16.09.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 14
Zahlreiche Aussteller präsentieren in den Weser-Ems-Hallen Lösungen für Planung, Bau, Sanierung und Betrieb von Leitungssystemen. (Bild: iro / Michael Stephan)
Das 39. Oldenburger Rohrleitungsforum findet am 4. und 5. Februar 2027 in den Weser-Ems-Hallen Oldenburg statt. Unter dem Leitthema „Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft“ geht es um die Frage, wie leitungsgebundene Infrastrukturen für Trinkwasser, Abwasser und Energie auch unter veränderten Rahmenbedingungen zuverlässig funktionieren und an neue Anforderungen und Risikoszenarien angepasst werden können.
Leitungsgebundene Netze erfüllen wesentliche Aufgaben der Versorgung und Entsorgung. Zugleich wächst der Anpassungsdruck kontinuierlich. Energiewende und Digitalisierung verändern Netzkonzepte, Betriebsweisen und Schnittstellen. Der Klimawandel verschärft darüber hinaus die Gefährdungslage, etwa durch Hitze, Dürre, Starkregen und Hochwasser. Hinzu kommen technische Ausfälle, Cyberrisiken und weitere Bedrohungen für Kritische Infrastrukturen. Damit steigen die Anforderungen an die technische und organisatorische Resilienz.
„Resilienz bedeutet weit mehr als die Widerstandsfähigkeit einzelner Bauteile oder Systemkomponenten“, betont Mike Böge, M.Eng., Geschäftsführer des Instituts für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e. V. „Sie beschreibt die Fähigkeit von Netzen, Belastungen standzuhalten, wesentliche Funktionen auch unter erschwerten Bedingungen aufrechtzuerhalten und Störungen wirksam zu bewältigen oder gar zu antizipieren. Vor diesem Hintergrund nehmen wir Netze mit unserem Programm deshalb ganzheitlich in den Blick und führen technische, organisatorische und rechtliche Fragestellungen zusammen.“
Das Programm greift das Leitthema in 36 Themenblöcken auf und verbindet technische Fragestellungen mit aktuellen Projekten und Erfahrungen aus Planung, Bau und Betrieb. Wie sich betriebliche Resilienz gestalten lässt, zeigt etwa der Themenblock zur Abwasserförderung bei Stromausfall. Ein Erfahrungsbericht zum flächendeckenden Stromausfall in Berlin, die Arbeitshilfe DWA-M 320 und ein Notstromkonzept für Pumpwerke beleuchten verschiedene Ansätze der betrieblichen Vorsorge. Weitere Beiträge befassen sich mit Kanalnetzsteuerung, Starkregenvorsorge und blau-grünen Infrastrukturen.
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Die Transformation der Energieinfrastrukturen bildet einen weiteren Schwerpunkt. Das Spektrum reicht von ersten Erfahrungen mit dem Wasserstoff-Kernnetz und dem Schweißen an druckführenden Wasserstoffleitungen über die regionale Gasnetzplanung bis zur Umstellung von Kavernen- und Porenspeichern auf Wasserstoff. Hinzu kommen Beiträge zum Transport und zur Speicherung von CO₂ sowie zur Planung und zum Bau von Stromtrassen. Auch die Fernwärme ist im Programm erneut stark vertreten. Mehrere Vortragsblöcke greifen technische und bauliche Fragen rund um Wärmenetze auf, darunter Verfüllbaustoffe, Trassenbau im urbanen Raum, Instandhaltungsstrategien sowie Qualitätssicherung im Bau.
Selbstverständlich gehören auch in diesem Jahr Themen wie Bauqualität, die Bewertung des Netzzustands und Instandhaltung zum Programm. Hinzu kommen anspruchsvolle Projekte des Rohrleitungsbaus und der grabenlosen Sanierung sowie Beiträge zu Werkstoffen, Schweißtechnik, kathodischem Korrosionsschutz. Digitale Verfahren werden dort aufgegriffen, wo sie Planung und Betrieb unterstützen, etwa bei Kanalinspektion und Zustandserfassung, BIM und GIS oder der Armaturenüberwachung.
Das Oldenburger Rohrleitungsforum verbindet an zwei Tagen fachliche Weiterbildung mit einer umfangreichen Ausstellung und bringt Fachleute aus Kommunen, der Ver- und Entsorgungswirtschaft, Bauunternehmen, Ingenieurbüros sowie aus Forschung und Lehre zusammen. Etwa 120 Referentinnen und Referenten gestalten das Vortragsprogramm mit ihren Beiträgen. Rund 480 Ausstellende präsentieren ihre Systemlösungen.
Auch abseits der Vortragsreihen lebt das Forum vom direkten Gespräch. Das Panorama-Café und der Ollnburger Gröönkohlabend bieten Gelegenheit, Themen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu pflegen.
Das ausführliche Tagungsprogramm und weitere Informationen stehen ab Oktober 2026 unter www.iro-online.de zur Verfügung.