Rubrik IT / Verwaltung / Security
13.03.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten 150
Unternehmen im öffentlichen Sektor brauchen weitaus mehr Zeit zur Erholung von Cyberangriffen, als erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt der jährliche Global Security Research Report der Edge-Cloud-Plattform Fastly, eines der weltweit führenden Unternehmen für Content Delivery, Compute- und Sicherheitslösungen. Die in der Studie befragten Unternehmen berichteten, dass sie im Durchschnitt 6,7 Monate brauchten, um sich von Cyberattacken zu erholen. Das ist mehr als einen Monat über dem prognostizierten Zeitraum von 5,3 Monaten.
Unternehmen und Organisationen im öffentlichen Sektor wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich 42-mal Opfer eines Sicherheitsvorfalls. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 47 Prozent gab es außerdem die höchsten Ausfall- oder Downtime-Raten infolge von Angriffen. Im Vergleich zu anderen untersuchten Branchen lag der Wert hier um beinahe ein Zehntel (9 Prozent) höher.
Angesichts der immer häufiger werdenden Angriffe und der längeren Erholungszeiten planen 79 Prozent der Befragten, die Investitionen in Sicherheitstools in den nächsten zwölf Monaten zu erhöhen. Doch trotz zusätzlicher Ausgaben fühlen sich beinahe die Hälfte (48 Prozent) angesichts der immer komplexer werdenden Bedrohungsszenarien immer noch nicht ausreichend auf zukünftige Angriffe vorbereitet.
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Fastly-Studie zeigt: Organisationen im öffentlichen Sektor benötigten durchschnittlich 6,7 Monate für die Erholung von Cyberangriffen – über einen Monat länger als erwartet.
Der öffentliche Sektor verzeichnet die höchsten Ausfall- oder Downtime-Raten.
Marshall Erwin, Chief Information Security Officer bei Fastly, kommentiert die Ergebnisse: „Die vollständige Erholung nach Sicherheitsverletzungen wird für Unternehmen immer aufwendiger und kostspieliger. Gründe dafür sind Umsatzeinbußen, Reputationsschäden und Zeitverluste, die langfristig Geschäftsbeziehungen beeinträchtigen und Ressourcen aus verschiedenen Unternehmensbereichen binden. Da die Anzahl der Angriffe nicht abnehmen wird und das Risiko umfangreicher Ausfälle jederzeit besteht, ist es entscheidend, dass Anpassungen der Cybersicherheitsstrategie Teil eines ganzheitlichen Plans sind und Unternehmen keine übereilten Entscheidungen treffen.“
Die Befragung zeigte, dass auch die globalen IT-Ausfälle im vergangenen Jahr Anlass dafür waren, Ressourcen und Investitionen in Cybersicherheit genauer zu überprüfen. 37 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Qualität ihrer Software-Sicherheitslösungen hätten, und fast ein Fünftel (19 Prozent) erwog sogar einen Anbieterwechsel. Zudem hat die Mehrheit der Unternehmen (70 Prozent) angegeben, ihre Ansätze zur Prüfung und Einführung von Updates nach größeren Sicherheitsvorfällen angepasst zu haben.
Eine Neubewertung erfährt auch, wie Organisationen Softwaresicherheit in ihre operativen Abläufe integrieren. Immer mehr Stakeholder außerhalb der traditionellen Sicherheitsteams, darunter auch Teams aus Bereichen wie Platform Engineering, werden bei der Einführung von Sicherheitslösungen mit einbezogen. Knapp ein Fünftel (20 Prozent) der Befragten gab sogar an, dass die Einführung eines modernen Platform Engineering-Ansatzes für Softwaresicherheit für sie zu den Prioritäten des nächsten Jahres gehört.
„Wir sehen eine Verschiebung hin zu einer gemeinsamen Verantwortung für Sicherheit in Unternehmen mit einem stärkeren Fokus darauf, Sicherheitsmaßnahmen von Anfang an in alle Projekte einzubetten. Unternehmen, die Sicherheit frühzeitig in ihre Prozesse integrieren und starke Partnerschaften mit Sicherheitsspezialisten aufbauen, sind besser auf zukünftige Bedrohungen vorbereitet und können sich schneller von Angriffen erholen“, empfiehlt Erwin.
Für die Studie wurden 1.800 IT- und Cybersecurity-Entscheider in großen Organisationen aus verschiedenen Branchen in Nord-, Mittel- und Südamerika, Europa, dem asiatisch-pazifischen Raum und Japan befragt, darunter 200 Experten aus dem öffentlichen Sektor. Die Interviews wurden im September 2024 von Sapio Research mittels Online-Umfrage durchgeführt.