Rubrik Verkehr / Mobilität

Nach Auswertung von über 3.300 Meldungen

VCD fordert Kommunen auf, gefährliches Gehwegparken zu unterbinden

03.03.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 441

Im Herbst 2025 hatte der ökologische Verkehrsclub VCD dazu aufgerufen, regelmäßig zugeparkte Gehwegabschnitte über ein Online-Tool zu melden. Die Auswertung der über 3.300 Meldungen zeigt ein bundesweites Problem: Häufig bleiben Fußgänger*innen viel zu schmale Wege. Der VCD fordert die zuständigen Kommunen daher auf, gemeldete Stellen zu prüfen und konsequent gegen gefährliches Gehwegparken vorzugehen.

Parkende Fahrzeuge engen vielerorts Gehwege stark ein und gefährden damit Zufußgehende und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Das zeigt die Aktion „Freie Gehwege“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD, bei der bundesweit über 3.300 Meldungen zu regelmäßig blockierten Gehwegabschnitten eingingen. Das Parken auf Gehwegen ist nur dann zulässig, wenn es durch eine entsprechende Bordsteinmarkierung oder ein Verkehrsschild erlaubt ist. Es muss ausreichend Platz bestehen bleiben, damit sich Fußgänger*innen und Rollstuhlfahrende ungehindert begegnen können. „Ob zulässig oder nicht: Bei nahezu allen gemeldeten Gehwegabschnitten verbleiben Passant*innen weniger als 1,50 Meter, in über 80 Prozent der Fälle sogar nur ein Meter oder weniger“, berichtet Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. „Mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator wird es da eng.“

Auf jedem vierten gemeldeten Gehwegabschnitt fahren zudem regelmäßig Kinder mit dem Rad. Bis zum Alter von acht Jahren müssen Kinder zum Radfahren den Gehweg nutzen, um sicher unterwegs zu sein. Engstellen durch parkende Autos widersprechen dieser Schutzfunktion jedoch, so Müller-Görnert. „Bei jeder zweiten Meldung war der Gehweg auf beiden Straßenseiten zugeparkt. Den radelnden Kindern, aber auch Fußgänger*innen und Rollstuhlfahrenden, bleibt dann häufig nichts anderes übrig, als auf die Straße auszuweichen – was schnell lebensgefährlich werden kann.“

Der VCD hat die zuständigen Kommunen daher aufgefordert, die gemeldeten Stellen zu überprüfen und bei Bedarf Maßnahmen gegen regelwidriges Gehwegparken zu ergreifen. „Wir werden dranbleiben und die Kommunen bei der Suche nach Lösungen unterstützen“, betont Müller-Görnert. Auch Kommunen, aus denen keine oder nur wenige Meldungen vorliegen, sollten die Situation vor Ort prüfen. „Die Meldungen stammen aus Großstädten ebenso wie aus kleineren Orten und ländlichen Regionen. Unsere Aktion macht deutlich: Gehwegparken ist ein bundesweites Problem.“

Darüber hinaus unterstützt der VCD die Klage einer Familie aus Bremen vor dem Verwaltungsgericht, die als Präzedenzfall für den Schutz von Gehwegen Bedeutung erlangen könnte. Die Familie möchte so sicherstellen, dass ihre Kinder das Radfahren auf dem Gehweg – wie gesetzlich vorgesehen – sicher ausüben können. Müller-Görnert: „Kinder haben ein Recht auf geschützte Bewegungsräume. Dafür braucht es Platz zum Radfahren und freie, sichere Gehwege.“


Zum Hintergrund:

Die VCD-Aktion „Freie Gehwege“ lief vom 20. Oktober bis zum 5. Dezember 2025. Diese Online-Karte1 zeigt alle Meldungen enger Gehwege, die in diesem Zeitraum eingegangen sind. Die zentralen Ergebnisse sind auf der VCD-Webseite zusammengestellt.

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