Rubrik IT / Verwaltung / Security

IW-Bericht: Öffentliche Verwaltung kann überdurchschnittlich vom Einsatz generativer KI profitieren

Künstliche Intelligenz als Schlüssel für den digitalen Staat

06.11.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 95

Künstliche Intelligenz als Schlüssel für den digitalen Staat

Eine Verwaltung, die rund um die Uhr erreichbar ist, Bürgeranfragen in Sekundenschnelle beantwortet und komplexe Prozesse automatisiert abwickelt: Was wie Zukunftsmusik klingt, könnte durch den Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz (KI) Realität werden. Eine aktuelle Untersuchung der IW Consult im Auftrag von Google zeigt das Potenzial von KI für den öffentlichen Sektor in Deutschland auf. Demnach könnten in der Verwaltung 82 Prozent der Arbeitnehmer*innen vom Einsatz generativer KI profitieren. Damit liegt der öffentliche Dienst deutlich vor anderen Branchen wie etwa dem Handel (61 Prozent) oder dem verarbeitenden Gewerbe (59 Prozent).

Weniger Bürokratie, mehr Effizienz

Von der Übersetzung von Anträgen über die Analyse von Umweltdaten bis hin zum Ausfüllen von Formularen, die Anwendungsmöglichkeiten für KI in der Verwaltung sind vielfältig. Insgesamt könnte die Wertschöpfung im öffentlichen Sektor durch den Einsatz von generativer KI laut IW um 23,9 Milliarden Euro gesteigert werden. Diese entsteht durch Zeitersparnisse bei bestehenden Aufgaben, sofern diese für produktivere Tätigkeiten wie etwa eine verbesserte Betreuung von Bürger*innen und Unternehmen genutzt werden. Maximal könnte die Produktivität der Verwaltung so im Jahr um 1,7 Prozent steigen. Doch KI kann nicht nur die Abläufe in der Verwaltung optimieren, sondern damit auch Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt positiv beeinflussen.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Statement Professor Michael Hüther, Direktor, Institut der deutschen Wirtschaft: „Online-Verwaltungsdienste sparen Zeit und Ressourcen, beschleunigen Genehmigungsverfahren und minimieren Routinetätigkeiten in der Verwaltung. Insgesamt kann durch solche Angebote das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und Kompetenz des Staates wiederhergestellt werden. Der Einsatz von digitaler Technologie beziehungsweise KI führt so nicht nur zu mehr Effizienz, sondern wirkt geradezu als Demokratieverstärker.”

Potenziale werden noch nicht genutzt

Die Möglichkeiten von KI sind enorm, doch bei der Umsetzung hinkt der öffentliche Sektor der Privatwirtschaft zum Teil hinterher. Der Anteil der Mitarbeitenden, die angeben im Alltag KI einzusetzen, ist in der öffentlichen Verwaltung je nach Tätigkeit um bis zu 18 Prozentpunkte niedriger als in Unternehmen. Doch nicht nur beim Einsatz von KI, auch bei der Digitalisierung, liegt die deutsche Verwaltung im internationalen Vergleich zurück. Beim europäischen eGovernment-Index kommt Deutschland nur auf Platz 20.

Statement Philipp Justus, VP Zentraleuropa, Google: „Für den öffentlichen Dienst ist generative KI nicht nur ein Werkzeug zur Automatisierung von Prozessen, sie ist auch der Schlüssel auf dem Weg zum digitalen Staat. Richtig eingesetzt ermöglicht sie es, den Fokus wieder stärker auf die Kernaufgaben zu legen: die Bedürfnisse von Bürger*innen und Unternehmen."

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels bietet KI eine wertvolle Unterstützung, so das IW. Bis 2030 dürften in Deutschland rund 840.000 Fachkräfte im öffentlichen Sektor fehlen, darunter allein 140.000 IT-Fachkräfte. KI könne dazu beitragen, diese Lücke zu schließen, indem sie Routineaufgaben übernimmt und Mitarbeiter*innen von repetitiven Tätigkeiten entlastet. So gewinnen sie Zeit für anspruchsvollere Aufgaben, die menschliche Kompetenzen erfordern, wie beispielsweise die individuelle Beratung und Betreuung von Bürger*innen.

