liegt die Gemeinde Höchst. Gefördert im Rahmen der hessischen Dorfentwicklung erhielt der Ortskern der rund 10.000 Einwohner zählenden Ge[...]

29.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Erfolg kann man buchstabieren: Ö-P-P
Erfolg kann man buchstabieren: Ö-P-P

Deutschlands Infrastruktur ist veraltet. Die Lösungen sind es zum Teil auch. Zeit für einen Neustart. Bröckelnde Sporthallen, Sanierungsstau in unseren Schulen[...]

26.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Report testiert „katastrophale Lage“ in den Bauämtern
Report testiert „katastrophale Lage“ in den Bauämtern

Bau- und Immobilienexperte Klaus-Peter Stöppler: „Die Bauämter sind einer der größten Bremsklötze für den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland.“

02.06.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau

Weitere Artikel in dieser Rubrik