Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt setzt auf energetische Modernisierungen

NHW macht in Fulda-Aschenberg knapp 230 Wohnungen fit für die Zukunft

30.10.2024 – Lesezeit ca. 4 Minuten 103

NHW macht in Fulda-Aschenberg knapp 230 Wohnungen fit für die Zukunft

Hoch hinaus: Mit dem Baustellen-Aufzug ging es bis aufs Dach. (Bild: NHW / Andreas Fischer)

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) führt seit 2023 energetische Modernisierungen in Fulda-Aschenberg durch und macht so insgesamt knapp 230 Wohnungen fit für die Zukunft. Über den aktuellen Stand der Arbeiten verschaffte sich NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer gemeinsam mit Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sowie Stadtbaurat Daniel Schreiner bei einem Presserundgang einen Überblick. Von der NHW waren außerdem der zuständige Fachbereichsleiter Reza Tehrani und Projektleiter Franz-Rudolf Sandtner dabei. Hessens größtes Wohnungsunternehmen investiert etwas mehr als 20 Millionen Euro in die energetische Modernisierung in Aschenberg, die Arbeiten werden voraussichtlich 2027 abgeschlossen sein.

CO₂-Ausstoß sinkt um mehr als 70 Prozent

Die Arbeiten werden im Zuge des Modernisierungsprogramms für mehr Klimaschutz durchgeführt. Das bedeutet, dass die Fassaden mit einem Wärmedämmverbundsystem oder einer Vorhangfassade ausgestattet werden. Außerdem bekommen die Gebäude neue Fenster. Flachdächer und Kellerdecken werden gedämmt, Hauseingänge und Vordächer erneuert. Ein zentrales Element ist der Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpenanlage für die Wärmeerzeugung. In der Adenauerstraße 3 und 5 wurde darüber hinaus eine solarthermische Anlage auf den Dachflächen installiert, in der Erfurter Str. 15, von-Schleiffras-Str. 3 und Adenauerstraße 2 wird eine Photovoltaik-Anlage für die Eigenstromnutzung errichtet. „Durch diese Maßnahmen reduzieren wir den CO₂-Ausstoß dieser Wohnungen um mehr als 70 Prozent“, hob NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer hervor. „Damit sparen die Mieterinnen und Mieter zukünftig ordentlich Energie- und Heizkosten, was bei den aktuellen Energiepreisen ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist.“ Selbstverständlich achte die NHW gemäß ihres Gesellschafterauftrags darauf, dass Mieterhöhungen in einem sozial verträglichen Maß bleiben. Die Mieterhöhungen in Fulda-Aschenberg liegen zwischen 1,30 und maximal zwei Euro pro Quadratmeter und Monat, die Kaltmiete pro Quadratmeter bewegt sich dann zwischen immer noch moderaten rund 4,80 Euro und rund 6,60 Euro.

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„Die Beschaffung von bezahlbarem Wohnraum ist – wie in ganz Deutschland – auch in Fulda mit großen Herausforderungen verbunden“, sagte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. „Die NHW trägt als großer und wichtiger Vermieter einen entscheidenden Anteil dazu bei, dass es bei uns auch künftig bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung gibt.“ Stadtbaurat Daniel Schreiner ergänzte: „Im Sinne der Stadt Fulda freut es mich zu sehen, dass die NHW den aktuellen Spagat meistert, indem sie zum einen die Anforderungen an den Klimaschutz stemmt und zum anderen ihrem sozialen Auftrag, erschwingliche Mieten aufzurufen, treu bleibt.“

Weg von fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien

Angesichts von Energiekrise, Preissteigerungen, Fachkräftemangel und gestiegene Finanzierungskosten hat die NHW einen Strategiewechsel auf ihrem Weg zur Klimaneutralität ihres Gebäudebestands vorgenommen. Statt die Bestandsimmobilien, überwiegend zwischen den 1950er und 1980er Jahren errichtet, im Rahmen einer Vollmodernisierung zu ertüchtigen, konzentriert sich Hessens größtes Wohnungsunternehmen zielgerichtet auf die Minimierung des CO₂-Ausstoßes – weg von fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl, hin zu erneuerbaren Energiequellen. „Die Transformation unserer Wohnungsbestände hin zur Klimaneutralität ist die größte Einzelherausforderung unserer 100jährigen Geschichte – vor allem in finanzieller Hinsicht. Unser Ziel ist es, den größtmöglichen Hebel der eingesetzten Geldmittel zur Reduktion der CO₂-Emissionen anzusetzen“, führte Fontaine-Kretschmer weiter aus.

Um 200 Millionen Euro hat das Land Hessen das Eigenkapital der NHW Ende 2020 aufgestockt. Mehr als 3.000 Wohnungen werden mit dieser Finanzspritze modernisiert. Derzeit sind bereits 780 Wohneinheiten energetisch überarbeitet, weitere rund 600 befinden sich aktuell in der Umsetzungsphase. Für Fontaine-Kretschmer ist die Erhöhung des Eigenkapitals ein substanzieller Beitrag, um die geplanten Vorhaben in den nächsten Jahren überhaupt finanzieren zu können, denn der wirtschaftliche Druck steige von Jahr zu Jahr.

Nistplätze genießen besondere Aufmerksamkeit

Neben den besonderen Anforderungen, die angesichts der bis zu 40 Meter hohen Gebäude in Sachen Brandschutz und Statik gelten, bekam in Fulda-Aschenberg die vielfältige Vogelpopulation im Quartier gesonderte Aufmerksamkeit. Da ein Großteil der Fassaden als Niststätte dient, hat ein Ornithologe die Gebäude im Vorfeld der Arbeiten untersucht. Zum Schutz der Tiere werden je nach Situation unterschiedliche Maßnahmen eingeleitet. Zum Beispiel werden künftig neue Nistplätze in den Fassaden integriert, um den Vögeln auch nach den Baumaßnahmen geeignete Brutstätten zu bieten und ihren Lebensraum weiter zu fördern.

280 weitere Wohnungen in Ziehers-Nord modernisiert

Ein weiteres großes Projekt in Fulda hat die NHW vor kurzem erfolgreich abgeschlossen. In der Bonhoefferstraße, der Elisabeth-von-Thadden-Straße, der Joosstraße und der von-Galen-Straße seit 2009 wurden für mehr als 19 Millionen Euro 280 Wohnungen modernisiert.

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