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Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen sind Angaben der jeweiligen Hersteller und wurden redaktionell nicht verifiziert.
Insgesamt sind Stand September 2026 insgesamt 75 solare Wärmenetze in Deutschland in
Betrieb mit zusammengerechnet 339.203 qm Bruttokollektorfläche und 222 MW thermische
Leistung.
Zwei der Anlagen – Bad Rappenau (28.871 qm Bruttokollektorfläche Flachkollektoren, 2024 in Betrieb
gegangen) und Dettenhausen (2.312 qm Bruttokollektorfläche Vakuum-Röhrenkollektoren, seit 2022
in Betrieb) – speisen nicht nur in solare Wärmenetze ein, sondern liefern auch Wärme für industrielle
Prozesse. Damit sind sie neben dem Marktsegment solare Wärmenetze, kurz SDH (Solar District
Heating) auch teilweise dem Marktsegment solare Prozesswärme, kurz SHIP (Solar Heat for Industrial
Processes) zuzurechnen.
Aktuell sind 7 Anlagen in Planung und Bau:
Steyerberg (Niedersachsen), Erkrath (Nordrhein-Westfalen) und Lübeck (Schleswig-Holstein),
mit jeweils zwischen 12.000 und 14.000 qm Bruttokollektorfläche
Amöneburg-Rüdigheim (Hessen) mit rund 5.500 qm Bruttokollektorfläche
Sowie Schönwald (Baden-Württemberg), Coswig (Sachsen) und Neutraubling (Bayern) mit
jeweils knapp 3.000 qm Bruttokollektorfläche
Diese werden nach Inbetriebnahme weitere 52.727 qm Bruttokollektorfläche großflächige Solarthermie
mit insgesamt rund 32 MW Leistung bereitstellen.
Technologische Einordnung:
Zusätzlich zu den Kollektortypen Vakuum-Röhrenkollektor und Flachkollektor ist die Nutzung solarer Wärme auch durch Anlagen konzentrierender Solarthermie (engl. Concentrated Solar Thermal, CST) möglich, z.B. durch Parabolrinnenkollektoren. Eine der innovativsten Anlagen für solare Prozesswärme in Europa wird in Turnhout, Belgien von Campina Energie cv betrieben. Die Parabolrinnenanlage liefert effizient hohe Temperaturen bis 330 °C für den Standort von Avery Dennison und zeigt das Potenzial konzentrierender Solarthermie in der Praxis. Ein neuartiger
Hochtemperatur-Betonspeicher wurde am Standort ebenfalls gebaut. Solche Anlagen können auch in Deutschland solare Prozesswärme sowie Nah- und Fernwärme bereitstellen. Die Technologie wird im Rahmen des deutschen Verbundvorhabens ProSolNetz genauer untersucht. In Deutschland sind zum jetzigen Zeitpunkt noch keine großen CST-Anlagen für Wärmenetze im Betrieb.
Einordnung in die politischen Ziele:
Laut der Studie „Perspektive der Fernwärme“ (Prognos AG im Juni 2024) sollen im deutschen
Fernwärmemix 2045 4 TWH/a Wärme durch Solarthermie bereitgestellt werden. Dies entspricht nur
einem Bruchteil des deutschen Wärmebedarfs für Wärmenetze, bedeutet jedoch umgerechnet bereits
rund 10 Millionen qm Bruttokollektorfläche. Um dies zu erreichen, müssten jährlich ca. 500.000 qm
Bruttokollektorfläche Solarthermiekollektoren in Betrieb genommen werden.
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