Rubrik Energie & Netze

Marktentwicklung solare Wärmenetze in Deutschland

17.09.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 13

Solare Wärmenetze in Deutschland, Stand September 2026, Quelle: Solites

Im vergangenen Jahr 2025 sind 11 Anlagen mit insgesamt 69.963 qm Bruttokollektorfläche und rund 42 MW Leistung in Betrieb gegangen:

  • Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern, 24.361 qm Bruttokollektorfläche VakuumRöhrenkollektoren)
  • Tübingen-Au (Baden-Württemberg, 12.000 qm Bruttokollektorfläche VakuumRöhrenkollektoren)
  • Bracht (Hessen, 11.637 qm Bruttokollektorfläche Flachkollektoren)
  • Delitzsch (Sachsen, 5.493 qm Bruttokollektorfläche Vakuum-Röhrenkollektoren)
  • Föhr (Schleswig-Holstein, 3.076 qm Bruttokollektorfläche Flachkollektoren),
  • Edingen (Mecklenburg-Vorpommern, 3.000 qm Bruttokollektorfläche Flachkollektoren),
  • Regensburg Parkplatzüberdachung (Bayern, 2.937 qm Bruttokollektorfläche VakuumRöhrenkollektoren und Flachkollektoren),
  • Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt, 2.400 qm Bruttokollektorfläche Vakuum-Röhrenkollektoren),
  • Jungnau (Baden-Württemberg), 2.193 qm Bruttokollektorfläche Vakuum-Röhrenkollektoren),
  • Dresden (Sachsen, 2.000 qm Bruttokollektorfläche Vakuum-Röhrenkollektoren),
  • Renquishausen (Baden-Württemberg, 866 qm Bruttokollektorfläche VakuumRöhrenkollektoren).

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Im laufenden Jahr 2026 sind 2 Anlagen mit insgesamt 67.094 qm Bruttokollektorfläche und ebenfalls rund 42 MW Leistung in Betrieb gegangen.

Diese sind:

  • Deutschlands größte Solarthermieanlage in Leipzig-Lausen (Sachsen, 65.208 qm Bruttokollektorfläche Vakuum-Röhrenkollektoren) und
  • Waldalgesheim (Rheinland-Pfalz, 1.886 qm Bruttokollektorfläche Vakuum-Röhrenkollektoren).

Insgesamt sind Stand September 2026 insgesamt 75 solare Wärmenetze in Deutschland in Betrieb mit zusammengerechnet 339.203 qm Bruttokollektorfläche und 222 MW thermische Leistung.

Zwei der Anlagen – Bad Rappenau (28.871 qm Bruttokollektorfläche Flachkollektoren, 2024 in Betrieb gegangen) und Dettenhausen (2.312 qm Bruttokollektorfläche Vakuum-Röhrenkollektoren, seit 2022 in Betrieb) – speisen nicht nur in solare Wärmenetze ein, sondern liefern auch Wärme für industrielle Prozesse. Damit sind sie neben dem Marktsegment solare Wärmenetze, kurz SDH (Solar District Heating) auch teilweise dem Marktsegment solare Prozesswärme, kurz SHIP (Solar Heat for Industrial Processes) zuzurechnen.

Aktuell sind 7 Anlagen in Planung und Bau:

  • Steyerberg (Niedersachsen), Erkrath (Nordrhein-Westfalen) und Lübeck (Schleswig-Holstein), mit jeweils zwischen 12.000 und 14.000 qm Bruttokollektorfläche
  • Amöneburg-Rüdigheim (Hessen) mit rund 5.500 qm Bruttokollektorfläche
  • Sowie Schönwald (Baden-Württemberg), Coswig (Sachsen) und Neutraubling (Bayern) mit jeweils knapp 3.000 qm Bruttokollektorfläche

Diese werden nach Inbetriebnahme weitere 52.727 qm Bruttokollektorfläche großflächige Solarthermie mit insgesamt rund 32 MW Leistung bereitstellen.

Technologische Einordnung:

Zusätzlich zu den Kollektortypen Vakuum-Röhrenkollektor und Flachkollektor ist die Nutzung solarer Wärme auch durch Anlagen konzentrierender Solarthermie (engl. Concentrated Solar Thermal, CST) möglich, z.B. durch Parabolrinnenkollektoren. Eine der innovativsten Anlagen für solare Prozesswärme in Europa wird in Turnhout, Belgien von Campina Energie cv betrieben. Die Parabolrinnenanlage liefert effizient hohe Temperaturen bis 330 °C für den Standort von Avery Dennison und zeigt das Potenzial konzentrierender Solarthermie in der Praxis. Ein neuartiger Hochtemperatur-Betonspeicher wurde am Standort ebenfalls gebaut. Solche Anlagen können auch in Deutschland solare Prozesswärme sowie Nah- und Fernwärme bereitstellen. Die Technologie wird im Rahmen des deutschen Verbundvorhabens ProSolNetz genauer untersucht. In Deutschland sind zum jetzigen Zeitpunkt noch keine großen CST-Anlagen für Wärmenetze im Betrieb.

Einordnung in die politischen Ziele:

Laut der Studie „Perspektive der Fernwärme“ (Prognos AG im Juni 2024) sollen im deutschen Fernwärmemix 2045 4 TWH/a Wärme durch Solarthermie bereitgestellt werden. Dies entspricht nur einem Bruchteil des deutschen Wärmebedarfs für Wärmenetze, bedeutet jedoch umgerechnet bereits rund 10 Millionen qm Bruttokollektorfläche. Um dies zu erreichen, müssten jährlich ca. 500.000 qm Bruttokollektorfläche Solarthermiekollektoren in Betrieb genommen werden.

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