Dieser Artikel wurde in der Ausgabe September 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik IT / Verwaltung / Security

CIVI/CON 2025 diskutiert über digitale Souveränität

Kommunen suchen Wege aus der digitalen Abhängigkeit:

12.09.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten 91

Kommunen suchen Wege aus der digitalen Abhängigkeit:

Mit rund 300 Teilnehmenden aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und kommunaler Wirtschaft hat der dritte CIVI/CON Kongress stattgefunden. Der Kongress von Civitas Connect e. V. hat sich in nur drei Jahren zu einer der wichtigsten Plattformen für kommunale Digitalisierung in Deutschland entwickelt.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand das Thema digitale Souveränität und damit die Frage, wie Städte, Kommunen und kommunale Unternehmen Daten, Infrastrukturen und Technologien selbstbestimmt nutzen können.

„Digitalisierung ist eine Mammutaufgabe, aber auch eine große Chance, unsere Städte zukunftsfähig und lebenswert zu gestalten. Mit der CIVI/CON schaffen wir einen Raum, in dem Praxis, Politik und Wissenschaft gemeinsam Lösungen entwickeln“, sagte Markus Hilkenbach, Vorstandsvorsitzender von Civitas Connect e. V. und der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) zur Eröffnung.

Wuppertals Oberbürgermeister Prof. Dr. Uwe Schneidewind betonte die Bedeutung des Kongresses: „Kommunale Digitalisierung braucht Austausch auf Augenhöhe. Die CIVI/CON bringt die entscheidenden Akteure zusammen – von der Bundespolitik bis zur Stadtverwaltung.“

Einen politischen Auftakt setzte Thomas Jarzombek, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, mit einem Impuls zur Rolle des Bundes: „Digitale Souveränität ist Standortfaktor. Wir müssen Kommunen befähigen, ihre Daten, Infrastrukturen und Technologien selbstbestimmt zu nutzen – für Sicherheit, Resilienz und Innovation.“

Ralf Leufkes, Geschäftsführer von Civitas Connect e. V.

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, betonte: „Unsere Stärke liegt im Netzwerk. Die CIVI/CON zeigt, wie Kommunen gemeinsam mit Partnern tragfähige und übertragbare Projekte entwickeln können, die echte Mehrwerte für die Daseinsvorsorge schaffen.“

Das Programm der CIVI/CON 2025 bot hochkarätige Einblicke:

  • eine Paneldiskussion zur Frage „Was bedeutet Souveränität im digitalen Zeitalter?“, mit Vertretern der Freien und Hansestadt Hamburg, Deloitte Consulting und den Stadtwerken Saarlouis,
  • Fachvorträge zu Künstlicher Intelligenz, darunter „Die Zukunft der KI“ (Carsten Wagner, VKU Verlag) und „KI in der energiewirtschaftlichen Praxis“ (Arthur D. Little),
  • ein Impuls von Wikimedia Deutschland zur Frage, was digitale Souveränität inhaltlich eigentlich bedeutet,
  • eine zweite Paneldiskussion zur Abhängigkeit von digitalen Infrastrukturen, mit Expertinnen und Experten von Governikus, Univention, der Gesellschaft für Freiheitsrechte und der Stadt Frankfurt am Main.

Parallel gaben praxisorientierte Workshops Einblicke in zentrale Zukunftsthemen:

  • CIVITAS/CORE in der Praxis – offene urbane Datenplattform, vorgestellt von der Stadt Bonn,
  • Souveräner Umgang mit Daten – Einblicke aus dem Use Case Energie der Deutschen Energie-Agentur (dena),
  • Digitale Zwillinge in der Praxis – konkrete Anwendungen aus Wuppertal und anderen Städten.

Zum Abschluss betonten Hilkenbach und Leufkes gemeinsam, dass die digitale Transformation kein Projekt für Einzelkämpfer sei: „Sie gelingt nur im Zusammenspiel von Kommunen, Stadtwerken und Partnern. Genau dafür steht Civitas Connect – und dafür steht die CIVI/CON.“

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