Rubrik Verkehr / Mobilität

Städte und Gemeinden begrüßen Zusage des Landes auf vollumfängliche Unterstützung und drängen auf Gespräche

Erfolg der ABC-Klassen nur mit verbindlicher Beteiligung der Kommunen möglich

05.03.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 326

Am 13. Januar 2026 gab die Landesregierung im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, landesweit sogenannte ABC-Klassen einführen zu wollen. Ziel sei es, die Sprachfähigkeiten von Kindern im Jahr vor der Einschulung festzustellen und bei Bedarf zu fördern. Allerdings stellen sich aus Sicht der Kommunen noch viele Fragen, vor allem wie das Vorhaben beginnend ab dem Schuljahr 2028/29 praktisch umgesetzt werden soll. Vor diesem Hintergrund hat sich das Präsidium des Städte- und Gemeindebundes NRW (StGB NRW) in seiner heutigen Sitzung in Duisburg intensiv mit der Einführung der ABC-Klassen beschäftigt. Neben der Anerkennung, dass die Landesregierung sich um den Bildungserfolg aller Kinder bemüht, legte das Präsidium aber ebenfalls kritische Punkte zur Diskussion.

Allen Kindern einen guten Start ins Schulleben ermöglichen

Der Präsident des StGB NRW, Prof. Dr. Christoph Landscheidt, unterstrich am Rande der Präsidiumssitzung, dass die ABC-Klassen zwar auf die Lösung eines wichtigen bildungspolitischen Themas abzielen würden, gleichwohl seien Anpassungen notwendig: „Grundsätzlich begrüßen wir die Initiative der Landesregierung. Wir wollen allen Kindern einen guten Start in ihr Schulleben ermöglichen. Die Sprachkompetenz ist dafür ein wesentlicher Baustein, jedoch nicht der einzige. Aus unserer Sicht müssen wir die frühe Förderung der Kinder auf ein ganzheitlich ausgelegtes Fundament stellen. Zur Sprachkompetenz zählen dazu auch motorische und soziale Fähigkeiten. Ob das Konzept der Landesregierung in der momentan angedachten Form das leisten kann, ist für uns fraglich.“

Daher forderte das Präsidium die Landesregierung dazu auf, zeitnah Gespräche über die konzeptionelle Ausgestaltung einzuleiten. „Eine erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens kann nur gemeinsam mit der kommunalen Ebene erreicht werden. Noch haben wir die Chance, die Sprachförderung so zu gestalten, dass wir die Kinder bestmöglich auf ihre Grundschulzeit vorbereiten. Das funktioniert aber nur, wenn das Land die Schulträger verbindlich in Entscheidungsprozesse einbindet, damit wir für die individuelle Situation vor Ort die passende Lösung finden können,“ erläuterte Landscheidt.

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Kommunen erwarten große Belastungen

„Aus unseren Mitgliedskommunen haben wir Rückmeldungen erhalten, in denen einstimmig Bedenken hinsichtlich des pädagogischen Ansatzes, aber auch der organisatorischen Herausforderungen geäußert wurden“, bestätigte Landscheidt. „Angesichts der vielerorts bereits begrenzten Raumkapazitäten bereitet uns Sorgen, wo die Sprachkurse stattfinden sollen. Sofern es nötig werden würde, dass wir die Kinder von der Kita in andere Räumlichkeiten verbringen müssen, bestehen für uns Zweifel, ob überhaupt genügend Fahrzeuge und Personal in den Städten und Gemeinden vorhanden ist, um das zu leisten. Wir plädieren deshalb dafür, die Entscheidungen über die Lernorte ausschließlich im Einvernehmen mit den Kommunen zu treffen“, bekräftigte Landscheidt.

Das Präsidium bewertete es als positives Signal der Landesregierung, dass der Gesetzentwurf zur Einführung der ABC-Klassen das Konnexitätsprinzip anerkennt. Damit werde ein finanzieller Ausgleich für die Kommunen möglich gemacht. „Absehbar ist, dass die Sprachkurse erhebliche finanzielle und organisatorische Belastungen für die Städte und Gemeinden bedeuten. Hoffnung macht uns, dass der Ministerpräsident kürzlich unmissverständlich angekündigt hat, den Aufwand vollumfänglich zu übernehmen, sodass die Kommunen nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Wir zählen auf sein Wort und darauf, dass tatsächlich alles auf ‚den Deckel‘ der Landesregierung geht. Das ist vor dem Hintergrund der historisch schlechten Haushaltslage der Städte und Gemeinden zwingend notwendig. Denn: Eine gute Bildung der Kinder muss überall in NRW stattfinden und darf keinesfalls von der finanziellen Lage einer einzelnen Kommune abhängen“, forderte Landscheidt.

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