Rubrik IT / Verwaltung / Security

IW-Bericht: Öffentliche Verwaltung kann überdurchschnittlich vom Einsatz generativer KI profitieren

Künstliche Intelligenz als Schlüssel für den digitalen Staat

06.11.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 84

Künstliche Intelligenz als Schlüssel für den digitalen Staat

Eine Verwaltung, die rund um die Uhr erreichbar ist, Bürgeranfragen in Sekundenschnelle beantwortet und komplexe Prozesse automatisiert abwickelt: Was wie Zukunftsmusik klingt, könnte durch den Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz (KI) Realität werden. Eine aktuelle Untersuchung der IW Consult im Auftrag von Google zeigt das Potenzial von KI für den öffentlichen Sektor in Deutschland auf. Demnach könnten in der Verwaltung 82 Prozent der Arbeitnehmer*innen vom Einsatz generativer KI profitieren. Damit liegt der öffentliche Dienst deutlich vor anderen Branchen wie etwa dem Handel (61 Prozent) oder dem verarbeitenden Gewerbe (59 Prozent).

Weniger Bürokratie, mehr Effizienz

Von der Übersetzung von Anträgen über die Analyse von Umweltdaten bis hin zum Ausfüllen von Formularen, die Anwendungsmöglichkeiten für KI in der Verwaltung sind vielfältig. Insgesamt könnte die Wertschöpfung im öffentlichen Sektor durch den Einsatz von generativer KI laut IW um 23,9 Milliarden Euro gesteigert werden. Diese entsteht durch Zeitersparnisse bei bestehenden Aufgaben, sofern diese für produktivere Tätigkeiten wie etwa eine verbesserte Betreuung von Bürger*innen und Unternehmen genutzt werden. Maximal könnte die Produktivität der Verwaltung so im Jahr um 1,7 Prozent steigen. Doch KI kann nicht nur die Abläufe in der Verwaltung optimieren, sondern damit auch Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt positiv beeinflussen.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Statement Professor Michael Hüther, Direktor, Institut der deutschen Wirtschaft: „Online-Verwaltungsdienste sparen Zeit und Ressourcen, beschleunigen Genehmigungsverfahren und minimieren Routinetätigkeiten in der Verwaltung. Insgesamt kann durch solche Angebote das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und Kompetenz des Staates wiederhergestellt werden. Der Einsatz von digitaler Technologie beziehungsweise KI führt so nicht nur zu mehr Effizienz, sondern wirkt geradezu als Demokratieverstärker.”

Potenziale werden noch nicht genutzt

Die Möglichkeiten von KI sind enorm, doch bei der Umsetzung hinkt der öffentliche Sektor der Privatwirtschaft zum Teil hinterher. Der Anteil der Mitarbeitenden, die angeben im Alltag KI einzusetzen, ist in der öffentlichen Verwaltung je nach Tätigkeit um bis zu 18 Prozentpunkte niedriger als in Unternehmen. Doch nicht nur beim Einsatz von KI, auch bei der Digitalisierung, liegt die deutsche Verwaltung im internationalen Vergleich zurück. Beim europäischen eGovernment-Index kommt Deutschland nur auf Platz 20.

Statement Philipp Justus, VP Zentraleuropa, Google: „Für den öffentlichen Dienst ist generative KI nicht nur ein Werkzeug zur Automatisierung von Prozessen, sie ist auch der Schlüssel auf dem Weg zum digitalen Staat. Richtig eingesetzt ermöglicht sie es, den Fokus wieder stärker auf die Kernaufgaben zu legen: die Bedürfnisse von Bürger*innen und Unternehmen."

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels bietet KI eine wertvolle Unterstützung, so das IW. Bis 2030 dürften in Deutschland rund 840.000 Fachkräfte im öffentlichen Sektor fehlen, darunter allein 140.000 IT-Fachkräfte. KI könne dazu beitragen, diese Lücke zu schließen, indem sie Routineaufgaben übernimmt und Mitarbeiter*innen von repetitiven Tätigkeiten entlastet. So gewinnen sie Zeit für anspruchsvollere Aufgaben, die menschliche Kompetenzen erfordern, wie beispielsweise die individuelle Beratung und Betreuung von Bürger*innen.

