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Rubrik Wasser / Abwasser

Stadtwerke Heide, Thüga und Entwicklungsagentur wollen Elektrolyseur in Betrieb nehmen

07.06.2023 – Lesezeit ca. 4 Minuten 11

Stadtwerke Heide, Thüga und Entwicklungsagentur wollen Elektrolyseur in Betrieb nehmen

Das Reallabor WESTKÜSTE100 kommt voran: Für das Teilprojekt „Grüner Heizen“ soll vorläufig ein Elektrolyseur der Entwicklungsagentur Region Heide grünen Wasserstoff für die Beimischung in einen Abschnitt des Gasnetzes der Stadtwerke Heide liefern.

Ein vorhandener Elektrolyseur mit einer Leistung von 312 Kilowatt im Besitz der Entwicklungsagentur Region Heide soll das Wasserstoff-Einspeisevorhaben von Thüga und Stadtwerke Heide (SWH) beschleunigen. Für den geplanten 30-Megawatt-Elektrolyseur konnte das Projektkonsortium von WESTKÜSTE100 wegen regulatorischer Unklarheiten in der Gesetzgebung noch keine finale Investitionsentscheidung treffen. Das Konsortium hat sich deshalb dafür ausgesprochen, die entstehenden Verzögerungen für das Teilprojekt „Grüner Heizen“ aufzufangen und den benötigten Wasserstoff übergangsweise mit einem vorhandenen Elektrolyseur zu produzieren.

Projektauftrag kann erfüllt werden

Der Elektrolyseur steht bereits auf dem Gelände der Stadtwerke Heide. Stefan Vergo, Geschäftsführer der Stadtwerke Heide: „Aktuell wird die Wartung des Elektrolyseurs vorbereitet. Nach der Genehmigung der regionalen Behörden können wir ihn in Betrieb nehmen. Wir freuen uns, nun baldmöglichst mit dieser Zwischenlösung starten zu können. Die Kapazitäten dieses ‚kleinen‘ Elektrolyseurs reichen für unser Vorhaben aus, Wasserstoff in einen Netzabschnitt der Stadtwerke beizumischen.“ Der Projektträger, das Forschungszentrum Jülich, hat dem Projektänderungsantrag zugestimmt.

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Der Elektrolyseur wurde der Entwicklungsagentur Region Heide (EARH) im Rahmen der technologischen Projektinitiative ENTREE100 als Forschungselektrolyse vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg aus Stuttgart übertragen. „Damit können wir in der Region aktiv die Elektrolyse in unsere Forschungsprojekte einbinden“, sagt Martin Eckhard (EARH). Der Elektrolyseur wird von WESTKÜSTE100, QUARREE100 und auch SYSTOGEN100 genutzt und von den Stadtwerken betrieben. „So können wir in unserer ‚Energieregion‘ Heide das Thema Wasserstoffproduktion zum ersten Mal umsetzen“, sagt Eckhard weiter. Dirk Burmeister, Vorstand der EARH, unterstreicht die Alleinstellung dieser Lösung: „Bei der Nutzung und ‚Veredelung‘ unserer regionalen erneuerbaren Energien setzen wir auf eine konsequente Vernetzung aller Sektoren. Wasserstoff spielt hierbei eine zentrale Rolle. Die Nutzung von Wasserstoff im Wärmebereich ist ein überregional bedeutsamer Baustein, der die Region Heide als Vorreiter der integrierten Energiewende weiter voranbringen wird.“

Wasserstoff-Einspeisung bereits im nächsten Jahr

Ab der Heizperiode 2024/25 gelangt der Wasserstoff über eine neue Einspeiseanlage bei SWH mit einem Anteil von bis zu 20 Volumenprozent ins Bestandsnetz. Rund 200 Haushalte in Heide werden dann mit einem Erdgas-Wasserstoffgemisch versorgt. Der geplante 30-MW-Elektrolyseur auf dem Gelände der Raffinerie Heide wird errichtet, sobald eine finale Investitionsentscheidung vorliegt.

Mit dem Teilprojekt „Grüner Heizen“ innerhalb des Reallabor-Projektes WESTKÜSTE100 wollen Thüga und SWH nachweisen, dass die Komponenten eines modernen Bestandsgasnetzes inklusive der Installationen in den Haushalten in der Praxis alle Anforderungen für die Einspeisung von Wasserstoff erfüllen. Dazu Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstandes der Thüga: „Um die Klimaziele in Deutschland langfristig zu erreichen, müssen wir die bestehende Infrastruktur nutzen: Gasnetze sind verfügbar und für die Nutzung von grünen Gasen geeignet. Klimaneutrale Gase lassen sich über die Gasnetze kostengünstig zu den Kunden transportieren und glätten außerdem saisonale Schwankungen zwischen Energiebereitstellung und -nachfrage.“ Die Beimischung von Wasserstoff ist ein erster, schnell realisierbarer Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung.

Bevor Wasserstoff beigemischt wird, überprüfen Installateure des Forschungsinstituts DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH in Kooperation mit Mitarbeitern der SWH die Geräte in den Haushalten einzeln auf Funktion und Wasserstoff-Verträglichkeit. Zudem bereitet DBI die Unterlagen für die Abnahme durch einen Sachverständigen vor. Die Abläufe bei der Überprüfung der Gasgeräte wurden mit namhaften Gasgeräteherstellern abgestimmt. Für alle Anwohner und Eigentümer im Netzabschnitt gibt es Anfang Oktober eine Informationsveranstaltung. Ab Januar 2024 starten dann die Hausbegehungen für den Geräte-Check.

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