Die aktuelle Untersuchung zum Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung ist eine Fortführung der Studie „Der digitale Faktor“, die Google und die IW Consult, eine Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft, im September 2023 vorgestellt haben. Weitere Branchenberichte, u. a. zur deutschen Automobilwirtschaft, sind in Vorbereitung.

Über die Studie

Die Studie „Der digitale Faktor – Wie Deutschland von intelligenten Technologien profitiert“ wurde von der IW Consult im Auftrag von Google erstellt. Die Ergebnisse basieren vorwiegend auf Modellrechnungen der Implement Consulting Group und einer Führungskräftebefragung von Public First im Sommer 2024.

SAS Studie: Behörden vertrauen KI weniger als die freie Wirtschaft

Die öffentliche Verwaltung hat den niedrigsten Wert beim Trustworthiness-Index Mehr als die Hälfte nennt Datenschutz als größtes Hindernis für KI-Nutzung

29.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

digitales
Mit Exoscale zu mehr Souveränität
Mit Exoscale zu mehr Souveränität

Für A1 Digital, Partner und Lösungsanbieter für Infrastruktur, ist digitale Souveränität eine bewusste und zukunftsweisende Entscheidung. Die Beteiligung ihrer [...]

16.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Wie KI die Kommunalverwaltung wirklich entlastet
Wie KI die Kommunalverwaltung wirklich entlastet

Kommunalverwaltungen sind für viele Bürgerinnen und Bürger der unmittelbarste Kontakt mit staatlichem Handeln. Wie gut Verwaltung vor Ort funktioniert, prägt ma[...]

08.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

digitales
Smart City Index 2026: Viel Bewegung innerhalb der Top 10

Bitkom veröffentlicht Shortlist der zehn bestplatzierten Städte des Smart City Index / Vorstellung der Ergebnisse für alle 83 Großstädte am 8. September

07.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Security Essen rückt Drohnenabwehr und organisationsübergreifende Zusammenarbeit in den Fokus
Security Essen rückt Drohnenabwehr und organisationsübergreifende Zusammenarbeit in den Fokus

Die Sicherheitsanforderungen an kritische Infrastrukturen verändern sich rasant. Jüngste Ereignisse wie zum Beispiel der Drohnenfund am Leipziger Flughafen habe[...]

07.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
 KI hält Einzug ins Tagesgeschäft von EVUs
KI hält Einzug ins Tagesgeschäft von EVUs

In vielen Unternehmen entstehen die größten operativen Engpässe im Kundenservice noch immer bei Anliegen, welche standardisiert verarbeitet werden können: Dort,[...]

04.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

digitales
Herausforderung Payment: Was die kommunale Digitalisierung ausbremst
Herausforderung Payment: Was die kommunale Digitalisierung ausbremst

Der Antrag? Online ausgefüllt. Die erforderlichen Nachweise? Bereits hochgeladen. Ein Termin im Amt wäre somit nicht mehr nötig. Wird jedoch eine Gebühr fällig,[...]

04.09.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

digitales
Forum für den Staat von morgen in Memmingen: Bund, Länder und Kommunen entwickeln Wege für zukunftsfähige Zusammenarbeit

Beim siebten Forum für den Staat von morgen in Memmingen arbeiten rund 70 Verwaltungspionier:innen aus Bund, Ländern und Kommunen an konkreten Reformansätzen fü[...]

03.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

digitales
Performance auf den Punkt gebracht: Calw führt KM-Fahrerlaubnis ein
Performance auf den Punkt gebracht: Calw führt KM-Fahrerlaubnis ein

Der Landkreis Calw hat sein Führerscheinwesen mit Hilfe der kommunalen IT-Dienstleisterin Komm.ONE auf ein neues Fachverfahren umgestellt. Die Einführung von KM[...]

31.08.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Mit einem Klick informiert: Hanau bündelt städtische Live-Daten auf digitaler Bürger-Informationsplattform
Mit einem Klick informiert: Hanau bündelt städtische Live-Daten auf digitaler Bürger-Informationsplattform

Daten helfen bei Stadtbesuch, Wetter, Parken und Klimaschutz / Kostenlos, ohne Anmeldung, ohne App / Grundlage für zukünftige Smart-City Anwendungen

31.08.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales

Weitere Artikel in dieser Rubrik