Die aktuelle Untersuchung zum Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung ist eine Fortführung der Studie „Der digitale Faktor“, die Google und die IW Consult, eine Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft, im September 2023 vorgestellt haben. Weitere Branchenberichte, u. a. zur deutschen Automobilwirtschaft, sind in Vorbereitung.

Über die Studie

Die Studie „Der digitale Faktor – Wie Deutschland von intelligenten Technologien profitiert“ wurde von der IW Consult im Auftrag von Google erstellt. Die Ergebnisse basieren vorwiegend auf Modellrechnungen der Implement Consulting Group und einer Führungskräftebefragung von Public First im Sommer 2024.

Nur noch 17 Monate! Die Zeit rennt und die Ressourcen sind knapp
Nur noch 17 Monate! Die Zeit rennt und die Ressourcen sind knapp

Noch 17 Monate bis zum Wartungsende für SAP R/3. Bis dahin sollten Unternehmen, die SAP nutzen, auf S/4 Hana umgestellt haben, da der Anbieter den Support für d[...]

20.07.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
KI-Agenten in Kommunen: Zwischen Effizienzgewinn und Kontrollverlust
KI-Agenten in Kommunen: Zwischen Effizienzgewinn und Kontrollverlust

Tim Berghoff, Security Evangelist bei G DATA CyberDefense AG

16.07.2026, Lesezeit ca. 7 Minuten

digitales
Bundesregierung hat zwei Drittel ihrer Digitalvorhaben auf den Weg gebracht

Die Bundesregierung kommt bei ihren digitalpolitischen Vorhaben voran. 12 Prozent der Digitalprojekte sind inzwischen vollständig abgeschlossen, weitere 57 Proz[...]

13.07.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Sicher digitalisieren und souverän handeln mit G DATA MXDR „Made in Germany“
Sicher digitalisieren und souverän handeln mit G DATA MXDR „Made in Germany“

Wenn ein Cyberangriff eine Kommune trifft, steht nicht nur die IT still. Bürgerdienste fallen aus, Mitarbeitende haben keinen Zugriff mehr auf Akten und kritisc[...]

10.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

digitales
Kommunale Cybersicherheit im Fokus

Im Mittelpunkt des 4. Cybersecurity-Tags der Komm.ONE in Nürtingen stand die Frage, wie die öffentliche Verwaltung geschützt werden kann. Die Antwort fiel klar [...]

02.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

digitales
Bitkom startet „Monitor Staatsmodernisierung“
Bitkom startet „Monitor Staatsmodernisierung“

Alle 222 Vorhaben zur digitalen Modernisierung von Staat und Verwaltung bewertet Wintergerst: „Die Länder müssen mitziehen“

01.07.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Schatten-IT in der Verwaltung: Das unterschätzte Sicherheitsrisiko
Schatten-IT in der Verwaltung: Das unterschätzte Sicherheitsrisiko

Nicht alles, was genutzt wird, nützt auch. Unter Umständen kann es sogar schädlich sein. Wenn ein Tool dazu genutzt wird, eine Datei zu versenden, mag der Nutze[...]

18.06.2026, Lesezeit ca. 10 Minuten

digitales
Schläft Europa bei Cyberangriffen auf Wasserversorger?
Schläft Europa bei Cyberangriffen auf Wasserversorger?

Wenn man an Cyberkrieg denkt, kommen einem Wasserversorgungsunternehmen nur selten als Ziel in den Sinn. In den letzten Jahren jedoch, und insbesondere im Zusam[...]

17.06.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

digitales
Das digitale Rathaus: Moderne Prozesse für moderne Städte und Kommunen
Das digitale Rathaus: Moderne Prozesse für moderne Städte und Kommunen

Städte und Kommunen sollen digitaler, schneller und bürgernäher werden. Doch vielerorts bremsen Insellösungen, Medienbrüche und gewachsene IT-Strukturen den For[...]

10.06.2026, Lesezeit ca. 8 Minuten

digitales
115 in Brandenburg: Verwaltung jetzt noch einfacher erreichbar

Die einheitliche Behördennummer 115 entwickelt sich in Brandenburg weiterhin sehr erfolgreich und ist ein wichtiger Baustein für eine moderne und bürgernahe Verwaltung.

01.06.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

digitales

Weitere Artikel in dieser Rubrik