Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 5 - September / Oktober der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Wasser / Abwasser

Zehn Ziele für Versorgungssicherheit, Wertschöpfung und Lebensqualität

Wassersicherheit wird zur Standortfrage: DWA legt Wasserresilienz-Pakt vor

28.08.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 215

Grafik: DWA

Niedrigwasser auf Rhein, Elbe und weiteren Bundeswasserstraßen beeinträchtigt Transport, Industrie und Lieferketten. Waldbrände verursachen hohe Schäden und binden erhebliche Einsatzkräfte. Trockenheit führt zu Ernteausfällen, belastet Landwirtschaft und Wälder und setzt Gewässer unter Druck. Gleichzeitig geraten Städte sowie Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen durch anhaltende Hitzeperioden zunehmend an Belastungsgrenzen.

Für die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) zeigen diese Entwicklungen deutlich: Wasser wird zu einem entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Wasserresilienz muss deshalb stärker als bisher Teil der Wirtschafts-, Infrastruktur- und Klimaanpassungspolitik werden.

Anlässlich der Kabinettsklausur der Bundesregierung legt die DWA einen Wasserresilienz-Pakt für Deutschland vor. Er bündelt zehn zentrale Ziele, um Deutschland widerstandsfähiger gegenüber Niedrigwasser, Dürre, Waldbränden, Wasserknappheit und Hitzefolgen zu machen.

„Wassersicherheit entscheidet zunehmend mit über die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts. Ohne verlässliche Wasserverfügbarkeit gibt es weder eine wettbewerbsfähige Industrie noch klimaresiliente Städte und Regionen. Deutschland hat das Wissen, die Technologien und die Fachleute. Jetzt geht es darum, daraus Tempo zu machen: mit klaren Prioritäten, verlässlichen Rahmenbedingungen und einer Umsetzung, die Bund, Länder und Kommunen gemeinsam tragen“, sagt Dr.-Ing. Lisa Irwin-Broß, Vorständin der DWA.

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Wasser wird zur Standortfrage

Die Folgen des Klimawandels sind längst keine abstrakten Zukunftsszenarien mehr. Niedrigwasser beeinträchtigt wichtige Transportachsen und Produktionsstandorte. Dürren gefährden landwirtschaftliche Erträge und erhöhen die Waldbrandgefahr. Hitze belastet Menschen, Kommunen und Gesundheitseinrichtungen und verursacht erhebliche volkswirtschaftliche Schäden.

Diese Entwicklungen sind keine voneinander getrennten Krisen. Sie haben eine gemeinsame Grundlage: einen Wasserhaushalt, der zunehmend unter Druck gerät. Die Frage lautet deshalb nicht mehr, ob Deutschland handeln muss. Die entscheidende Frage ist, wie schnell es gelingt, Wasser besser zu speichern, verfügbar zu halten und intelligenter zu nutzen.

Zehn Ziele für ein resilientes Deutschland

Der Wasserresilienz-Pakt zeigt Handlungsfelder auf, in denen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam dazu beitragen können, die Wasserresilienz Deutschlands Schritt für Schritt zu stärken.

  • Wasserresilienz als Gemeinschaftsaufgabe begreifen
  • Schwammlandschaft als nationales Ziel verfolgen
  • Moore, Auen und Gewässer als natürliche Infrastruktur schützen
  • Schwammstadt und Schwammdorf als bundesweiten Investitionsschwerpunkt etablieren
  • Stadtgrün mit Wasser versorgen
  • Wasserwiederverwendung ermöglichen
  • Regionale Wasserbilanzen einführen
  • Dürre- und Niedrigwasservorsorge professionalisieren
  • Klimaanpassung messbar machen
  • Umsetzung beschleunigen

Vom Wissen ins Handeln kommen

Der Wasserresilienz-Pakt versteht sich als Angebot an Bund, Länder und Kommunen, Wasserresilienz zu einem gemeinsamen politischen Handlungsfeld zu machen.

„Wir brauchen keine weitere Problembeschreibung. Wir müssen vom Wissen ins Handeln kommen. Die Lösungsansätze liegen auf dem Tisch. Jetzt geht es darum, Prioritäten zu setzen, Umsetzung zu beschleunigen und Fortschritte messbar zu machen“, so Irwin-Broß.

Wasserresilienz ist Zukunftspolitik

Die DWA plädiert dafür, Wassersicherheit bei Infrastruktur-, Wirtschafts- und Klimaanpassungsentscheidungen systematisch mitzudenken. Denn Wasser sichert industrielle Wertschöpfung, Landwirtschaft, Energieversorgung, Logistik und die öffentliche Daseinsvorsorge.

Wasserresilienz ist keine Umweltfrage. Wasserresilienz ist eine Zukunftsfrage für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Lebensqualität in Deutschland.

Nächste Schritte

Die DWA bietet Bund, Ländern und Kommunen an, die Umsetzung des Pakts fachlich zu unterstützen, unter anderem durch:

  • eine Roadmap mit Zeithorizonten und Verantwortlichkeiten für die zehn Maßnahmen,
  • die Aufbereitung übertragbarer Praxisbeispiele aus Kommunen und Regionen,
  • fachliche Szenarien für Investitions- und Finanzierungsbedarfe sowie
  • Expertenformate mit Bundesministerien, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden, Wissenschaft und Wirtschaft.

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